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Bayreuths Oberbürgermeisterkandidaten diskutieren in der Uni – nur eine fehlt

6. Februar 2020/in (20) Nachrichten aus Bayreuth, (20) Politik, 20_Nachrichten/von Redaktion

Zuletzt aktualisiert am 20. April 2020 | 11:18

Viele Statements und wenig Zeit diese vorzutragen. Die Oberbürgermeisterkandidaten stellten sich am Donnerstagabend (6.2.2020) fünf Wochen vor den Kommunalwahlen den Fragen des Studierendenparlaments der Uni Bayreuth. Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe ist nicht erschienen. Warum sie nicht gekommen ist, ist noch unbekannt.

Überblick der anwesenden Kandidaten

Mitglieder des Studierendenparlaments haben mehrere Fragerunden organisiert. In diesen mussten die Kandidaten ihren Standpunkt zu einer Frage darlegen. Einige dieser Standpunkte gibt’s hier im Text.

Thomas Ebersberger (CSU)

Thomas Ebersbeger ist der Oberbürgermeisterkandidat der CSU. Foto: Katharina Adler.

Für Thomas Ebersberger (CSU) ist es wichtig, dass jede Entscheidung die der Stadtrat fällt unter dem Aspekt des Klimaschutzes gefällt wird. Bei allem in was die Stadt investiere, müsse global gedacht werden. Mehr Grünflächen und mehr Solarflächen sind für ihn wichtige Schritte in die richtige Richtung. Ebersberger denkt, dass die E-Mobilität nur eine Übergangslösung ist. „Wir brauchen grüne Lungen und müssen schauen, dass wir Grünzeug, Bäume und Pflanzen ansäen und erweitern. Grünzeug ist für mich die sogenannte Spontan-Vegetation“, sagt er. Außerdem findet er es wichtig, sowohl die bestehenden Kulturvereine zu fördern, als auch neue zu unterstützen. In diesem Fall könne er sich nicht entscheiden, was für ihn mehr Gewicht hat.

Andreas Zippel (SPD)

Andreas Zippel ist der OB-Kandidat der SPD. Foto: Katharina Adler.

Andreas Zippel (SPD) ist der Meinung, dass der Klimanotstand ausgerufen werden sollte. „Er sorgt dafür, dass wir uns immer transparent mit Klima beschäftigen.“ Der Stadtfuhrpark könnte auf eine andere Mobilität umgestellt werden, es müsse aber nicht unbedingt die E-Mobilität sein. Die Straßenlaternen müssen für ihn nicht die ganze Nacht brennen, sondern könnten mit Sensoren funktionieren. Für Zippel steht fest, dass die E-Mobilität nicht die Zukunft ist, sondern nur für den Übergang taugt. Andere Technologien wie die Wasserstoffkraft gehören für ihn dagegen sehr wohl zur Zukunft. Die Digitalisierung der Stadtverwaltung ist noch lange nicht abgeschlossen. Aktuell kommen online verschickte Dokumente an die Stadt in einem Faxgerät heraus und müssen von den Mitarbeitern händisch in eine Datenbank eingetragen werden. Da sei noch viel Handlungsbedarf, sagt er.

Thomas Hacker (FDP)

Thomas Hacker ist der Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl der FDP. Foto: Katharina Adler.

Für den Kandidaten der FDP Thomas Hacker ist die Elektrifizierung der Bahnstrecke ein wichtiges Thema. „Da ich selbst öfter nach Berlin mit der Bahn fahre, weiß ich wie es ist mit dem „Lumpensammler“ zum Schluss nach Hause zu fahren“, sagt er. Auch Hacker ist für ein „Nebeneinander, Miteinander und nicht Gegeneinander“. Alles was in den letzten acht Jahren in Bayreuth liegen geblieben sei, müsse angepackt werden, findet er. Das positive an der Kommunalpolitik sei, dass schneller mehr bewegt werden könne. „Klima ist eine dringende Aufgabe für uns alle, aber kein Notstand“, sagt Hacker. Er möchte zudem Brückenlösungen über den Universitätsring bauen, um die Studierenden näher an die Stadt zu bringen.

Klaus Wührl-Struller (Die Grünen)

Dr. Klaus Wührl-Struller ist der Oberbürgermeisterkandidat der Grünen. Foto: Katharina Adler.

Klaus Wührl-Struller von den Grünen findet das Thema Mobilität wichtig. Der Bahnhof ist dabei ein Sorgenkind, weil die Stadt nur eingeschränkt Handlungsmöglichkeiten hat. Bei dem Haltepunkt Dürschnitz wäre zumindest die Möglichkeit da, die Elektrifizierung der Bahn weiter auszubauen. Wichtig bei diesem Thema ist ihm die Zusammenarbeit. „In unserem kleinen Gremium sollten wir Zusammenarbeiten und uns nicht die Köpfe zerhauen“, sagt Wührl-Struller. Das Radnetz sei ebenso ein wichtiger Punkt. „Da können wir uns vom Nachbarn Holland viel abschauen“, meint er. Für ihn ist es wichtiger persönlich mit den Menschen zu reden, als über eine App zu kommunizieren. Außerdem hat Wührl-Struller einen großen Wunsch: Er möchte 75.000 Bäume pflanzen. Rein rechnerisch wären 30 Prozent der Flächen die die Stadt als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen haben, für die Baumbepflanzungen nutzbar, meint er.

Stefan Schuh (Junges Bayreuth)

Stefan Schuh ist der OB-Kandidat für das Junge Bayreuth. Foto: Katharina Adler.

Stefan Schuh wird von dem Verein Junges Bayreuth e.V. als Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in den Ring geschickt. Für ihn gehört zur Infrastruktur auch das Betreuungsangebot für Kinder. Da sieht es für ihn noch mau aus. Schuh findet es schwierig, dass Familien und Studierenden um die Wohnungen in Bayreuth konkurrieren müssen. Daran müsse dringend etwas geändert werden. Das Thema Wasserrohrbrüche beschäftigt auch den Politiker. „Man hat das Gefühl es wird erst dann etwas gemacht, wenn etwas passiert ist“, sagt Schuh. Deswegen müsse nicht nur das Wasserrohrnetz saniert werden, sondern sich auch über das städtische Kanalnetz Gedanken gemacht werden. Außerdem findet er es schade, dass das Freizeitangebot für Familien in den Wilhelmineauen vernachlässigt wird. „Es gibt an dem Rand der Wilhelmineauen ein Kletternetz und das wars dann. Der Wasserspielplatz ist heruntergekommen und kaum mehr nutzbar. Dabei ist der noch nicht so alt“, prangert er an. Außerdem fehlen ihm schattige Rückzugsorte in den Auen. „Da ist dann Platz für deine Bäume“, wendet er sich an Klaus Wührl-Struller.

Gert-Dieter Meier (Die Unabhängigen)

Gert-Dieter Meier tritt für die Unabhängigen den Kampf um den Posten des Oberbürgermeisters an. Foto: Katharina Adler.

Es braucht prinzipiell eine grundlegende Änderung der Infrastruktur. „Bei den Schulen haben wir ein riesiges Problem in Bayreuth durch den großen Investitionsstau“, sagt Meier. Auch bei der Universität sieht er ein Problem. Denn zu viele Studenten verlassen nach ihrem Studium Bayreuth. Der Wohnungsbau ist das nächste große Thema. „Dafür müssen neue Modelle geschaffen werden, auch für den sozialen Wohnungsbau.“ Außerdem müsse besser zwischen der Stadt und den umliegenden Gemeinden kommuniziert werden. Zusätzlich muss die Stadtverwaltung digitalisiert werden. Für ihn ist der Livestream des Stadtrats ein Abenteuer. Da müsse sich dringend etwas ändern, denn so würde niemand dazu motiviert werden, Politik zu machen.

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