SpVgg Bayreuth: Im Einsatz für die Sicherheit von Fans und Schiris

Er ist seit über 30 Jahren mit dem “Altstadt-Virus” infiziert und seit etwa acht Jahren Sicherheitsbeauftragter bei der SpVgg Bayreuth, wie er selbst sagt. Michael Hahn bleibt in jeder Situation gelassen. Worum er und das Ordner-Team sich im Hans-Walter-Wild-Stadion kümmern, erzählt er im Folgenden.

Mit dem Altstadt-Virus infiziert

“Ich stand schon als kleiner Bub auf der Jakobshöhe und habe Getränke verkauft”, sagt Michael Hahn. “Entweder man hat den Altstadt-Virus oder eben nicht”, ergänzt er und lacht. Die Leidenschaft für die Gelb-Schwarzen teilt er mit seinem Bruder. Wenn er nicht im Hans-Walter-Wild-Stadion steht, ist er als Küchenleiter in einem Bayreuther Altenheim tätig.

Das Ordner-Team bei der Spielvereinigung Bayreuth. Foto: Carolin Richter

Vorausschauend planen

Als Sicherheitsbeauftragter der SpVgg Bayreuth ist er über Funk während des Spiels in Kontakt mit seinem Team. “Bei einem gewöhnlichen Spiel sind zwölf bis dreizehn Ordner aus dem Verein im Stadion. Wird es vom Verband als Risikospiel eingestuft, braucht man mindestens zwanzig Ordner, plus bis zu zehn zusätzliche Personen von einem externen Security-Dienst”, erklärt er. Bereits in den Tagen davor ist er mit den Sicherheits- und Fanbeauftragten der gegnerischen Teams sowie mit der Polizei in Kontakt, um zu planen wie viele Ordner und Einsatzkräfte notwendig sind. Spielt die Altstadt auswärts, fährt er mit.

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Gelassen bleiben bei Schlägereien

Eskaliert sei die Lage einmal bei einem Spiel gegen Würzburg: “Die Fans beleidigten und schlugen sich”, erinnert sich Hahn. Doch dann sei es wichtig herunterzufahren und ganz gelassen zu bleiben.

Nervös macht mich das nicht. Dafür bin ich schon zu lange im Geschäft.

(Michael Hahn, Sicherheitsbeauftragter bei der SpVgg Bayreuth)

Auch wenn die Schweinfurter kommen, gehe es manchmal heiß her: Sie stehen in Bayreuth in einem separaten Fanblock, dem sogenannten Käfig. “Sie haben sich mit den Jahren allerdings schon gebessert und werden ruhiger”, so Hahn.

Was bei Risikospielen geschieht

Bei einem Risikospiel werden die Fans am Einlass intensiv kontrolliert. Gegenstände, wie Flaschen oder Deo-Sprays, werden für die Dauer der Partie beschlagnahmt. “Natürlich bekommen die Fans nach dem Spiel ihre Sachen an der Kasse zurück”, sagt er.

Michael Hahn steht auch mit einem Polizeibeamten in Kontakt. Falls nötig, kommt Verstärkung. “Die Ordner versuchen aufgebrachte Fans mit Worten zu beruhigen. Notwehr ist natürlich auch erlaubt”, erklärt der 61-Jährige. Wird die Auseinandersetzung körperlich, sei die Polizei am Zug.

Die Fans machen mich nie wütend. Wenn, dann ist es das Spiel.

(Michael Hahn, Sicherheitsbeauftragter bei der SpVgg Bayreuth)

Eine Sicherheitsbesprechung ist Pflicht

Sie sind meist die Ersten im Stadion und die Letzten, die gehen: Vor jedem Spiel kümmern sich die Ordner um die Lautsprecher im Stadion oder stellen aktuelle Werbebanden auf. Außerdem gibt es eine Sicherheitsbesprechung: Es geht darum, ob und wieviele Hooligans im Stadion sind und wo Einsatzkräfte zur Verstärkung warten. Auch der Schutz der Schiedsrichter gehört zu Michael Hahns Aufgaben.

(v.r.) Ordnungsdienstleiterin Mareike Schmidt erklärt Ordner Kai Meinhardt, an welcher Position er beim heutigen Spiel steht. Foto: Carolin Richter

Unterstützung bekommt er von Ordnungsdienst-Leiterin Mareike Schmidt. Vor Beginn des Spiels teilt sie ein,  welcher Ordner an welcher Position steht – am Eingang, am Zugang zu den Umkleiden, an den Fluchtwegen, auf der Tribüne oder am Spielfeldrand.

Ordner-Tausch ist die Regel

“Die Ordner tauschen ihre Positionen während des Spiels immer wieder durch, damit auch jeder die Chance hat ein bisschen vom Spiel zu sehen”, sagt Hahn. Erst wenn alle Zuschauer gegangen sind, hat das Sicherheits-Team der Altstadt Feierabend. “Die Fluchtwege müssen bis zur letzten Minute besetzt sein, damit man die Zuschauer, falls nötig, aus dem Stadion leiten kann.”