Luci van Org: „Musiker zu sein ist wie eine Geisteskrankheit“

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Der 90er-Hit „Mädchen“ dürfte vielen ein Begriff sein. Die Sängerin Luci van Org, die mit der Band Lucilectric und ihrem One-Hit-Wonder bekannt wurde, ist am Donnerstagabend als Autorin und Sängerin zu Gast im Zentrum. Vor ihrem Auftritt hat die 48-Jährige mit bt-Redakteurin Susanne Jagodzik unter anderem über ihren Wandel von der Popgöre hin zur Gothic- und Metalsängerin gesprochen.

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bt-Interview mit Luci van Org

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Mädchen Teil Zwo: Eine Abrechnung mit dem 90er-Hit?

In den 2000ern veröffentlichte Luci van Org mit der Band „Üebermutter“ den Song „Mädchen Teil Zwo“. Im Gegensatz zu der Pop-Version aus den 90ern ist „Teil Zwo“ mehr in die Gothic- und Metal-Senze einzuordnen. Eine Art Abrechnung hatte van Org dabei nie im Sinn.

Leider hat sich in der Zeit nicht viel getan. Bis heute ist Gleichberechtigung an vielen Punkten noch nicht da. Ich würde den Song nicht als Abrechnung, sondern als Bestandsaufnahme ansehen.

(Luci van Org)

Ausflug in die Popwelt

Luci van Org sieht sich selbst mehr in der „dunklen Welt“ zu Hause als im Pop-Business. Auch die Band Lucilectric sollte damals mehr Punk und Techno verkörpern. Nur die beiden Songs „Mädchen“ und „Hey Süßer“ waren ein Versuch in die Popwelt einzutauchen.

Ich bin sonst eigentlich eher der ‚dunkle Typ‘. ‚Mädchen‘ und ‚Hey Süßer‘ waren die einzigen beiden Pop-Songs, die ich geschrieben habe. Und gerade die waren am erfolgreichsten. Aber es ist oft so, dass man mit dem bekannt wird, was einen selbst gar nicht so widerspiegelt.

(Luci van Org)

Das Multitalent Luci van Org

Luci van Org beschreibt sich selbst als „Mehrzweckentertainerin“, denn die Berlinerin ist nicht nur als Sängerin, sondern auch als Produzentin, Schauspielerin und Autorin tätig.

Müsste ich mich für einen Bereich entscheiden, so würde ich die Musik wählen. Aber eigentlich liegen mir wirklich alle Bereiche sehr am Herzen.

(Luci van Org)

Außergewöhnliche Herangehensweise an das Thema Tod

Seit 2006 ist Luci van Org auch Schirmfrau vom „Bundesverband verwaister Eltern und trauernder Geschwister in Deutschland e.V“. Eine Aufgabe, mit der sich die Sängerin mit voller Leidenschaft widmet.

Trauer ist eine Form von Liebe. Wer nicht liebt, der trauert auch nicht. Das wird heute viel zu oft vergessen.

(Luci van Org)


Am Donnerstagabend stellt die 48-Jährige in einer Lesung auf der Kleinkunstbühne im Zentrum ihr neues Buch „Vagina dentata“ vor. Weil ihr aber auch die Musik am Herzen liegt, findet im Rahmen der Lesung auch ein Konzert mit dem Bayreuther Jochen Schoberth und seinem Bandprojekt „Bella Donna“ statt. Los geht es ab 19 Uhr. Der Eintritt kostet 12 Euro.