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Zuletzt aktualisiert am 15. Dezember 2023 | 08:27

Oberfranken

Oberfränkische Firma stellt Christbaumkugeln noch in Handarbeit her: weltweite Nachfrage

von Hans Koch

Christbaumkugeln dürfen zu Weihnachten nicht fehlen. Bei einer oberfränkischen Manufaktur werden diese sogar noch mit Handarbeit angefertigt.

Bei "Inge's Christmas Decor" stellt man die Kugeln und den Glasschmuck in Handarbeit her. Foto: Inge's Christmas Decor
Bei "Inge's Christmas Decor" stellt man die Kugeln und den Glasschmuck in Handarbeit her. Foto: Inge's Christmas Decor

Echte Hand- und Mundarbeit: Eine Firma in Neustadt bei Coburg stellt noch selbst Christbaumkugeln auf traditionelle Weise her.

Wie schafft es der Betrieb, in der heutigen Zeit bestehen zu bleiben? Das bt sprach mit Marie Müller-Blech, Marketing-Chefin des Familienunternehmens.

Hier setzt man in der dritten Generation auf Handarbeit

Seit 1951 stellt das Familienunternehmen “Inge’s Christmas Decor“ Weihnachtsschmuck in Neustadt bei Coburg her. Gegründet wurde der Betrieb von Großvater Heinz Müller-Blech. Angefangen hat alles im Keller. Mittlerweile befindet sich der Familienbetrieb in der dritten Generation.

In der Manufaktur wird verschiedener Baumschmuck noch mit Handarbeit hergestellt. Auch die Christbaumkugeln werden noch selber geblasen. Laut Marie Müller-Blech arbeiten derzeit 15 Glasbläser in der Manufaktur. Der Betrieb gehört auch zu den wenigen in Deutschland, die Glasbläser noch ausbilden. Lesen Sie auch: Auf dem Bayreuther Weihnachtsmarkt verkauft nur noch ein Stand Weihnachtsschmuck.

Kugeln werden aufwendig per Hand hergestellt

70 Mitarbeiter sind am Produktionsprozess beteiligt. Die Produktion findet auf einer Fläche von rund 3.500 Quadratmetern statt. Zum Jahresbeginn entwickelt man bereits die Trends für das übernächste Weihnachtsfest.

Alles beginnt mit dem Modellieren der Formen. Auch die Farben und Dekore werden vor Produktionsbeginn festgelegt. Die Kugeln werden von 15 Glasbläser mit dem Mund geblasen.

Für den nötigen Glanz sorgt die Versilberung mit echtem Silber. Anschließend taucht man die Kugeln in Lack. Danach werden sie per Hand bemalt oder bespritzt. Anschließend gehen die Kugeln durch die Qualitätskontrolle und werden verpackt.

Als krönenden Abschluss erhalten die in der Manufaktur hergestellten Kugeln das Sternkrönchen. Laut der Marketing-Chefin bekommen nur die handgefertigten Exemplare dieses Krönchen.

Glasbläser kamen aus Thüringen

Der Ursprung der Glasbläser-Tradtion in Neustadt bei Coburg liegt aber jenseits der thüringischen Grenze. Denn im etwa 20 Kilometer entfernten Lauscha im Landkreis Sonneberg entstand Ende des 16. Jahrhunderts eine Glashütte. Von dort aus entwickelten sich immer weitere Glashütten in der Umgebung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verließen viele Glasbläser die Region rund um Lauscha und kamen nach Neustadt bei Coburg. “So hat sich Neustadt zur zweiten Region für Glasschmuck entwickelt”, erklärt Marie Müller-Blech.

Auch ihr Großvater kam von Lauscha nach Neustadt. Die Familie rund um die Manufaktur “Inge’s Christmas Decor” ist schon seit fünfzehn Generationen in diesem Gewerbe tätig. Mit der Manufaktur vom Großvater konnte die “Familientradtion weitergeführt werden”, sagt sie.

Handgefertigte Christbaumkugeln sind wieder gefragter

Mittlerweile läuft das Geschäft mit dem handgefertigten Weihnachtsschmuck gut. Doch das war nicht immer so. “Die ganze Branche hat über die Jahre gelitten” sagt Müller-Blech, “handgemachter Christbaumschmuck war nicht mehr wettbewerbsfähig”.

Daher entschied man sich, neben der Manufaktur-Linie auch eine Import-Linie anzubieten. Diese wird maschinell in Asien hergestellt. “Das war eine finanzielle Stütze, welche die Manufaktur am Laufen gehalten hat”, erklärt sie.

Laut Marie Müller-Blech hat sich aber das Konsumverhalten der Kunden über die Jahre geändert. Vor allem handgemachte und regional angefertigte Produkte sind wieder mehr gefragt. Auch der Beruf des Glasbläsers scheint wieder an Beliebheit zu gewinnen. “Wir haben soviel Azubi-Zulauf wie seit Jahrzehnten nicht mehr”, sagt Müller-Blech.

Weihnachtsschmuck aus der oberfränkischen Manufaktur ist weltweit gefragt

Neben Deutschland hat die Manufaktur von “Inge’s Christmas Decor” auch im Ausland einen großen Absatzmarkt. Vor allem in den USA, China sowie Japan erfreut man sich an dem oberfränkischen Glasschmuck. Insgesamt vertreibt die Manufaktur ihre Produkte in 20 Ländern.

Seit ein paar Jahren können Privatkunden den Christbaumschmuck direkt bei der Manufaktur kaufen. Zudem betreibt man auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt einen Verkaufsstand.

Im Trend liegt immer mehr Christbaumschmuck, welcher einen Lifestyle verkörpert – zum Beispiel ein Wollknäuel mit Stricknadel. Aber auch die klassischen Weihnachtskugeln in Rot, Silber, Gold und sogar Schwarz erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.



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