Bayreuther Tagblatt
Ein alter Schriftzug vom Bayreuther Tagblatt
  • Startseite
  • Nachrichten
    • Nachrichten aus Bayreuth
    • Nachrichten aus dem Landkreis Bayreuth
    • Nachrichten aus Kulmbach
    • Überregionale Nachrichten
    • Blaulicht
    • Wirtschaft
    • Politik in Stadt und Landkreis Bayreuth
  • Freizeit
    • Ausflüge
    • Bier
    • Essen & Ausgehen
    • Veranstaltungen
    • Shopping
    • Richard-Wagner-Festspiele
    • Faszination Franken
    • Theater
  • Sport
    • MpK Bayreuth / Basketball
    • Bayreuth Tigers / Eishockey
    • SpVgg Bayreuth / Fußball
    • HaSpo Bayreuth / Handball
    • Bayreuther Sportvereine
  • Ratgeber
    • Bauen und Wohnen
      • Wohnen, Einrichten & Lifestyle
      • Haus & Garten
    • Gesund und Fit
      • Sport
      • Wintersport
    • Serien & Kolumnen
      • bt-Lifestyle-Kolumne
      • bt-Immobilien-Kolumne
      • bt-Kultur-Kolumne
      • Hopfen & Malz – die bt-Bier-Kolumne
      • bt-Swutz-Kolumne
      • bt-Reise-Kolumne
      • bt-Technikexperten-Kolumne
      • bt-Metallexperten-Kolumne
      • bt-Finanz-Kolumne
      • Lost Places – Spuren des Umbruchs
      • Expedition Region
      • Gessn werd dahaam!
      • Bayreuth Historisch
        • Die Stadtteile
        • Die Bürgermeister
        • Historisch Allgemein
    • Arbeit & Ausbildung
      • Arbeit & Beruf
      • Ausbildung
      • Universität
    • Auto & Verkehr
    • Bildung, Wissenschaft & Technik
      • Bildung & Wissenschaft
      • Technik
      • Computer & Elektronik
    • Games & Spiele
  • Jobs
  • Firmenforum
  • Werben
  • bt-GastroGuide
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Lkw kippt bei Trockau in den GrabenA9-Baustelle bei Bayreuth: Neue Verkehrsführung ab FreitagZugverkehr nach Nürnberg läuft bald wieder

Mark-Twain

Ein Festspielbesuch: Als Mark Twain in Bayreuth beinahe verhungert wäre

18. August 2019/in 15_Serien_Kolumnen, Bayreuth Historisch/von Redaktion

Was hat Mark Twain im Jahr 1891 nur nach Bayreuth getrieben? Die Musik von Richard Wagner konnte es eigentlich nicht sein, denn als er im Frühjahr 1878 im Rahmen einer Deutschland-Reise den „Lohengrin“ in Mannheim besuchte, bezeichnete er diese Kostprobe als reine Zumutung:

So etwas von Gedröhne, Gekrache und Getobe kann man sich nicht vorstellen. Die Erinnerung an diese mitleidlose Marter wird nie aus meinem Gedächtnis weichen und steht würdig neben der Erinnerung an die Stunden, in denen meine Zähne in Ordnung gebracht wurden. Besondere Umstände zwangen mich, die ganzen vier Stunden bis zum Schluss dazubleiben. Wenn das Heulen, das Wehklagen und Gekreisch der Sänger, wenn das Rasen und Toben, die Explosionen des großen Orchesters schriller und schriller, wilder und wilder, mächtiger und mächtiger sich erhoben, in diesem Augenblicken hätte ich laut geweint, wenn ich allein gewesen wäre.
(Mark Twain)

Mit dem Zug nach Bayreuth

Dennoch kam Samuel Langhorne Clemens (alias Mark Twain) 13 Jahre später nach Bayreuth und schrieb – wie es sich für einen Schriftsteller gehört – ein Essay über den Festspielbesuch: „At the Shrine of St. Wagner“ – „Am Schrein des heiligen Wagner“.

Den Titel dafür hatte er wahrscheinlich bereits seit der Zugreise von Nürnberg nach Bayreuth im Kopf. Diese Eisenbahnfahrt mit einer „Flut musikverrückter Ausländer“ löst seine Verwunderung aus: Er habe eine solche Menschenmenge schon lange nicht mehr gesehen, gesteht Mark Twain, und es sei der längste Zug gewesen, der ihm in Europa je begegnet sei.

„Ja, es ist eine Pilgerfahrt“, ruft er aus. „Die Gläubigen kommen aus allen Ecken und Enden der Welt herbei, um ihrem Propheten in seiner eigenen Kaaba, in seinem eigenen Mekka, zu huldigen.“

Dom-von-Siena-Gralstempel

Die Uraufführung des „Parsifal“ fand zu den 2. Bayreuther Festspielen am 26. Juli 1882 unter der Regie von Richard Wagner statt. Diese Inszenierung war bis zum Jahr 1933 genau 205 mal im Festspielhaus zu sehen. Mark Twain sah also 1891 noch die Original-Bühnenbilder von Paul Joukowsky, der für den dritten Akt den Dom von Siena als Vorlage für den Gralstempel (unser Foto) nahm. Foto: Bernd-Mayer-Stiftung.

Tausende blieben hungrig

Nach der Ankunft stellt Twain fest, dass es gleich mehrere Klippen zu überwinden gibt. So bleiben bei jeder Aufführung in den Pausen „tausend hungrig“, weil das einzige Restaurant die Gäste nicht fassen kann. Aber auch im Städtchen ist ein harter Kampf um Ess- und Trinkbares entbrannt. „Wenn nicht, wird man schwer zu kämpfen haben, um sich in Bayreuth vor dem Verhungern zu retten. Bayreuth ist nicht mehr als ein großes Dorf und hat keine sehr großen Hotels oder Gaststätten.“

Als die wichtigsten Gasthöfe nennt Mark Twain den „Goldenen Anker“ und die „Sonne“. An beiden Orten könne man hervorragend speisen, beziehungsweise „kann man dort zusehen, wie andere hervorragend speisen“.

Der Kampf ums Überleben

Die übrigen zahlreichen Gaststätten in der Stadt seien klein, schlecht und heillos überfüllt. Und so kommt der Satiriker zu dem dramatischen Resümee:

Wir mussten täglich ums Überleben kämpfen.

Vom Überlebenskampf verschont bleiben nach seinen Worten nur die „Veteranen“, die von früheren Aufenthalten über die Verhältnisse in Bayreuth genau Bescheid wissen und vorsorglich alle Tische reservieren. In den Wirtschaften außerhalb der Stadt bekommt Mark Twain zu seinem Leidwesen nur unverdauliche „Kleinigkeiten und Reste“ zwischen die Zähne, „in keinem Fall eine ordentliche, zufrieden stellende Mahlzeit“.

1891-Parsifal-Carl Grengg

Carl Grengg sang in den Jahren 1891 bis 1897 in vier Festspielzeiten den Gurnemanz im Parsifal (unser Foto), den König Heinrich im Lohengrin (1894) und den Hagen in der „Götterdämmerung“ (1896) . Als Gurnemanz alternierte er mit Ernest Van Dyck. Ob Mark Twain Carl Grengg oder Ernest Van Dyck als Gurnemanz erlebt hat, werden wir nicht mehr feststellen können. Foto: Bernd Mayer-Stiftung.

Eine solide Masse von 1.500 Köpfen

Twain selbst hat damals eine Karte für den „Parsifal“: „Falls sich Ihr Sitz im Festspielhaus in der Mitte einer Reihe befindet, und falls Sie spät eintreffen, müssen Sie sich an etwa 25 Damen und Herren vorbeischlängeln, um ihn zu erreichen. Dies ist jedoch kein Problem, da jedermann aufsteht, bis alle Sitze voll sind, und dies dauert nur wenige Minuten. Dann setzen sich alle, und das Ergebnis ist eine solide Masse von 1.500 Köpfen, in steiler Neigung vom Ende des Hauses bis zur Bühne.“

Er genießt die „Parsifal“-Ouvertüre in ihrer ganzen Länge als „herrlich und einzigartig“, aber dann nervt ihn freilich sofort wieder der Gesang. Für Laien, so Mark Twain, könnte nichts vollkommender und befriedigender sein als eine Wagner-Oper ohne Gesang, vielleicht in Pantomime: „Dann könnte man der wunderbaren Orchestrierung lauschen, im Geist in sie eintauchen und sich an dem betörend schönen Bühnenbild berauschen, ohne dass der Genuss durch die Schauspielerei geschmälert würde.“

An derlei Sätzen lässt sich unschwer erkennen: Der alte Spötter hat Feuer gefangen. Wagners Musik scheint ihm unter die Haut zu gehen, die starre Personenregie indes auf den Geist:

In der Regel sieht man zwei schweigende Leute, von denen einer still steht und der andere Fliegen fängt.


Vom „Drumherum“ reichlich desillusioniert

Während Wagner und seine Musik erstaunlich gut wegkommen, wird der berühmte Festspielgast vom „Drumherum“ reichlich desillusioniert.

Twain-sw

Bayreuth ist damals durch den Ansturm der Gäste organisatorisch überfordert. Wehe dem, der an Festspieltagen ohne Karten und Quartier auf gut Glück ankommt. In den Augen Mark Twains sind solche „Kartenhabenichtse“, die sich obendrein erst in Bayreuth auf Quartiersuche machen, ein jämmerlicher Anblick. Mark Twain gehört zu den Weitsichtigen, die sich schon Monate zuvor Opernkarten und Unterkünfte sichern:

Wenn man dann Glück hat, bekommt man zwei Karten für Plätze in der letzten Reihe und Unterkunft am Stadtrand. Wenn man aufhört zu schreiben, bekommt man nichts.

Oper nebensächlich

So tritt bei Mark Twain schließlich das Kunsterlebnis völlig in den Hintergrund, und das Essen wird zur Erinnerung, die alles überdeckt. „Unter Wissenschaftlern“, so der Kauz mit dem ätzenden Spott, „gibt es gemeinhin die Annahme, dass man einen Bayreuth-Pilger – wo immer er auf der Welt begraben liegt – anhand seines Mageninhalts erkennen könne…“



Text: Stephan Müller

Stephan Müller (53) ist Stadtrat, Hobbyhistoriker, freiberuflicher Journalist und Autor zahlreicher Bücher zur Geschichte Bayreuths. Für das Bayreuther Tagblatt hat er sein Archiv geöffnet. Die besten Anekdoten gibt es immer wieder hier beim bt.

Lesen Sie auch:

  • Vor 50 Jahren: Warum Bayreuth Universitätsstadt wurde
  • Vor dem Bezirksliga-Kracher: Das war das spektakulärste Bayreuther Derby
  • 150 Jahre Siegfried Wagner: Der kuriose Tod einer Festspiel-Tänzerin
  • Bayreuther Nachkriegsfestspiele: Weltmeisterlicher Besuch
  • Von Charles bis Obama: Wer im Goldenen Buch der Stadt steht
  • Warum die Turner der BTS die Feuerwehr gründeten
  • Walter Demel: Bayreuths Bester neben Wagner
  • Ach-Godderla-naa: Wie „Wafner“ den Bayreuthern aufs Maul schaute
  • Warum Bayreuth ein Weinberg in Russland gehört
Eintrag teilen
  • Teilen auf WhatsApp
  • Facebook Facebook Teilen auf Facebook
  • X-twitter X-twitter Teilen auf X
  • Whatsapp Whatsapp Teilen auf WhatsApp
  • Linkedin Linkedin Teilen auf LinkedIn
  • Mail Mail Per E-Mail teilen
Anzeige
Therme Obernsees

Anzeige
AD - FELS Rechtsanwälte, Fachanwälte, Seuerberater

Direkter Kontakt:

Bayreuther Tagblatt
Tunnelstraße 15
95448 Bayreuth

Die Redaktion
Telefon: +49 921 / 99 00 99 45
E-Mail: redaktion@bayreuther-tagblatt.de

Das Kunden- & Verkaufsmanagement
Telefon: +49 921 / 99 00 99 47
E-Mail:verkauf@bayreuther-tagblatt.de

Die Magazinredaktion
Telefon: +49 921 / 99 00 99 48
E-Mail: magazin@bayreuther-tagblatt.de

Die Webseite des Bayreuther Tagblatt Schreiben Sie ein Email an das Bayreuther Tagblatt Hier finden Sie das Bayreuther Tagblatt bei LinkedIn

Der Facebook-Kanal des Bayreuther Tagblatt Der Instagram-Kanal des Bayreuther Tagblatt Der Tiktok-Kanal des Bayreuther Tagblatt Der X-Kanal des Bayreuther Tagblatt

Der Whatsapp-Kanal des Bayreuther Tagblatt Abonnieren Sie den Newsletter des Bayreuther Tagblatt Abonnieren Sie den RSS-Feed des Bayreuther Tagblatt

Unser bt-Newsletter

bt-Newsletter bestellen

bt-Newsletter abbestellen

Über uns:
  • Entstehung des bt
  • Das bt-Team
  • Das inhaltliche bt-Konzept
  • Das Bayreuther Tagblatt ist „Unternehmen der Zukunft“
  • Hohe Auszeichnung für das bt: „Arbeitgeber der Zukunft“
  • Bayreuther Tagblatt gewinnt renommierten Service-Preis
10 Gründe, warum Werbung beim bt Print und Radio schlägt:
bt Logo vor Zeitung und Radio ©erstellt mit KI
So viel Reichweite hat das bt:Das sind unsere bt-Kanäle ©bt
So macht das bt Sie sichtbar:
Leuchtturm-Marketing mit dem bt:
Leuchtturm-Marketing in Bayreuth mit dem Bayreuther Tagblatt
Unsere Partner:
Hier geht es zu Oberfranken Offensiv e.V.Hier geht es zu www.electricpulse.dewagnermuseum.debayerische-medienakademien.de
© Copyright - 2020 Bayreuther Tagblatt
  • Link zu Facebook
  • Link zu Instagram
  • Link zu Youtube
  • Link zu X
  • Link zu Rss dieser Seite
  • Link zu Mail
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Barrierefreiheitserklärung
  • Nutzungsbedingungen
  • Wir über uns
Link to: Wagner für Dummies: Lohengrin in fünf Punkten Link to: Wagner für Dummies: Lohengrin in fünf Punkten Wagner für Dummies: Lohengrin in fünf Punkten Link to: Haug dominiert Ironman: Deutscher Langdistanz-Rekord gebrochen Link to: Haug dominiert Ironman: Deutscher Langdistanz-Rekord gebrochen Anne Haug IronmanHaug dominiert Ironman: Deutscher Langdistanz-Rekord gebrochen
Nach oben scrollen
Barrierefreiheits-Anpassungen
Wie lange möchten Sie die Barrierefreiheits-Symbolleiste ausblenden?
Symbolleiste-Ausblenddauer
Wählen Sie Ihr Barrierefreiheitsprofil
Sehbehinderten-Modus
Verbessert die visuellen Elemente der Website
Anfallssicheres Profil
Entfernt Blitze und reduziert Farben
ADHD-freundlicher Modus
Fokussiertes Browsing, ablenkungsfrei
Blinden-Modus
Reduziert Ablenkungen, verbessert den Fokus
Epilepsie-sicherer Modus
Dämpft Farben und stoppt Blinken
Inhaltsmodule
Schriftgröße

Standard

Zeilenhöhe

Standard

Farbmodule
Orientierungsmodule