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Wohnen

Albtraum eigene Wohnung? Prestigeprojekt hugo49 in Bayreuth könnte für Eigentümer zum finanziellen Fiasko werden

hugo49 ist eines der großen Prestigeprojekte auf dem Immobilienmarkt in Bayreuth. Die neuen Eigentümer haben kurz vor Einzug ein riesiges Problem.

hugo49 in Bayreuth soll als Wohnraum in Bayreuth ein völlig neues Stadtquartier begründen. Diese Idee könnte jäh ausgebremst werden.

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Auf die frisch gebackenen hugo49-Eigentümer in Bayreuth könnte eine satte Kostensteigerung zukommen. Eine andere Möglichkeit ist die Insolvenz des Bauträgers – und damit das Ende des Traums vom neuen Eigenheim in Bayreuth-St. Georgen.

hugo49 in Bayreuth: Kostensteigerung für Eigentümer möglich

hugo49 in Bayreuth: Zukunft leben in Wohnungen mit zukunftsweisenden Wohnperspektiven – so verspricht es die Website des Prestigeprojekts in blumigen Wohlfühl-Worten. Doch statt Hochglanz-Marketing-Sprech droht den neuen Wohnungseigentümern im Stadtquartier hugo49 nun eine gänzlich andere Perspektive. Und die ist gar nicht gut. Auch das Ende so mancher hugo49-Träume ist nicht ausgeschlossen. Lesen Sie auch: Hier in Bayreuth sollen Hunderte Wohnungen gebaut werden.

An zwei Gebäuden auf der Großbaustelle in der Hugenottenstraße wird aktuell nicht gebaut. Bei den Bauabschnitten 2a und 2d konnte der Fertigstellungstermin Ende 2021 nicht gehalten werden. Der für die beiden Gebäude zuständige Generalunternehmer meldete Verzug und Zahlungsrückstände bei Lieferungen. Darüber informierte die Ficon Bayreuth GmbH mit Sitz im hessischen Bad Soden Mitte Dezember 2021 die zukünftigen Bewohner. Das bestätigte Ficon-Geschäftsführer Klaus Fickert dem bt persönlich. Einen Baustopp weist Fickert zurück. Er spricht lediglich von einer „Bauverzögerung“. Den Wohnungseigentümern drohen massive finanzielle Nachteile. Eine Anwaltskanzlei aus Bayreuth befasst sich aktuell mit Wohnen in den Gebäuden 2a und 2d von hugo49.




hugo49 in Bayreuth-St. Georgen mit Verzögerung beim Bau

Konkret betroffen sind nur die beiden Bauteile 2a und 2d. Dort sind 36 Wohnungen, 5 Penthouse-Wohnungen und 2 Gewerbe-Einheiten geplant. Doch es gibt Probleme bei der Fertigstellung. Es geht um Fenster. Der Generalunternehmer sei bei Lieferanten in Zahlungsrückstand geraten und habe die Fertigstellung zu den vertraglich vereinbarten Preisen nicht mehr halten können. „Ein hoher siebenstelliger Betrag ist offen“, sagt Fickert. Nach seiner Sicht der Dinge habe sich der Generalunternehmer geweigert, die Fenster zu bezahlen.

Ficon als Bauherr von hugo49 in Bayreuth habe den Eigentümern nun den 30. Juni 2022 als Einzugstermin in Aussicht gestellt. Wenn denn weitergebaut wird. Und wenn die Eigentümer auf Schadensersatzansprüche gegenüber Ficon verzichtet. „An uns liegt es nicht“, sagt Fickert. Auch für Mieter tut sich was in Bayreuth: Die Stadt hat die Einführung eines Mietspiegels beschlossen.

Drei Optionen für hugo49-Bewohner – und alle sind schlecht

Fickert gibt bereitwillig Auskunft über die neuesten Entwicklungen. „Im Juni hat eine Anwaltskanzlei aus Bayreuth die Eigentümer angeschrieben.“ Die hätten ihm zufolge nun drei Möglichkeiten. Erstens: „Die Kunden stimmen nachträglich einer Kostenerhöhung um zehn Prozent zu.“ Bei rund 4.500 Euro pro Quadratmeter alles andere als ein Pappenstiel. Zweitens: „Eine Rückabwicklung des Kaufs. Die Kunden erhielten in diesem Fall 103 Prozent der Kosten erstattet.“

Bei diesen Optionen habe es sich um eine unverbindliche Frage seitens der beauftragten Kanzlei gehandelt. „Die Stimmung soll ausgelotet werden. Tritt jemand vom Kauf zurück, doch es würde weitergebaut, würden wieder Wohnungen frei.“ Allerdings zum neuen, erhöhten Preis. Auch interessant: Im Landkreis Bayreuth sollen ein maroder Bau zum „Leuchtturmprojekt“ für modernes Wohnen ausgebaut werden.

Bauherr Ficon sieht den Ball nun im Feld der Kunden. Sollten zu wenige der Kostenerhöhung zustimmen, würde die dritte Option greifen. „Dann müsste der Bauträger einen Insolvenzantrag stellen“, prophezeit Fickert. Wie es dann mit den Gebäuden 2a und 2d von hugo49 weiterginge, wäre dann völlig offen.

Nicht alle Beteiligten des Stadtquartiers sind von den genannten Problemen betroffen. Reinhold Mayer, Leiter Immobilien und Projektentwicklung bei Präg Komfortbau GmbH & Co. KG, teilt dem bt mit, dass die Maßnahme Hugo Komfort, welche beim Stadtquartier ebenfalls Gebäude entstehen lässt, nicht von Verzögerungen im Bauablauf betroffen sei. „Der Baufortschritt ist sehr gut und liegt vollkommen in dem mit den Käufern vereinbarten Zeitplan“, so Mayer.