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Medi Bayreuth Basketball

Bastian Doreth: „Die Lage ist ernst, aber medi bayreuth wird sich da durch kämpfen!“

Der Kapitän von medi bayreuth Bastian Doreth hat mit dem Bayreuther Tagblatt über Geisterspiele, einen möglichen Saisonabbruch und Probleme, die auf medi bayreuth zukommen können gesprochen.

Man könne derzeit noch gar nicht abschätzen, wie schwer die Corona-Krise den deutschen Basketball treffen werde, sagt medi bayreuths Kapitän Bastian Doreth.

Im Gespräch mit dem Bayreuther Tagblatt spricht Doreth auch über Geisterspiele, einen möglichen Saisonabbruch und Probleme, die auf medi bayreuth zukommen können. 

Das Coronavirus legt den deutschen Basketball lahm

Am 11. März 2020 stand Bastian Doreth zuletzt mit medi bayreuth auf dem Platz. Dabei machten die Heroes of Tomorrow in einer leeren Oberfrankenhalle gegen Cluj den Halbfinaleinzug im FIBA Europe Cup klar. Das sei schon eine komische Atmosphäre gewesen, erinnert sich medi-Kapitän Doreth. Kurz danach war dann klar: auf absehbare Zeit könne, aufgrund des Coronavirus, erstmal überhaupt kein Basketball mehr gespielt werden. Doch wie lange die Unterbrechung werden würde, das wusste damals keiner.

Die Lage war ernster als zuerst angenommen. Nach und nach verließen die Amerikaner medi bayreuth in Richtung Heimat. Bei den meisten anderen BBL-Clubs zeigte sich ein ähnliches Bild. Ob die Saison überhaupt noch weitergeführt wird, steht in den Sternen. An Geisterspiele ohne Zuschauer kann Doreth nicht glauben:

Im Basketball würden Spiele ohne Zuschauer keinen Sinn machen. Das wäre eine ganz schlechte Alternative. Die Vereine leben zu einem großen Teil auch von den Zuschauereinnahmen. 

(Bastian Doreth, medi bayreuth)

Großer finanzieller Schaden bei Saisonabbruch

Die beste Option wäre es, die aktuelle Saison abzubrechen, erklärt Doreth. Dass dies von Seiten der Basketball Bundesliga noch nicht geschehen ist, hänge wohl zu einem großen Teil an einem Fernsehdeal, dessen Nicht-Erfüllung großen finanziellen Schaden bei den Vereinen anrichten würde. Umso wichtiger sei es, lieber heute als morgen für klare Verhältnisse zu sorgen, die Saison zu beenden, damit die Vereine sich voll in die Planungen für das nächste Jahr stürzen können, fügt Doreth hinzu.

Ausgangsbeschränkungen: Lauftraining und Kraftübungen statt Action auf dem Platz

Auch persönlich sei die Situation für die Heroes of Tomorrow schwierig. Doreth befindet sich trotz der Pause noch in engem Kontakt mit seinen Teamkollegen: das Smartphone macht’s möglich.

Wir können nicht das machen wofür wir leben: Wir können nicht Basketball spielen.

(Bastian Doreth)

Mehr als ein paar Laufeinheiten und etwas Krafttraining alleine für sich ist derzeit nicht möglich. Die Ausgangsbeschränkungen machen ein Teamtraining unmöglich. Besonders schwierig sei dabei die Tatsache, dass man nicht abschätzen könne, wann wieder Normalität ins Leben einkehrt. 

Natürlich habe es auch vor dem Coronavirus im Urlaub oder während einer Verletzung für Bastian Doreth schon mal einige Wochen ohne Basketball gegeben, da war das Ende aber immer absehbar. Derzeit sei das anders. 

Probleme für medi bayreuth

Durch die Coronakrise und fehlende Einnahmen sehe die Lage für medi bayreuth momentan nicht gut aus, sagt der medi-Kapitän. Das liege auch daran, dass etwaige Sponsoren auch selbst mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hätten. Eine Sponsoringmaßnahme bei medi bayreuth könnte dann auch für die kommende Saison auf der Strecke bleiben. Dennoch gibt sich Doreth optimistisch:

Ich weiß, dass der Verein medi bayreuth gut aufgestellt ist und dafür kämpfen wird, dass es auch in den nächsten Jahren weiter Basketball in Bayreuth geben wird!

(Bastian Doreth, medi bayreuth)

Bayreuther Tagblatt - Frederik Eichstädt

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Frederik Eichstädt