Polizei

Irrer Corona-Einsatz für Beamte der Polizei Kulmbach: Drei Männer mussten in die Ausnüchterungszelle

Diese Nacht von Freitag auf Samstag (6.2.2021) im Landkreis Kulmbach werden alle Beteiligten nicht so schnell vergessen. 

Feiern und gemeinsamer Alkoholkonsum sind aufgrund der aktuellen Corona-Lage tabu. Mit einem Verstoß gegen die hier einschlägigen Verordnungen nicht genug – hat eine Party in der Nacht von Freitag auf Samstag (6.2.2021) für drei junge Männer aus dem Landkreis Kulmbach in der Haftzelle geendet und mündet nun in einer Fülle von Anzeigen. Im selben Zeitraum haben drei Männer aus verschiedenen Gründen in Wunsiedel gegen die Ausgangssperre verstoßen.

Irrer Corona-Einsatz für Beamte der Polizei Kulmbach: Drei Männer mussten in die Ausnüchterungszelle

Kurz vor Mitternacht fiel einer Kulmbacher Polizeistreife eine Zusammenkunft zahlreicher junger Leute unterhalb einer Brücke in der Nähe der Mainleuser Friedhofstraße auf. Da derartige Feierlichkeiten aktuell verboten sind, das festgestellte Trinkgelage noch dazu während der Ausgangsbeschränkung nach 21:00 Uhr im öffentlichen Raum stattfand, schritten die Beamten ein. Was bis zu diesem Zeitpunkt mit mahnenden Worten und Ordnungswidrigkeitenverfahren vergleichsweise glimpflich abzuhandeln gewesen wäre, entwickelte jedoch eine ungeahnte Dynamik.

Kläglicher aber kinoreifer Fluchtversuch: Polizei Kulmbach greift durch

Als die Polizisten näher kamen, traten zwei junge Männer gegen Mülleimer, zerschlugen Flaschen und versuchten, ein Verkehrsschild umzubiegen. Schließlich wollten sie fliehen. Das hat aber nicht geklappt. Ein 21-Jähriger beschädigte zuerst noch einen Zaun aber dann klickten die Handschellen und es ging ab in den Streifenwagen.

Beim kläglichen Fluchtversuch seines Mittäters, einem 19-jährigen aus der gleichen Gemeinde, kamen den Polizisten die Naturgewalten zu Hilfe. Er unterschätzte den durch den Regen gestiegenen Wasserstand des Mains und konnte nach einem unfreiwilligen Vollbad reichlich durchnässt in Empfang genommen werden. Da er sich auch nass und frierend nicht geschlagen geben wollte und lautstark seinen Widerstand ankündigte, klickten auch bei ihm die Handschellen.

Barfuß in der Botanik: Die Polizei Kulmbach hatte auch für diesen Mann ein warmes Plätzchen

Dann gesellte sich ein bislang Unbekannter hinzu, der die Gunst der Stunde nutzte und mit einem kräftigen Fußtritt die Tür des Streifenwagens beschädigte. Er verschwand bislang unerkannt in der Dunkelheit, die Fahndung nach dem Vandalen entpuppte sich jedoch als glücklichen Umstand für einen 22-jährigen Kulmbacher.

Dieser war an der vorangegangenen Zerstörungswut vermutlich unbeteiligt, weil er volltrunken und barfuß bei Temperaturen um den Gefrierpunkt seinen Rausch mitten in der Botanik ausschlief. Auch für ihn fand sich eine beheizte Räumlichkeit in der Polizeidienststelle, von wo aus alle drei am nächsten Morgen ihren Heimweg antreten konnten. Im Gepäck hatten sie dann neben alkoholbedingtem Kopfschmerz auch noch diverse Anzeigen wegen der Verstöße nach dem Infektionsschutzgesetz, wegen falscher Namensangabe und Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung und Beleidigung.

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß