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Sexismus

Frauen im Festspielhaus sexuell belästigt: Sexismus-Vorwürfe gegen Bayreuther Festspiele

Zahlreiche Medien berichten über diverse Sexismus-Vorwürfe am Bayreuther Festspielhaus. Auch Geschäftsführerin Katharina Wagner soll betroffen sein.

Nur noch zwei mal schlafen, dann hätten die Bayreuther Festspiele in majestätischer Manier starten sollen. Doch eine Vielzahl an Medien berichten von Vorwürfen, die die Eröffnung teilweise überschatten dürften.

Am Grünen Hügel soll es körperliche Übergriffe auf und sexistische Sprüche gegen Frauen geben. Davon sei auch Festspielchefin Katharina Wagner betroffen.

Sexismus im Festspielhaus in Bayreuth

Geschäftsführerin Katharina Wagner wurde Medienberichten zufolge selbst Opfer eines sexuellen Übergriffs. Ein „eher bekannter Mitwirkender“ habe ihr an die Brust gegriffen und ihr mit sexistisch Sprüchen zu verstehen gegeben, dass er mit ihr schlafen wolle. Lesen Sie auch: Bei den Festspielen grassiert Corona in größerem Maße.

Doch nicht nur Wagner selbst kämpfte in der Chef-Etage mit derartigen Geschehnissen. In den „unteren Etagen“ soll solch ein Umgangston in manchen Fällen Alltag sein. Mehrere Frauen hätten berichtet, beispielsweise am Gesäß angefasst oder ungefragt an den Schultern massiert worden zu sein. Hinzu kommen unvermittelte Berührungen wie die Hände von Frauen einfach anzugreifen oder SMS mit „Einladungen“ von Männern.

Auch Beleidigungen über den Körper von Frauen seien gefallen wie: „Ich will nicht zwei Stunden auf ihren dicken Hintern starren“.

Wagner will handeln

Katharina Wagner zeigte sich indes „entsetzt“ über die vielen Berichte der Frauen. Diese bittet sie, sich bei ihr zu melden, da sie dann „gnadenlos reagieren“ möchte.

Auch Festspielsprecher Hubertus Herrmann versichert Medienberichten zufolge, dass die Festspielleitung sehr bewegt und überrascht sei. Betriebsintern gebe es keine Informationen zu eventuellen Übergriffen. Man werde den Vorwürfen umgehend nachgehen. Es würden keinerlei Beleidigungen oder tätliche Übergriffe geduldet.

„Eine Frau reicht“

Christian Thielemann, früherer Musikdirektor der Festspiele, steht außerdem in der Kritik für seinen Umgangston, wie unter anderem der BR meldet. Er soll Musiker angeschrieen und beleidigt haben. Auch gebe es eine E-Mail, die die Teilnahme von zwei Bassistinnen im Orchester als Thema haben soll. „Eine reicht“, soll es darin heißen.

Thielemann weist die Vorwürfe seinerseits zurück. Da alle Mitarbeiter im Festspielhaus Masken tragen müssen, könne es mal sein, dass man Dinge, die andere gesagt haben, nicht versteht. Auch an der angesprochenen E-Mail soll „überhaupt nichts dran“ sein.




Sexuelle Übergriffe „absolut inakzeptabel“

Mehrere Politiker haben sich schon zu den Vorwürfen geäußert. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) sagte, dass sie davon ausgehe, dass die Festspielleitung den Vorwürfen mit Nachdruck nachgehen würden: „Sexuelle Übergriffe, egal ob verbal oder körperlich, sind absolut inakzeptabel und dürfen nicht ungeahndet bleiben“.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet von einem Statement von Bayerns Kunstminister Markus Blume: „Für Sexismus gilt: Das hat in unserer Gesellschaft nichts zu suchen. Hier muss null Toleranz gelten.“