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Was beim Lachyoga passiert und warum es so gesund ist

Lachen macht glücklich und ist gesund. Doch Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Erwachsene nur 15 Mal am Tag lachen – Kinder dagegen ganze 400 Mal. Ein Kurs namens „Lachyoga“ soll Erwachsenen helfen, das zu ändern. Jeanette Held ist Yogalehrerin in Bayreuth und bietet „Lachyoga“ seit diesem Sommer an. Was genau dahinter steckt und wie sie dazu gekommen ist, erfahren Sie im Folgenden.

Von Rügen nach Bayreuth

„Ich habe schon immer gerne gelacht“, sagt Jeanette Held. 2018 hat sie ihre Ausbildung zur Yogalehrerin in Bayreuth abgeschlossen und unterrichtet seitdem Erwachsene und auch Kinder in Bayreuth. Geplant hatte sie diesen Werdegang nicht. Denn ursprünglich ist sie von Rügen nach Bayreuth gekommen, um zu promovieren. „Ich habe damals nur privat Yoga gemacht und mich dann spontan für die zweijährige Ausbildung zum Yogalehrer hier eingeschrieben“, erzählt die 40-Jährige. „Inzwischen habe ich gemerkt, das ist genau mein Ding und bin froh über diese Entscheidung“, sagt sie.

Jeanette Held. Foto: privat

Es ist ein wunderbares Gefühl, anderen mit Yoga etwas Gutes tun zu können.

(Jeanette Held, Yogalehrerin)

Kinder lachen ungezwungen

Beim Yoga mit Kindern sei ihr aufgefallen, wie häufig, grundlos und ungezwungen Kinder lachen. „Sowohl bei mir als auch bei anderen Erwachsenen, habe ich die Beobachtung gemacht, dass man als Erwachsener immer weniger lacht“, sagt sie. Das sollte man allerdings nicht einfach so hinnehmen. „Auch wenn es nicht immer angebracht ist, sollte man in manchen Situationen trotzdem versuchen zu lachen“, sagt sie.

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Kinder lachen bis zu 400 Mal pro Tag. Symbolfoto: Pixabay

Wenn man nur die Mundwinkel zu einem Lächeln nach oben zieht, schüttet das schon Glückshormone aus.

(Jeanette Held, Yogalehrerin)

Wie Lachyoga entstanden ist

Entstanden sei diese Form des Yogas bereits in den 90er-Jahren, sagt Jeanette Held: Ein Arzt aus Mumbai namens Dr. Madan Kataria hatte damals bei Recherchen viele Belege gefunden, dass Lachen die Gesundheit verbessern würde. So entschloss er sich, 1995 einen sogenannten Lachclub zu gründen. Die Teilnehmer erzählten sich Witze – doch irgendwann gingen sie ihnen aus. Deswegen suchte der Arzt nach einer Methode, wie er die Menschen auch ohne Witze zum Lachen bringen konnte.

Er fand heraus, dass das Gehirn nicht zwischen echtem und künstlichem Lachen unterscheidet. Da seine Frau Yogalehrerin war, entwickelte er mit ihr eine Methode die Yoga-Atemübungen, Dehnung und pantomimische Lachübungen verbindet. Weltweit entstanden seither mehrere tausend Lachclubs.

So funktioniert Lachyoga

Zum Lachyoga müsse man freiwillig kommen und der Typ dafür sein, sagt Jeanette Held. „Man sollte keine Scheu haben, auch mal etwas albern zu sein“, fügt sie hinzu. „Manchen Menschen ist es unangenehm, vor anderen zu lachen und sie können sich nicht fallen lassen“, erklärt sie. Deswegen starte die Lachyoga-Einheit immer mit einigen Minuten des Kennenlernens und einem Begrüßungslachen. Durch eine Runde mit rhythmischen Atem- und Klatschübungen solle man entspannen. „Diese Entspannung muss man natürlich auch zulassen.“ Das Geheimnis dahinter:

Wer lacht, denkt nicht.

(Jeanette Held, Yogalehrerin)

Ohne Zwang

Beim Lachen könne man für einen Moment alles hinter sich lassen. „In meinen Kursen wird allerdings niemand zum Lachen gezwungen“, erklärt die 40-Jährige. Oft käme das Lachen wellenweise – beim einen früher, beim anderen erst später. „Spiegelneuronen führen dazu, dass das Lachen von anderen oft ansteckend ist“, ergänzt sie.  Am Ende der Einheit folge immer auch eine End-Entspannung. „Schließlich ist Lachen auch anstrengend, weil viele Muskeln gleichzeitig beansprucht werden“, sagt sie. Da müsse man dann erst einmal wieder runterkommen.

Lachyoga soll einen von allem befreien, das einen beschwert.

(Jeanette Held, Yogalehrerin)

Warum Lachen so gesund ist

Das Lachen habe auch viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit: Es senke das Schmerzempfinden, fördere einen gesunden Schlaf, stärke das Immunsystem und rege durch die Muskelkontraktion ebenso die Verdauung an, erklärt Jeanette Held. „Außerdem gelangt durch die intensivere Atmung mehr Sauerstoff in den Blutkreislauf“, fügt sie hinzu. Auch Depressionen könne regelmäßiges Lachen vorbeugen.

Jeanette Held hat den Wunsch, künftig regelmäßige Lachyoga-Einheiten anbieten zu können. Im Moment, müsse sie erst einmal sehen, wie es in Bayreuth angenommen wird. Im Frühjahr habe sie sich weitergebildet und biete nun auch in Bayreuth Lachyoga an. Im November gibt es zum Beispiel einen Kurs bei Yoga Vidya.