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Coronavirus

Künstler weinen am Telefon: So geht es einem Bayreuther Eventplaner im Corona-Lockdown

Die Corona-Pandemie hat die Veranstaltungsbranche lahm gelegt. Das bt hat mit Eventplaner Michael Angerer aus Bayreuth über die Auswirkungen gesprochen.

Der Bayreuther Michael Angerer ist Geschäftsführer der Nord-Süd-Programm GmbH und Co. KG: ein Veranstaltungsplaner. Seit 58 Jahren gibt es das Unternehmen. Seit März 2020 gibt es Corona und damit große Probleme für die Veranstaltungsbranche. Das bt hat mit Angerer über die Auswirkungen der Pandemie auf sein Geschäft und die gesamte Kulturszene gesprochen. Wegen der Pandemie müssen auch Fitnessstudios geschlossen bleiben. Die Lage ist ernst. Das Bayreuther Tagblatt hat mit dem Inhaber des Active Fitness-Club in Bayreuth gesprochen.

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Veranstaltungsbranche in der Corona-Zeit

Dass alle gesund sind und das auch bleiben, sei das eine. Dass durch die von der Politik beschlossenen Maßnahmen die Wirtschaft zum Erliegen gebracht werde das andere, so Michael Angerer, Geschäftsführer der Nord-Süd-Programm GmbH aus Bayreuth. Das Unternehmen ist bundesweit in der Veranstaltungsbranche aktiv: eigentlich. In der Heimat Bayreuth verbindet man Angerers Unternehmen etwa mit dem Weißbierfest der Brauerei Maisel oder dem Ball der Stadt.

„Nach dem ersten Lockdown waren wir die Ersten, die mit kleinen Veranstaltungen wieder angefangen haben“, erzählt Angerer. Das bt hatte hier beispielsweise vom Konzert der Troglauer auf der Seebühne in der Wilhelminenaue berichtet.

Ein paar wenige Hundert waren dabei. Die Karten für diese Veranstaltungen seien weggegangen wie warme Semmeln. „Da waren die Menschen vorher zwei Monate quasi nur daheim“, sagt Michael Angerer zum ersten Lockdown.

Immenser Schaden für die Kulturbranche in Europa

200 Milliarden Schaden verzeichne die Kulturbranche in Europa, so Angerer. „Hinter jeder Geschichte steckt ein Mensch“, sagt Angerer. „Mich rufen Künstler an, mit denen wir arbeiten, die am Telefon weinen.“ Einmal mehr geht es also um die Perspektivlosigkeit einer gesamten Branche. Verlässliche Aussagen der Politik, wann wieder ein normales Leben möglich sei, gibt es nicht. Das hat zuletzt die Deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im Fernsehen erklärt.

„Ich habe meinen Optimismus dennoch nicht verloren“, erklärt Angerer. Nord-Süd-Programm sei zwar in einen anhaltenden Winterschlaf versetzt worden. Seine Mannschaft sei in Kurzarbeit. Mit den staatlichen Finanzhilfen schreibe er eine schwarze Null für sein Unternehmen, auch wenn die hart erkauft sei, denn „ohne Steuerberater geht es nicht.“ Bereits jetzt würden erste geplante Veranstaltungen für das Jahr 2021 abgesagt werden, doch das Team sei nicht untätig.

Was online gemacht werden kann, wird online veranstaltet. Weil die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, arbeite das Nord-Süd-Programm an den ersten Kleinveranstaltungen für die Zeit nach dem Lockdown.

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Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß