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Corona-Pandemie

Corona-Zahlen-Chaos in Bayreuth: Unterschiedliche Inzidenzen gemeldet – das ist der Grund

Die 7-Tage-Inzidenz für Bayreuth Stadt und Landkreis sorgt wieder für Fragen: Während das Gesundheitsamt einen Wert über 200 meldet, liegt die Stadt bei RKI und LGL noch unter dieser kritischen Marke. Das könnten die Gründe sein.

Die Corona-Zahlen in der Stadt Bayreuth steigen wieder. Waren sie vor wenigen Tagen noch unter einer Inzidenz von 200, meldete das Gesundheitsamt Bayreuth am Montag (11. Januar 2021) einen Wert von 209,94. Doch weder LGL noch RKI melden eine Überschreitung der Corona-Grenze.

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Der Landkreis Bayreuth hat die Inzidenz von 200 schon länger überschritten. Deshalb gilt hier ab sofort die 15-Kilometer-Regel: Das ist dort zu beachten.

Verschiedene Inzidenzen für Stadt Bayreuth gemeldet

Eigentlich hätte das RKI mit den Aktualisierungen am Dienstagmorgen (12. Januar 2021) ebenfalls eine Inzidenz von über 200 melden müssen. Doch auf der Seite des Instituts ist die Stadt Bayreuth weiterhin unter einem Inzidenz-Wert von 200. Stattdessen meldet das RKI am Dienstag eine 7-Tage-Inzidenz für die Stadt Bayreuth von 191,2.

Demnach gelten in der Stadt Bayreuth keine weiteren Corona-Beschränkungen. Das bestätigte erneut Pressesprecher Oppold der Stadt Bayreuth auf Nachfrage des bt. „Maßgeblich für weitere Maßnahmen sind die Zahlen des RKI.“ Und die Stadt Bayreuth hat die Inzidenz von 200 nicht überschritten.

Corona: Auch LGL meldet keine Überschreitung

Am Nachmittag wurden die Zahlen des LGL veröffentlicht: Auch hier hat die Stadt Bayreuth den Inzidenz-Wert von 200 nicht überschritten. Wie das RKI meldet das LGL einen Wert von 191,22. Deshalb nochmals: In der Stadt Bayreuth gilt (Stand 12. Januar 2021) keine 15-Kilometer-Regel.

Woher die Unterschiede stammen, ist dem Bayreuther Landratsamt auf Nachfrage des bt nicht bekannt. Bereits vorher wurden von RKI und LGL verschiedene Zahlen gemeldet, obwohl das Bayreuther Gesundheitsamt die Daten ordnungsgemäß weitergegeben hatte, heißt es aus dem Landratsamt.

Daher kann es Unterschiede bei Corona-Zahlen geben

Das LGL hat auf Nachfrage des bt folgende Erklärung für die abweichenden Zahlen der Inzidenz: „Das LGL meldet und veröffentlicht ausschließlich Fälle, die dem LGL über den elektronischen Meldeweg durch die bayerischen Gesundheitsämter mitgeteilt wurden. Aufgrund der derzeit nach wie vor hohen Fallzahlen können, auch aufgrund unterschiedlicher Aktualisierungszeitpunkte der Webseiten, temporär Abweichungen auftreten.“

Weiterhin wird erklärt: „Es ist auch nicht gänzlich auszuschließen, dass eine korrekte Übertragung der Daten aus technischen Gründen verhindert wird. Hat das LGL Kenntnis von solch technisch bedingten Verzögerungen beim Meldeverfahren in einem Stadt- oder Landkreis, so findet sich jedoch ein entsprechender Hinweis auf der LGL-Seite mit den Fallzahlen.“

Auch das LGL macht nochmals deutlich: Ob weitere Corona-Maßnahmen gelten, entscheiden die Zahlen des RKI – im aktuellen Fall, ob eine 15-Kilometer-Regel eingeführt wird.

Zahlen-Chaos schon bei Corona-Ampel

Ähnliche Unsicherheiten gab es bereits bei der kurzzeitig eingeführten Corona-Ampel in Bayern. Hier wurden – nicht nur in Bayreuth – täglich verschiedene Inzidenzen gemeldet. Unterschiede bei Berechnungen oder technische Fehler bei der Übertragung der Daten waren damals die Gründe für die enormen Unterschiede bei den Corona-Zahlen, teilte das LGL auf Nachfrage des bt mit. Damals waren LGL und Bayreuther Gesundheitsamt in Kontakt:  So war die Lage im Oktober 2020 mit der Corona-Ampel.

Bayreuther Tagblatt - Christoph Wiedemann

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Christoph Wiedemann