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Coronavirus

Maskenpflicht an Bayreuther Schulen: So gehen Schüler und Lehrer mit den Masken um

In der Politik tobt ein Streit um die Maskenpflicht, insbesondere weil die Inzidenzen sinken. Dabei geht es auch immer wieder um das Tragen von Masken im Schulunterricht. Das bt hat sich bei Bayreuther Schulen umgehört.

Die Corona-Inzidenzen sinken und die Temperaturen steigen: Der zweite Sommer mit der Pandemie steht vor der Tür, die Inzidenzen sinken – und die Maskenpflicht bleibt. Das lässt bei vielen Empörung aus, insbesondere das Tragen von Schutzmasken von Kindern in den Schulen.

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Die Infektionsschutzverordnung schreibt das vor. Das bt hat sich bei den Schulen in Bayreuth umgehört, was sie aktuell von der Maskenpflicht halten. Denn die FFP2-Maskenpflicht bleibt in Bayern bestehen. Das haben Söder und andere Politiker in einer Kabinettssitzung am Dienstag (15.6.2021) beschlossen.

Realschule in Bayreuth: Bisher hat sich niemand geweigert

„Die Maske hat sich etabliert“, sagt Rudi Stopfer, Schulleiter an der Johannes-Kepler-Realschule in Bayreuth. Auch hier werde sie anstandslos getragen und bei ihm sei noch keiner aufgeschlagen, der sich dagegen weigert – weder Schüler noch Eltern.

„Seit 7.6. findet der Unterricht wieder in vollem Umfang statt“, sagt Stopfer. „Bis jetzt war das Wetter auch noch wenig sommerlich.“ Da sei es für alle erträglich gewesen, im Unterricht Maske zu tragen. Er sei sich aber sicher, dass sie auch weiterhin anstandslos getragen wird.

Den Grund, warum Grundschüler bis einschließlich 4. Jahrgangsstufe Alltagsmasken tragen müssen und ab der fünften Klasse medizinischen Masken Pflicht sind, erklärt Stopfer so: „Je älter Kinder werden, desto mehr soziale Kontakte haben sie.“ Das könne man an entsprechenden Pausenhöfen gut sehen.

Persönlich finde er die Befreiung von der Maskenpflicht auf den Freiflächen einer Schule gut. Es sei ein erster Schritt zur Normalität aus dessen Erkenntnissen sich nach intensiver Beobachtung der Effekte auf die Inzidenzen der nächste Schritt begründen lasse: Schule gänzlich ohne Maskenpflicht.

Wichtig ist Präsenzunterricht in Bayreuth

„Natürlich würden wir uns alle sehr freuen, wenn die Maskenpflicht auch im Schulgebäude fällt“, sagt Ursula Graf, Schulleiterin am Richard-Wagner Gymnasium in Bayreuth. „Wichtig ist aber, dass wir den Präsenzunterricht dauerhaft aufrecht erhalten und wenn die Maske dazu beiträgt, dann eben mit Maske.“

Dass Schulbetrieb mit Maske für alle Beteiligten nicht einfach ist, sei klar, „aber diese Ausnahmesituation erfordert es.“ Die Schüler seien dabei die, die am wenigsten Probleme damit haben. Auch von deren Eltern gebe es nur vereinzelt Klagen. Am meisten Probleme würden die Lehrer haben. „Es ist nicht einfach, eine Dreiviertelstunde in eine Maske zu sprechen.“

Für die Abiturprüfungen, wie aktuell das Kolloquium, gibt es Ausnahmen bei der Maskenpflicht. Hier können die Abiturienten wählen, ob sie das Referat mit oder ohne Maske halten, aber auch hier würden sich viele für die Mund-Nasen-Bedeckung in Form einer medizinischen Maske entscheiden. Viele Schüler und Lehrer würden sogar freiwillig eine FFP2-Maske tragen.

„Man muss die Pandemie langfristig sehen“, sagt Graf im Hinblick auf die Zukunft des Schulunterrichts. „Wir haben es letzten Herbst gesehen.“ Ein erneutes Hin- und Her von Homeschooling, Wechsel- und Präsenzunterricht gelte es dringend zu vermeiden.

Maskenpflicht Schulen in Bayreuth

„Grundsätzlich haben sich alle Schulen an den Hygieneplan zu halten“, sagt Werner Lutz, Leiter der Staatlichen Schulämter im Landkreis und in der Stadt Bayreuth. Die Umsetzung und Einhaltung liege im Detail in der pädagogischen Verantwortung der Schulen und deren Lehrkörper.

Beispiel Pause: Die Maskenpflicht an Schulen im Freien ist am 15. Juni 2020 beschlossen worden. Zur Nahrungsaufnahme darf die Maske abgesetzt werden ebenso in sogengannten Tragepausen zur Erholung. Hier komme es auf die pädagogische Verantwortung des Lehrkörpers an. Dieser muss darauf achten, dass Abstand gehalten wird und eingreifen, wenn der Abstand nicht eingehalten wird. „Auch bei Prüfungen gilt Maskenpflicht.“ Für optimale Durchlüftung würden an den meisten Schulen CO2 Messgeräte eingesetzt werden.

Die Maskenpflicht an Schulen in der Corona-Pandemie sei richtig, so Lutz. Den Schulen seien ohnehin die Hände gebunden wegen der Vorgaben aus dem Kultusministerium. Wie sich die Situation in den Sommermonaten darstellt, sei abzuwarten. „Bis einschließlich vierte Klasse reicht eine Alltagsmaske. Mit Jahrgangsstufe fünf muss es eine medizinische Maske sein.“

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß