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Verkehr

Tankstellenbetreiber erwarten neue Preisanstiege: „Ab Juni könnte es richtig dramatisch werden“

Die Spritpreise sind nach einem leichten Rückgang immer noch sehr hoch. Experten befürchten einen weiteren Anstieg in den kommenden Wochen.

Die Spritpreise in Deutschland sind weiter auf einem sehr hohen Niveau. Zwar sind die Preise meist unterhalb der zwei Euro-Grenze – die Preise vor dem Krieg in der Ukraine sind allerdings in weiter Ferne.

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Jetzt kommt es aber noch schlimmer für Autofahrer: Experten fürchten bereits den nächsten Preisanstieg an den Tankstellen.

Spritpreise in Deutschland steigen wieder

Die Preise für Sprit in Deutschland sind durch den Krieg in der Ukraine rasant durch die Decke gegangen. Auch wenn sich die Preise aktuell wieder auf einem durchschnittlichen Niveau unter zwei Euro stabilisieren, gibt es noch große Sorgen unter den Tankstellenbetreibern. Verschiedene Faktoren könnten für einen erneuten Preisanstieg sorgen.

„Wir machen uns große Sorgen“, sagt Duraid El Obeid, Vorsitzender des Bundesverbands Freier Tankstellen der Wirtschaftswoche. Wenn das Öl aus Russland wegfalle, wäre dies nicht ohne Folgen für Deutschland, erklärt der Experte. Käme es zu einem Embargo gegen Russland, wie es von der EU bis Ende 2022 vorgesehen ist, könnten viele Raffinerien zumindest zeitweise weniger Mineralöl liefern.

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Entlastungs-Maßnahme könnte nach hinten losgehen

Doch auch größere Anbieter haben mit Problemen und Sorgen zu kämpfen. So rechnet auch der Ölkonzern Shell damit, seine Raffinerie herunterfahren zu müssen, falls es zu einem Ausfall von Rohöl kommen sollte. Grund dafür seien mangelnde Alternativen für das spezielle russische Öl, auf das die Raffinerie spezialisiert sei, wie Shell-Chef Ben van Beurden laut infranken.de erklärte. Zeitgleich berichtet die Tagesschau über einen Rekord-Gewinn des Shell-Unternehmens. 43 Prozent hat das Unternehmen seinen Gewinn nach dem Steigen der Energiekosten steigern können.

Obeid vom Bundesverband fürchtet derweil einen Ansturm auf Züge, Schiffe und Tankwagen, um das raffinierte Öl an sein Ziel zu bringen. Die Transportkosten des Treibstoffs steigen ebenfalls unaufhörlich. Ob das Lager auf einen derartigen Ansturm vorbereitet sei, bezweifelt er. „Vor allem der 1. Juni könnte richtig dramatisch werden“, ist sich Obeid sicher. Ab dann startet der Tankrabatt der Bundesregierung, wodurch sich der Steuersatz bei Benzin um 29,55 Cent pro Liter senkt – bei Diesel um 14,04 Cent. Die Leute werden darauf verzichten, ihre Autos Ende Mai voll zutanken. Stattdessen wird es einen Ansturm auf die Tankstellen am 1. Juni geben, befürchtet Obeid.  „Wir werden bald wieder Preise über zwei Euro pro Liter für Benzin sehen, vielleicht 2,20 pro Liter.“