Die Altstadt gegen den Club: Einmal war es “Krieg”

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Es sollte das Spiel des Tages werden: Am 15. März 1980 trat die SpVgg Bayreuth zu Hause vor 14.000 Zuschauern gegen den 1. FC Nürnberg an. Beide Mannschaften kickten damals in der 2. Bundesliga Süd. Man schrieb den 29. Spieltag. Es war das bislang letzte von zwölf Aufeinandertreffen der beiden fränkischen Rivalen, von denen die Altstadt nur zwei und der Club gleich acht für sich entschied. Und die Partie war eine ganze besonders schlimme Treterei.

Nach gerade einmal fünf Minuten Spielzeit eskalierte die Situation: “Was sich da abspielte, war phasenweise schon kein Kampf mehr, es war Krieg. Die fränkische Knochenmühle”, schrieb die Presse nach dem Spiel.

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Doch was war passiert? Warum die Kampfansage? Der Bayreuther Torwart Wolfgang Mahr wurde gleich zu Beginn der Partie verletzt. Offenbar so schlimm, dass Sanitäter ihn mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Spielfeld tragen mussten. Kurz zuvor hatte ihn der Ex-Bayreuther Herbert Heidenreich, der für die Nürnberger kickte, in den Unterleib getroffen.

Das bedeutete ‘Ring frei zur Treterei’.

(Zitat aus dem Artikel von 1980)

Von “üblen Szenen” sprach der damalige Trainer der Bayreuther, Heinz Elzner, nach dem Spiel. FCN-Trainer Robert Gebhardt bezeichnete die Leistung seiner Jungs als “hundsmiserabel”. Doch noch nie habe er eine so schlechte Bayreuther Mannschaft gesehen. Es sei eine Schande, dass der Club beinahe verloren habe.

Denn die Bayreuther Mannschaft ging trotz miserabler Leistung in der 86. Minute durch Abwehr-Recke Reinhard Brendel sogar in Führung. Die aber nicht lange hielt. Quasi mit dem Schlusspfiff kassierten die Altstädter durch einen Treffer von Horst Weyerich vom Elfmeterpunkt den Ausgleich. Die Partie endete 1:1. Das Hinspiel gewann der Club zu Hause mit 3:0. Die SpVgg beendet die Saison auf Tabellenplatz 13, der Club wird 1. und steigt auf.

Am 29. Juni tritt die SpVgg Bayreuth wieder gegen den 1. FC Nürnberg an. Von einem erneuten Krieg auf dem Rasen ist dann eher nicht auszugehen.


Die Altstadt von damals:

MahrBleckertBrendelHannakampfKaulSchremlBrandBreuerHornGrößlerSommerer

Der Club anno dazumal:

HartmannBeierlorzerEderStockerTäuberWeyerichHintermaierOberacherSchlegelHeidenreichTäuber