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Integration

Bayreuth bekommt Integrationsbeauftragten: Stadträtin spricht dennoch von „vertaner Chance“

Die Stadt Bayreuth bekommt einen neuen Ansprechpartner für Integration. Einer Stadträtin geht das nicht weit genug. Sie spricht von einer „Fehlentscheidung“.

Bayreuth und Integration. Zwei Worte, die im gleich Zusammenhang aktuell teils heftig diskutiert werden. Passt das?

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Eine Entscheidung aus dem Bayreuther Rathaus vom Montag (11. Juli 2022) lässt die Frage leichter mit „Ja“ beantworten.

Bayreuth bekommt Integrationsbeauftragten

Der Zeitpunkt könnte kaum besser liegen, dennoch hat der Zufall seine Finger im Spiel. Bayreuth bekommt einen Beauftragten für Integration. Das hat der Sozialausschuss des Bayreuther Stadtrats am Montag (11. Juli 2022) entschieden. Drei Tage zuvor wurde SPD-Stadtrat Halil Tasdelen in der Bayreuther Innenstadt rassistisch angegriffen. Der mutmaßliche Täter hat ihm bei einem Kopfstoß die Nase doppelt gebrochen. Viele Menschen diskutieren. Eine Frage kehrt dabei immer wieder: Wie steht es um Integration in Bayreuth?

Bereits lange vor dieser Tat stellten die Grünen-Stadträte Filiz Durak und Xhavit Mustafa im Mai 2021 einen Antrag an den Oberbürgermeister. Sie forderten zwei Dinge: Bayreuth brauche ein Amt für Integration, Inklusion und Vielfalt. Außerdem möge ein Integrationsbeauftragter installiert werden. Auch interessant: Ende Juli findet erstmals in Bayreuth ein Christopher Street Day statt.




Nach Angriff auf Tasdelen in Bayreuth: Ansprechpartner für Integration wird neu installiert

Nun soll also ein Ansprechpartner für Integration in Bayreuth das Miteinander von Menschen mit unterschiedlichen Lebensläufen und kulturellen Hintergründen besser in Einklang bringen – oder dort ein Verständnis dafür schaffen, wo offenbar grundlegende Probleme bestehen. Tasdelen sagte dem bt bereits im Mai 2020: „Man löst keine Probleme, indem man sich angreift und beleidigt.“ Die Worte sollten sich im Juli 2022 als prophetisch herausstellen.

Die Antragsteller der Grünen haben also einen Teilerfolg errungen. Ein eigenes Amt für Integration, Vielfalt und Inklusion wird es in Bayreuth indes nicht geben. Für Filiz Durak ist das ein Versäumnis: „Eine Fehlentscheidung und vertane Chance, diesen wichtigen Schritt mit hoher Signalwirkung nicht zu gehen“, teilt sie gemeinsam mit Mustafa in einer Stellungnahme am späten Montagnachmittag mit. Sie kündigt an: „Wir bleiben am Thema dran und was heute nicht ist, kann ja bei ent- sprechendem politischen Willen noch werden.“