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Wirtsgogl-G’schichtla: Vom Schnaps und Christbaumschauen

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In Folge 15 erzählt Adrian Roßner von dem modernen Brauch des Christbaumschauens.

Wirtsgogl-G’schichtla: Wie ein Oberfranke das Feuerzeug erfand

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Adrian Roßner - Der Wirtsgogl

Adrian Roßner, Foto: Privat

Adrian Roßner ist einer der jüngsten Heimatforscher Deutschlands und kommt aus der Region Bayreuth: In seiner bt-Serie „Wirtsgogl-Gschichtla“ gibt er regelmäßig Einblicke in seinen Fundus an kuriosen Geschichten, unglaublichen Erzählungen und Besonderheiten aus unserer Region.

In Teil 13 der Serie erzählt Adrian Roßner von einer zündenden Idee aus dem Fichtelgebirge, die die ganze Welt revolutionierte.

Hier die aktuellste Geschichte des Wirtsgogl als Text und als Podcast zum Anhören.

 

 


Wirtsgogl-G’schichtla #13 als Podcast zum Anhören


Wussten Sie schon…
…dass die zündende Idee eines Münchbergers die Welt revolutionierte?

Die Geschichte der Menschheit kennt verschiedene Momente höchster Erfindungskunst, die – sei es durch logisches Denken oder durch bloßen Zufall – ihre Entwicklung maßgeblich beeinflussten. Die „Zähmung des Feuers“ ist eine davon und ermöglichte in der Folge nicht allein das Kochen der Nahrung, sondern auch die Herstellung metallener Werkzeuge. Heute freilich ist keinerlei Zauberei mehr vonnöten, um die Flammen emporlodern zu lassen, da beinahe jeder sein „Feuer-Zeug“ (anfangs Feuerstein, Schlageisen und Zunder) in der Tasche stecken hat. An dieser unscheinbaren Erfindung jedoch hat ein Oberfranke großen Anteil.

Traumberuf: Apotheker

Johann Wolfgang Döbereiner stammt aus Hof, wo er am 13. Dezember 1780 das berühmte Licht der Welt erblickte. Bereits wenige Monate nach der Geburt des Sohnes verzog die Familie des Kutschers Johann Adam Döbereiner nach Bug, wo sich letzterer zum Gutsverwalter des Ansitzes derer von Lindenfels hocharbeitete. In Anbetracht dieser Karriere erschien es nur logisch, dass sein Sohn diese Position einmal übernehmen würde – doch hatte der andere Pläne.

Foto: Privat

Schon in jungen Jahren stahl sich Johann Wolfgang heimlich davon, um beim Weißdorfer Pfarrer David Weiß Einblicke in die Welt der Wissenschaft zu sammeln: Die von ihm entliehenen Bücher las er heimlich und mithilfe einer selbstgebauten Lampe unter der Bettdecke, um es vor dem Vater zu verbergen; in den Brauhäusern fand er zeitgleich Gefallen an chemischen Prozessen, die er sich von den Braumeistern erklären ließ. Nach mehrmaligen Bitten und Betteln – und der Fürsprache seiner Mutter, sowie des Weißdorfer Pfarrherren – willigte Johann Adam schließlich ein, seinem Sohn den lang gehegten Wunsch zu erfüllen und ihn nach Münchberg zu schicken, wo er seine Lehre antreten wollte.

Im Alter von 14 Jahren kam Johann Wolfgang Döbereiner zum Stadtapotheker Christian Ernst Lotz, der es ihm endlich gestattete, den aufgeweckten Geist auszuleben und Antworten auf die brennendsten Fragen zu suchen. An verschiedenen Universitäten holte er die fehlende Bildung nach der Lehrzeit nach, ehe er als 22-Jähriger nach Münchberg zurückkehrte.

Gerüchteküche brodelt

Der Stadtmagistrat jedoch zeigte sich von seinem Vorhaben, eine eigene Apotheke zu eröffnen, derart erschüttert, dass Johann Wolfgang der Stadt schließlich den Rücken kehrte, um im nahen Gefrees eine „Drogen – und Landesproduktenhandlung“ zu eröffnen. In einer kleinen Fabrik im Nebengebäude tüftelte er bis spät in die Nacht hinein an verschiedenen Experimenten, was natürlich die Neugier der Nachbarn weckte.

Bald schon kursierten Gerüchte über den leicht verschroben wirkenden Mann, die dadurch genährt wurden, dass hin und wieder kleine Explosionen sein Haus erschütterten. Als einzige Möglichkeit, einem drohenden Rechtsstreit zu entgehen, verzog er mit seiner zwischenzeitlich gegründeten Familie wiederum in die alte geistige Heimat, Münchberg, und nahm eine Anstellung im Betrieb seines Schwagers an. Bei jener Firma handelte es sich um die Färberei Knab&Linhardt, die später als „Aktienfärberei“ selbst einige Patente auf den Weg bringen sollte. Den Grundstock für den Erfolg des Betriebes legte dabei kein geringerer als Döbereiner, der die Firma nicht nur kaufmännisch auf den neuesten Stand brachte, sondern mittels der „Chlor-Bleiche“ auch modernste Produktionsverfahren einführte.

Aufstieg zum Professor für Chemie

Im Anschluss an einen letzten Umzug nach Bayreuth, wo er zwischenzeitlich die Leitung der Brauerei des Gutes St. Johannes übernommen hatte, drohte die kleine Familie schließlich endgültig in die Armut abzugleiten: Zu gering war das Auskommen des Vaters, der sich lieber auf seine Experimente konzentrierte, als geldbringende Aufträge anzunehmen. Adolph Ferdinand Gehlen, der in seinem „Neuen allgemeinen Journal der Chemie“ bereits einige Texte Döbereiners veröffentlicht hatte, sprang schließlich für den liebgewonnenen Schützling ein und verschaffte ihm eine Anstellung als Professor der Chemie, Pharmazie und Technologie an der Universität in Jena.

Schnell wurde er, der sich sein gesamtes Wissen durch Experimente und Versuche angeeignet hatte, aufgrund seiner Begeisterungsfähigkeit immer beliebter bei den Studenten – und verhasster bei den Kollegen, die sich über den Dunst und Qualm im Lehrsaal beschwerten, der nach Döbereiners sehr praktisch-ausgelegter Vorlesung die Atemwege reizte.

Revolutionäre Erfindungen

In den folgenden Jahren, in denen selbst Johann Wolfgang von Goethe zu seinen engsten Freunden zählte und er, unter anderem begünstigt durch die genervten Briefe der Kollegen, die Einrichtung einer eigenen Pharmakologischen Anstalt in Jena durchsetzen konnte, gelangen Döbereiner mehr und mehr Erfindungen, die vor allem die Chemie revolutionierten: So war er es, der als erster die chemischen Elemente anhand ihres Gewichtes gruppierte und in ein Triadensystem einordnete, womit er den Grundstock für eben jenes Periodensystem legte, das noch heute im Chemieunterricht Verwendung findet.

Erfinder des Feuerzeugs

Bereits 1816 führte seine Katalyse-Forschung zu einem ersten Erfolg, als er aus Kohle und Wasser ein sogenanntes „Lichtgas“ herstellte und, praktisch nebenbei, eine Methode der Schnellessigfabrikation erfand. Durch seine Anstellung als Berater des Königs und die enge Freundschaft mit Goethe kam Döbereiner schließlich auch in den Genuss, die russische Erbprinzessin Maria Paulowna kennenzulernen, die ihn für seine folgenden Versuche das nötige Platin verschaffte. Mithilfe dieses seltenen Stoffes gelang ihm 1823 die Erfindung einer Zündmaschine, die die Grundlage für das noch weit ins 20. Jahrhundert gebräuchliche Katalysator-Feuerzeug darstellt.

Symbolbild: pixabay

Mehr oder weniger nebenher publizierte er in unzähligen Fachzeitschriften und Monographien einige Auszüge aus seinen breiten Forschungsfeldern. Während dieser ganzen Zeit blieb er Jena, trotz verlockender Angebote anderer Universitäten und selbst des Zaren von Russland, treu ergeben und fand schließlich Aufnahme in den Kreis der „Großen von Weimar“. Zudem verschlug es ihn aber auch immer wieder in die alte Heimat: Nachgewiesen sind unzählige Besuche in Weißdorf und Münchberg, die seine Verbundenheit zur Region, in der die Grundlage all seines Schaffens lag, deutlich machen.

Tod durch chemische Stoffe

Am Ende eines arbeits- und strebsamen Lebens, zahlreicher Erfindungen und grundlegender Experimente, sowie der Zeugung von alles in allem neun Kindern, war es die Wissenschaft selbst, die Döbereiner den Tod brachte: Vermutlich aufgrund der Eigenheit, chemische Stoffe durch das Kosten mit der Zunge zu identifizieren, zog er sich schließlich Speiseröhrenkrebs zu und verstarb am 24. März 1849. Bis heute jedoch gilt er als einer der wichtigsten Pioniere der chemischen Forschung, als Wegbereiter der modernen Wissenschaft und in zahlreichen Städten, die allein seine kurze Anwesenheit genießen konnten, als Ehrenbürger.


Text: Adrian Roßner


Mehr vom Wirtsgogl

Wirtsgogl-G’schichtla: Der Siegeszug des weißen Goldes

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Adrian Roßner - Der Wirtsgogl

Adrian Roßner, Foto: Privat

Adrian Roßner ist einer der jüngsten Heimatforscher Deutschlands und kommt aus der Region: In seiner bt-Serie „Wirtsgogl-Gschichtla“ gibt er regelmäßig Einblicke in seinen Fundus an kuriosen Geschichten, unglaublichen Erzählungen und Besonderheiten aus unserer Region.

In Teil 12 der Serie erzählt Adrian Roßner vom Siegeszug des weißen Goldes.

Hier die aktuellste Geschichte des Wirtsgogl als Text und als Podcast zum Anhören.

 

 


Wirtsgogl G’schichtla #12 als Podcast zum Anhören


Hutschenreuther – Der Siegeszug des weißen Goldes

KPM, Meißen, Nymphenburg, Hutschenreuther und Rosenthal: Nicht erst durch die große Beliebtheit der sogenannten „Ratgebershows“ sind diese Namen beinahe jedem ein Begriff, der sich für Antiquitäten begeistert. Immerhin gelten sie teils gar als Inbegriff der keramischen Kunstfertigkeit, deren fragile Erzeugnisse bis heute faszinieren. Was dabei oft in Vergessenheit gerät: Wenngleich die eigentliche Erfindung des Porzellans bereits im 7. Jahrhundert in China stattgefunden haben dürfte – ein Fakt, dem man im englischsprachigen Raum durch die Bezeichnung „china“ für entsprechende Produkte Tribut zollt – ist das Fichtelgebirge als eines der Zentren der europäischen Produktion zu nennen, was in erster Linie mit dem wegweisenden Wirken Carolus Magnus Hutschenreuthers zusammenhängt.

Porzellan, der ganze Stolz des 18. Jahrhunderts

Dessen Lebensgeschichte beginnt im Thüringischen: Geboren am 9. April 1794 kam das Zweitjüngste von 16 Geschwistern schon früh mit der Herstellung des „Weißen Goldes“ in Kontakt und erlernte schließlich im väterlichen Betrieb in Wallendorf die Porzellanmalerei. Entsprechend der damaligen Handelswege fand der Vertrieb der Produkte meist in der näheren Umgebung statt, doch zog es Carolus auch vermehrt in die böhmischen Bäderregionen und nach Ostbayern. Ausschlaggebend für diese anwachsenden Handels-Strukturen war ein grundlegender Wandel in der Gesellschaft.

Symbolbild: pixabay

Hatte Porzellan im absolutistisch geprägten 18. Jahrhundert noch als Schatzkammer-Objekt der Regenten sein Dasein fristen müssen, galt es nun, in der Zeit der industriellen Blüte und des Aufstiegs eines neuen „Bürgertums“, als Prestige-Gegenstand, den man voller Stolz in den schmucken Biedermeier-Kommoden drapierte.

Der Liebe wegen nach Hohenberg

Hutschenreuther kam im Rahmen dieser Vertriebsreisen, die er seit dem 18. Lebensjahr eigenverantwortlich durchführte, auch nach Hohenberg, wo er auf Johanna Maria Barbara Reuß traf; eine Bekanntschaft, die seinen weiteren Lebensweg privat wie auch beruflich entscheidend beeinflusste. Mit ihr ließ er sich 1814 in Hohenberg nieder und begann damit, weiße Importware in einer kleinen Werkstatt kunstvoll zu veredeln. Nach der Hochzeit im Jahr 1816 begab er sich – so jedenfalls berichtete er es selbst – eines Tages zusammen mit seinem Schwiegervater, der als Förster recht gut mit der Umgebung vertraut war, auf eine Wanderschaft, die die beiden zu einem Vorkommen „weißen Laimens“ führte.

Symbolbild: pixabay

Schnell erkannte Hutschenreuther darin eben jenes Kaolin, das den Brand weißen Porzellans ermöglichte. Über dessen Bedeutung dürfte er während seiner Ausbildung bei seinem Vater aufgeklärt worden sein: Im elterlichen Betrieb in Wallendorf setzte man den Stoff nachweislich seit 1780 ein, um einen besonders reinen Scherben herstellen zu können, der sich vom einfacheren Böttger-Steinzeug (benannt nach dem Erfinder des europäischen Porzellans) unterschied. Postwendend entwickelte Hutschenreuther daraufhin den Plan, eine eigene Produktionsstätte einzurichten, doch wurde einem entsprechenden Gesuch von der Regierung eine Abfuhr erteilt: Insbesondere mit Blick auf die Manufaktur in Nymphenburg fürchtete man einen ungesunden Wettbewerb, der am Ende dazu führen könnte, das Monopol der kurfürstlichen Produktionsstätte zu brechen.

Vorreiter in der Porzellanindustrie

Hutschenreuther ließ sich von diesen Rückschlägen nicht verunsichern, suchte die Nähe zum kapitalstarken Gutsbesitzer Christian Paul Aecker und schaffte es schließlich 1819 mit dessen Unterstützung, das ehemalige Alaun-Werk „Freundschaft“ nahe Hohenberg zu erwerben. Nach mehreren behördlichen Spießrutenläufen und den Beschwerden der Anwohner, die eine Holzverknappung durch den Betrieb des Brennofens fürchteten, erhielt er im November 1822 die Concession zur Errichtung einer „Porcellain-Fabrique“, die sich zuerst auf die Herstellung von Puppenköpfen, Mokkaschalen und Kaffeegeschirr konzentrierte. Damit zeigte Hutschenreuther realwirtschaftliches Geschick: Immerhin waren „Coffeeschenken“ erst seit den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts zu größerer Bekanntheit gekommen und galten seither als Rückzugsort eben jenes Bürgertums, das er mit seinen Waren anzusprechen plante.

Symbolbild: pixabay

Die Produkte waren demnach exakt dem Zeitgeschmack nachempfunden, was ihm schnell einen Vorteil gegenüber den alteingesessenen Herstellern verschaffte. Trotz dieser grundsätzlich richtigen Entscheidung blieb der Erfolg anfangs aus: Der Absatz ins Ausland stockte und die insgesamt nur zehn Mitarbeiter fertigten lediglich 80 Zentner Ware pro Jahr. Anders als seine Konkurrenten, die postwendend das baldige Ende prophezeiten, ließ sich Hutschenreuther von diesen Zahlen jedoch nicht beirren und wenngleich ein Gesuch bei der Regierung um finanzielle Unterstützung abgelehnt wurde, investierte er kräftig in den Ausbau der Anlagen: An der Eger installierte er eine wassergetriebene Masse-Mühle und schaffte zusätzlich einen zweiten Brennofen an – immense Ausgaben, um seinen unrentablen Betrieb doch noch zu retten. Was niemand für möglich hielt: Es klappte. Bis einschließlich 1838 wurde die Firma saniert, die Mitarbeiterzahlen stiegen auf 80 bis 90 Personen, die Produktion näherte sich der Marke von 450 Zentnern Ware pro Jahr.

Bei all jenen Erfolgen vergaß Hutschenreuther, dem selbst erst spät die entsprechende Würdigung seiner Verdienste zukam (noch 1843 wurde seiner Aufnahme in die Bürgerschaft Hohenbergs widersprochen), jedoch nie die Probleme seiner Angestellten, für die er schon 1837 eine Betriebskrankenkasse eingerichtet hatte.

Tradition setzt sich fort

Am 10. November 1845 starb der Umtriebige an einer „Brustentzündung“. Das Werk hinterließ er seiner Witwe, die es 1860 an ihren zweitgeborenen Sohn Christian Wilhelm Leonhard Hutschenreuther übergab. Gleichzeitig nahm die Bekanntheit des Sortiments, das mittlerweile beinahe alle möglichen Produkte aus Porzellan umfasste, stetig zu. Die Arbeiterschaft wuchs auf schließlich 400 Personen, der Siegeszug des weißen Goldes hatte endgültig begonnen.

Symbolbild: pixabay

Bis in die 1920er Jahre hinein galt es unzweifelhaft als Statussymbol ersten Ranges und wurde in unzähligen Formen wie Variationen auf den Markt gebracht, doch begann dieser „Boom“ ab der Mitte des 20. Jahrhunderts langsam abzuflauen, nachdem sich die Formensprache in der Kunst gewandelt hatte: Gropius’ Bauhaus und andere wegweisende Denker hatten sie der Nutzbarkeit unterworfen – nicht mehr blendender Pomp und goldkaschierte Dekadenz sollten im Fokus stehen, sondern die schlichte Eleganz, an die sich auch das Porzellan anzupassen hatte.

Von übermäßiger Dekadenz zu schlichter Eleganz

Einer, der diesen Wandel par excellence für sein eigenes Unternehmen zu nutzen verstand, war Philip Rosenthal. 1950 trat er als Leiter der Designabteilung in die Fabrik seines Vaters ein und arbeitete sich innerhalb von knapp acht Jahren zum Vorsitzenden des Vorstands empor. Mit ihm begann die dritte Blüte des weißen Goldes, das nun jedoch nicht mehr als eine Art von Herrschaftssymbol der absolutistischen Monarchen oder als Aushängeschild eines aufstrebenden Bürgertums galt, sondern schlicht als Ausdruck der künstlerischen Moderne. Durch die Einführung der Studio-Line gelang ihm das, was viele Firmen bis heute ihren Kunden ans Herz legen: Eine Fokussierung nicht allein auf das Produkt, sondern auf ein damit einhergehendes Lebensgefühl, das durch die Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern wie Wagenfeld, Loewy und Wiinblad als Ausdruck seiner ganz eigenen Zeitstellung dienen kann.

Symbolbild: pixabay

Bis heute existieren die Firmen Hutschenreuther und Rosenthal und legen damit Zeugnis über die Bedeutung unserer Region in der Geschichte des europäischen Porzellans ab: Durch den Vordenker C.M. Hutschenreuther, der sich auch durch vermehrte Rückschläge nicht von seinem Weg abbringen ließ, und durch Philip Rosenthal, der durch sein Denken in neuen Bahnen die Renaissance des weißen Goldes einleitete und damit wie kein zweiter an dessen Anziehungskraft durch Eleganz und Kunsthandwerk mitwirkte, wird seine Entwicklung bis heute beeinflusst.


Text: Adrian Roßner


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Fußball in der Region: Foto aus den ersten Tagen aufgetaucht

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Der Lokalhistoriker Adrian Roßner schätzt, dass es sich um eine der frühesten Quellen der lokalen Fußballgeschichte handeln könnte. Beim Stöbern im Internet ist er auf einen Händler aufmerksam geworden, der ein ganz besonderes Foto feilbot. Darauf zu sehen sind die Fußballmannschaften des 1. FC Bayreuth und des FC Münchberg, in Reih’ und Glied aufgestellt auf dem Münchberger Klosterplatz.

Foto: Adrian Roßner

Das Besondere daran: Notizen auf der Rückseite des Fotos zufolge stammt die Aufnahme aus dem Jahr 1911. Der FC Münchberg war zu dieser Zeit gerade ein Jahr alt, genauso wie der 1. FC Bayreuth. Bei den Bayreuthern kommt hinzu: Sie waren anfangs nur zwei Jahre ein eigenständiger Verein. Ab 1912 ging der FC in der Bayreuther Turnerschaft auf. bt-Hobbyhistoriker Stephan Müller hat sich intensiv mit der Geschichte der Turnerschaft beschäftigt. Er sagt, dass der 1. FC erst 1923 wieder eigenständig wurde.

Ich glaube wirklich, dass es nicht viele Fotos aus dieser aller ersten Phase gibt.

(Stephan Müller)

Wie das “Wettspiel” am 14. Mai 1911 ausging, ist auf der Rückseite des Fotos freilich auch vermerkt. Die Bayreuther schlugen Münchberg mit 3:1.

Solche Aufnahmen stellen für die Heimatforschung und die Regionalgeschichte einen unschätzbaren Wert dar, da sie Einblicke in das normale, alltägliche Leben der Menschen erlauben.

(Adrian Roßner)