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Geklaute Abitur-Aufgaben in Oberfranken: Die Urteile gegen Ex-Schüler sind gefällt

Der Fall erregte bundesweit Aufsehen: Im Mai 2020 wurden in Bamberg Abitur-Aufgaben geklaut. Am 3. Mai 2021 hat der Prozess gegen drei Ex-Schüler stattgefunden.

Aufsehenerregende Diebstahl: Im Mai 2020 sind Abitur-Aufgaben an einem Bamberger Gymnasium entwendet worden. Heute (3.5.2021) hat der Prozess vor dem Amtsgericht Bamberg stattgefunden. Die Täter wurden im Juli 2020 ermittelt.

Update vom 3. Mai 2021 um 21:18 Uhr: Die Urteile sind gesprochen

Es hätte sich bei dem Diebstahl um eine geplante Tat mit „krimineller Energie“ gehandelt, sagte der Richter in seiner Urteilsverkündung. Alle drei ehemaligen Schüler haben Bewährungsstrafen von jeweils zwei Jahren erhalten. Einer der verurteilten Ex-Schüler sprach vor Gericht von anfänglicher „Abenteuerlust“.

Zwei der drei Täter haben eine Jugendstrafe von neun Monaten erhalten. Sie sind nachts in das Büro des Direktors eingedrungen und haben den Tresor aufgebrochen.

Der dritte Angeklagte hatte die Schule vor dem Diebstahl der Aufgaben bereis verlassen. Er wurde wegen Sachbeschädigung zu einer Jugendstrafe von sechs Monaten verurteilt.

Die Urteile gegen alle drei Angeklagten wurden auf zwei Jahre zur Bewährung ausgelegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Erstmeldung vom 3. Mai 2021 um 9:33 Uhr:

Abitur-Aufgaben an Gymnasium in Oberfranken geklaut: Prozess gegen Ex-Schüler startet

Gestohlen wurden die Abitur-Aufgaben damals aus einem Schultresor des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums in Bamberg. Das hatte Folgen für die Abiturienten in ganz Bayern: In Englisch, Latein und Deutsch mussten bayernweit neue Abitur-Aufgaben gestellt werden.

Nun beginnt der Prozess gegen die ehemaligen Schüler am Amtsgericht Bamberg. Ihnen drohen harte Strafen.

Abitur-Aufgaben mit nachgemachtem Generalschlüssel gestohlen

infranken.de berichtet, im Jahr 2019 hätte sich einer der Beschuldigten unter einem Vorwand einen Generalschlüssel aus dem Sekretariat ausgeliehen. Fotos und Abdrücke dieses Schlüssels ermöglichten das illegale Anfertigen einer Kopie des Schlüssels.

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet verschafften sich die drei Beschuldigten Zutritt zur Schule mit Hilfe eines Generalschlüssels. Diese hatten sie sich verbotenerweise im Internet nachmachen lassen. Im Vorfeld des Diebstahls hatten die damals 18-Jährigen mehrmals verbotenerweise nachts die Schule betreten.

Im Büro des Direktors hätten sie sich gewaltsam Zugang zum Tresor verschafft, wie der BR weiter berichtet.

Abitur-Aufgaben gestohlen: Alle Prüflinge in Bayern erhielten Ersatzprüfungen

Da das Abitur in Bayern zentral vom Kultusministerium organisiert wird, hatte der Diebstahl Folgen für alle anderen Prüflinge der Fächer Englisch, Latein und Deutsch. In allen drei Fächern kamen bayernweit Ersatzprüfungen zum Einsatz.

Dieser Schritt wurde nötig, um Betrug gänzlich auszuschließen. Der BR bezieht sich in seinem Bericht auf das Kultusministerium. Demzufolge würden die Prüfungsaufgaben im Vorfeld des Abiturs sicher verwahrt. Mit einem Diebstahl sei im Grunde genommen nicht zu rechnen.

Nach Diebstahl von Abitur-Aufgaben: Tatwerkzeug im Wald versteckt

Bei der Vernehmung eines Abiturienten im Mai hat sich der Verdacht erhärtet. Der Schüler belastete zwei Mitschüler schwer. Im Juli hat er die Tat zugegeben. Die Abitur-Aufgaben hatte er genauso wie das Tatwerkzeug mit seinen Komplizen im Wald versteckt.

Harte Strafen drohen

Der Prozess um die gestohlenen Abitur-Aufgaben startet heute vor einem Jugendschöffengericht in Bamberg. Dem BR zufolge ist eine Haftstrafe für die Angeklagten möglich. Eine besondere Schwere des Diebstahls sei festgestellt worden.

Im Landkreis Bayreuth feierten 30 Personen illegal am 1. Mai und wollten fliehen, als die Polizei eintraf.

Jürgen Lenkeit

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Jürgen Lenkeit