Tiere

Katzen sind länger krank: Tierhilfe im Kreis Bayreuth mit über 100 Tieren ausgelastet

Die Tierhilfe Weidenberg und Umgebung operiert aktuell am Limit.  Über 100 Tiere sind aktuell in Beherbergung. Mit vermehrten Corona-Tier-Rückgaben habe dies allerdings nichts zu tun.

Harald Hahnefeld, Vorstand der Tierhilfe Weidenberg und Umgebung e.V., spricht mit dem bt über die aktuelle Situation im Verein.

Für die Katzenaufnahme musste kürzlich ein Aufnahmestopp verkündet werden. Außerdem seien insbesondere Katzen vermehrt krank.

Tierhilfe im Kreis Bayreuth ausgelastet

Aktuell gebe es laut Hahnefeld 30 Pflegestellen im Verein – diese seien derzeit überbelegt. Teilweise werden pflegebedürftige Tiere auf ehrenamtlicher Basis auch in private Pflege genommen. Dies gestalte sich allerdings auch schwierig, da manche Vereinsmitglieder eigene Haustiere hätten, die keine anderen Tiere dulden, so Hahnefeld. Auch im Tierheim Bayreuth warten viele Tiere auf Vermittlung.

Die berüchtigten „Corona-Tiere“ seien keineswegs für die Vielzahl an Tieren bei der Tierhilfe Weidenberg verantwortlich: „Vielleicht zwei oder drei Prozent von unseren Tieren sind solche Corona-Rückgaben.“ Etwa ein Viertel seien Abgaben aus verschiedenen Gründen, weil z.B. in der Haushaltsfamilie eine Allergie entwickelt wurde.

Tierhilfe im Kreis Bayreuth muss Tiere länger beherbergen

Der Hauptteil der Tiere komme laut Hahnefeld aus der Kastration von Katzenpopulationen. Dass es in Bayern abgesehen von Pfaffenhofen auch keine Kastrationspflicht gibt, sorge mitunter für kränkere und immunschwächere Katzen. Die Krankheiten werden immer hartnäckiger.

Dadurch müssten die Katzen länger, teilweise über Monate, gänzlich gesund gepflegt werden und könnten nicht so schnell weiter vermittelt werden. „Das ist der Hauptgrund, warum es aktuell so schlimm ist, obwohl wir kaum Corona-Tiere bekommen. Wir müssen die Tiere einfach länger behalten“, verrät Hahnefeld.

Tierhilfe über Mitgliedsbeiträge finanziert – kaum lokale Förderungen

Hahnefeld klagt außerdem über den Mangel an Förderungen für Tiervereine in der Politik. Der Verein finanziere sich fast ausschließlich über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Flohmarktverkäufe, während insbesondere lokale Politiker sich eher scheuten, Förderungen zu geben. Dabei kosten Kastrationen und Impfungen ordentliche Summen Geld.

Weitere Infos zur Tierhilfe Weidenberg und Umgebung e.V. und wie man ihr aushelfen kann, sind auf der Website des Vereins zu finden.