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Der perfekte Job? Zwei Jungunternehmerinnen aus Bayreuth sind ihm auf der Spur

Das Start-up Jobtrüffel hebt die Vorzüge regionaler Arbeitgeber hervor. Hinter dem Projekt stehen zwei aufstrebende Jungunternehmerinnen aus Bayreuth.

„‚Okay, wo bewerbe ich mich eigentlich?‘ Das war die Kernfrage, die wir uns nach dem Studium gestellt haben, als wir auf Jobsuche gegangen sind“, berichtet Patricia Knoll. Sie spricht von sich und ihrer Mitgründerin Olivia Hofmann. Aus dieser Frage erwuchs dann die Erkenntnis, dass genau das ihr Job sein könnte: jungen Menschen die Vorzüge regionaler Arbeitgeber sichtbar zu machen. 2020 war es dann soweit: Die beiden aufstrebenden Gründerinnen aus Bayreuth haben Jobtrüffel gegründet. Mittlerweile unterstützt die Stadt Bayreuth Start-ups bei der Existenzgründung.

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„Die Jobs, die besser zur einzelnen Person passen als andere, wollen wir Absolventen anhand der Benefits aufzeigen. Echte Trüffel eben“, führt Knoll weiter aus. Genauso wie ihre Mitgründerin Hofmann hat sie in Bayreuth BWL studiert. Im Masterstudiengang sollte es dann die Vertiefung Technology, Operations, Processes sein, mit der sich die beiden Frauen das Rüstzeug für ihr Start-up Jobtrüffel angeeignet haben. Der Universität Bayreuth wird regelmäßig eine exzellente Ausbildung bestätigt.

Die gleiche Ausbildung der beiden hat sogar noch die früher begonnen. „Wir sind seit der sechsten Klasse gemeinsam aufs MWG in Bayreuth gegangen. Wir sind echte Freundinnen, die sehr ähnlich ticken“, blickt Knoll auf ihre Schulzeit zurück.

Start-up-Gründerin aus Bayreuth: „Arbeitszeit ist wertvolle Lebenszeit“

Das gemeinsame Start-up Jobtrüffel soll dabei mehr sein als nur eine Jobbörse. „Wir möchten Absolventen bei der Suche nach einen Job helfen, der auch individuelle Bedürfnisse berücksichtigt. Arbeit und Leben sollen und müssen miteinander in Einklang gebracht werden. Work-Life-Balance ist das große Stichwort unserer Zeit“, spannt Knoll einen Bogen zum großen Ganzen. „Arbeitszeit ist wertvolle Lebenszeit. Da sollte das Drumherum passen, damit man sich wohlfühlt“, ist sie überzeugt.

So funktioniert das Start-up Jobtrüffel aus Bayreuth

„Die Attraktivität und Vorteile der regionalen Arbeitgeber sollen sichtbar gemacht werden. Wer sich die gleiche Frage wie Olivia und ich vor ein paar Jahren stellt – ‚welcher Job passt zu mir?‘, der soll auf Jobtrüffel auch eine Antwort bekommen. Die lautet idealerweise „Hey, in Bayreuth und Umgebung gibt es ja richtig coole Jobs“. Mit ‚coole Jobs‘ meint Knoll Jobs, deren Rahmenbedingungen passen. 

Knoll verweist auf ein integriertes Standortmarketing, Unternehmensprofile und weiche Filter, die sich auf das Leben des Jobsuchenden beziehen. „Der eine sportelt gerne in der Freizeit in Gesellschaft? – Wir zeigen ihm Unternehmen mit Sportgruppen. Der nächste sucht einen Kitaplatz fürs Kind? Wir machen ihn auf Unternehmen mit Platz-Kontingenten aufmerksam.“

Im Angesicht sinkender Corona-Inzidenzen wünschen sich viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter im Büro zurück.

Entscheidung für einen Job auch „von Emotionen getrieben“

Knoll wolle mit ihrem Jobtrüffel auch die Gefühlswelten der Jobsuchenden berühren, wie sie sagt. „Die jungen Erwachsenen von heute sind mit Smartphone und Facebook aufgewachsen. Das sind alle Digital Natives, die nichts verpassen möchten. Unsere Generation ist von Emotionen getrieben. Dazu gehört mittlerweile auch die Arbeitswelt.“  

Nachdem Knoll und Hofmann verschiedene regionale Jobbörsen gemeinsam analysiert haben, stellten sie fest: „Auf keine Plattform traf das so zu, wie wir es uns selbst gewünscht haben. Mit ihrem Start-up Jobtrüffel wollen die Jungunternehmerinnen das ändern. „Die Informationen zu Arbeitgebern müssen übersichtlich aufbereitet werden. ‚User Experience‘ lautet das Zauberwort. Davon profitieren auch die Arbeitgeber. Passt deren Umfeld zum Bewerber, können sie sich auf langfristige Anstellungen ohne schnelle Jobwechsel freuen.“

Um auf das digitale Arbeitsleben vorbereitet zu sein, werden bereits Kinder behutsam an die Online-Welt herangeführt.

Jobtrüffel nennt Freizeit in Fichtelgebirge und Fränkischer Schweiz

Aktuell konzentriert sich der Jobtrüffel von Knoll und Hofmann auf die Region um Bayreuth sowie die nördliche Oberpfalz. „Leute, die von hier stammen, sollen hier auch bleiben wollen. Das gleiche gilt für junge Talente von außerhalb, die wegen des Studiums hierher gekommen sind.“

Knoll berichtet von Kommilltonen an der Uni, die Vorurteile gegenüber Bayreuth gehabt hätten. „Für jemanden, der aus der Großstadt kommt, mag das auf den ersten Blick provinziell wirken. Auf den zweiten Blick erkennt er, dass die Lebenshaltungskosten moderat sind, das Bier gut schmeckt und Fränkische Schweiz und Fichtelgebirge eine Fülle von Freizeitaktivitäten bieten. So profitiere auch der Standort von Jobtrüffel. Selbst italienisches Flair kann man in der Freizeit vor den Toren Bayreuths finden.

Nominiert für den Unternehmerinnen-Award in Oberfranken

Noch ehe es mit ihrem Start-up losging, haben Knoll und Hofmann mit ihrem Jobtrüffel offensichtlich mächtig Eindruck gemacht. Sie waren bereits für den Unternehmerinnen-Award 2019 Oberfranken der Mittelstandsvereinigung BVMW nominiert. „Diese Erfahrung hat uns einen zusätzlichen Schub gegeben“, blickt Knoll zurück. „Für uns war das die Bestätigung, dass wir mit unserem Start-up auf dem richtigen Weg sind.

Ausführliche Informationen zum Start-up Jobtrüffel aus Bayreuth gibt es unter www.jobtrueffel.com.

Jürgen Lenkeit

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Jürgen Lenkeit