Beiträge

Cineplex Bayreuth öffnet wieder: Diese Regeln gelten im Kino – Maskenpflicht, geblockte Plätze und Onlinetickets

Seit dem 15. Juni 2020 dürfen Kinos in Bayern wieder öffnen. Allerdings wird das Cineplex Bayreuth erst zwei Wochen später, am 1. Juli 2020, wieder Gäste empfangen.

“Kultur im Autokino”: Comedian Bembers tritt auf dem Bayreuther Volksfestplatz auf

Unter dem Motto “Kultur im Autokino” werden zwischen dem 7. und 14. Juni Huebnotix, die Troglauer, Viva Voce und Comedian Bembers auf dem Bayreuther Volksfestplatz zu sehen sein.

“Wie zu Hause”: So ist es im Autokino auf dem Bayreuther Volksfestplatz

Seit dem 22. Mai 2020 gibt es auf dem Bayreuther Volksfestplatz ein Autokino. Hier kommen Gäste trotz der Kontaktbeschränkungen in den Genuss von Kinofilmen.

Dr. Sleeps Erwachen – “Die Fortsetzung eines Meisterwerks”

“Es ist wohl einer der größten Schockmomente aller Zeiten.”, schreibt Dmitrij P. auf der Internetseite filmstarts.de über Stanley Kubricks Film “Shining”. Der Film aus dem Jahr 1980 gilt als einer der besten Filme seines Genres. Nun, fast 40 Jahre später, erhält er seinen Nachfolger: Dr. Sleeps Erwachen.

Ob der neue Film mit dem Klassiker mithalten kann und ob sich der Gang ins Kino lohnt, verrät bt-Kinokritiker Alex Bauer und bt-Leserin Emilie Meyer in ihrem Review.

Der Trailer zum Film

Das sagen Emilie Meyer zu Dr. Sleeps Erwachen:

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

bt-Kinokritiker Alex Bauer. Foto: Thorsten Gütling

2019 waren Stephen Kings Werke ziemlich angesagt als Kinostoff, gleich drei Filme hat das Jahr gebracht: Das Remake von “Friedhof der Kuscheltiere” war ein ziemliches Desaster, “ES 2” machte viel richtig und war in vielen Momenten unterhaltsam und nun darf es “Dr. Sleep probieren, oder auch “Dr Sleeps Erwachen”, wie er in Deutschland unsinnigerweise genannt wird.

Die Geschichte knüpft einige Jahre nach den Ereignissen von “Shining” an – Danny Torrance hat gemeinsam mit seiner Mutter den Schrecken des Overlook-Hotels überlebt, die Geister des Hauses verfolgen ihn aber weiterhin. Die Jahre vergehen, Danny betäubt sich mit Alkohol, um seine Gabe zu unterdrücken und die Geister in imaginären Kisten wegzusperren und bekommt sein Leben schwer auf die Reihe. Es kommt aber, wie es kommen muss, seine Gabe und die Vergangenheit holen ihn ein und er muss sich einer neuen Gefahr stellen.

“Dr Sleep” lässt sich relativ viel Zeit für die Story, die Charaktere werden ausgiebig vorgestellt, man bekommt mit, wer hier der Gute und wer der Böse ist. Viel passiert aber nicht in der ersten Stunde. Und das ist ziemlich schade, denn man langweilt sich doch sehr schnell. Und auch als die Geschichte mehr in Fahrt kommt, passiert das eher im Schneckentempo. Viele Nebenplots lenken von der Hauptgeschichte ab, einiges wird auch nicht groß erklärt, beispielsweise, warum Danny überhaupt “Dr Sleep” genannt wird. Wäre vielleicht gut zu wissen, wenn der Film schon so heißt.

Und wenn es dann gegen Ende zurück ins berüchtigte Overlook-Hotel geht, sind schon mehr als zwei Stunden vergangenen, in denen man sich einfach mehr Spannung gewünscht hat.

Das klingt jetzt alles sehr hart, denn “Dr Sleep” macht in weiten Teilen trotzdem viel Spaß. Das liegt unter anderem am durchweg guten Soundtrack und einer Geräuschkulisse, die ein beklemmendes Gefühl erzeugt. Daumen hoch dafür. Aber auch die Schauspieler können überzeugen. Ewan McGregor spielt den von seiner Gabe gebeutelten Danny einfach gut, überragend bösartig kommt Rebecca Ferguson rüber, die die skrupellose Rose the Hat mimt. Man muss aber auch den restlichen Cast loben, hier natürlich die erst dreizehnjährige Kyliegh Curran, die als Abra eine der wichtigen Rollen übernehmen darf. Und zuletzt können sich auch die Sets sehen lassen.

Stanley Kubricks “Shining” ist allgegenwärtig. Mike Flanagan, der für Drehbuch, Regie und Schnitt zuständig war, ließ die Räume des Overlook-Hotels detailgetreu nachbauen, auch die “Shining”-Anfangssequenz wurde mit eingebaut und Danny darf, wie sein Vater, allein an der Bar des Hotels sitzen – auch wenn McGregor nicht an den Wahnsinn Jack Nicholsons rankommt.

“Dr. Sleep” hat insgesamt eine Chance an den Kinokassen verdient, ist er doch die überzeugendste King-Verfilmung in diesem Jahr, auch wenn er keine hervorragende Fortsetzung zu Stanley Kubricks Meisterwerk aus dem Jahr 1980 ist. Dafür sind die Fußstapfen dann doch einfach zu groß.”

3,5 von 5 Sternen

Last Christmas – “Eineinhalb Stunden Peinlichkeit auf der Kinoleinwand”

Es gibt Dinge, die braucht man. Es gibt Dinge, die braucht man nicht. Manchmal ist es jedoch schwierig, von vorne herein zu wissen, ob man mit einer Sache etwas anfangen kann, oder eben nicht. In diesem Fall ist das anders. Das Jahr 2019 hat die Filmversion des Weihnachtslieds “Last Christmas” im Gepäck. Und der Film hält genau das, was das Lied verspricht. bt-Kinokritiker Alex Bauer und zwei bt-Leser gehen mit dem Streifen hart ins Gericht.

Der Trailer zum Film

Das sagen Nadine Weich und Jutta Bühl:

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

bt-Kinokritiker Alex Bauer. Foto: Thorsten Gütling

Winter 2019.

Nach gefühlten drölf Jahren gibt es also einen Film zum wohl nervigsten Weihnachtssong aller Zeiten: Last Christmas. Von Wham. Also von George Michael, dessen Musik wohl mit dem Film noch einmal gefeiert werden sollte. Was dabei rausgekommenen ist, sind eineinhalb Stunden Peinlichkeit.

Und das ist eigentlich noch nett ausgedrückt. “Last Christmas” strotzt nur so vor dümmlichen Dialogen, dazu gesellt sich eine einfallslose Geschichte und Darsteller, die durch die Bank nerven. Dabei will man doch bei so einem Christmas-Feel-Good-Movie, der ja “Last Christmas” offensichtlich sein will, mit den Figuren mitfühlen können und sich auf das Happy End freuen, das romantisch sein kann, aber nicht muss.

Nun gut, problematisch wird es halt, wenn ein Film schon an seinen Darstellern und ihren Rollen scheitert. Da wäre Kate, gespielt von Emilia Clarke, die wohl die meisten als Drachenkönigin aus “Game of Thrones” kennen: Die Mitzwanzigerin jobbt mehr schlecht als recht in einem Weihnachtsladen, geht ihren Mitmenschen mit ihrem chaotischen Leben meistens auf die Nerven und bekommt auch sonst nicht viel auf die Kette.

Nervig und platt kann Clarke, das hat sie ja schon 2016 in “Ein ganzes halbes Jahr” bewiesen. Was, sie war totkrank? Egal. Wie? Plötzlich bekommt sie ihr Leben gebacken? Auch egal. Kate poltert so eineinhalb Stunden durch den Film, ohne dass die Rolle ansatzweise an Tiefe gewinnt. Doch. Die letzten zehn Minuten darf man ihre Verwandlung vom Chaos-Egoisten hin zu einem Menschen feiern, der sich doch wirklich für seine Mitmenschen interessiert. Wow. Ein Meisterwerk. Nicht.

Charmant oberflächlich könnte man da über Kate sagen – immerhin ist ihr Lächeln bezaubernd. Platt trifft auch auf den mysteriösen Tom (Henry Golding) zu, der immer da ist, wenn man es nicht erwartet und dann immer wieder aus dem Leben Kates verschwindet. Dass mit ihm irgendetwas nicht stimmen kann, merkt der Zuschauer schon nach wenigen Minuten, man muss danach halt nur noch rund 60 Minuten inhaltslose Dialoge zwischen ihm und Kate überleben, bis das Geheimnis gelüftet wird. Dabei strahlt Golding so viel Charme aus wie ein Eisklotz.

Puh, ja, achso, da wären dann noch die zig Nebenrollen, die wohl Witz und Pepp in den Film bringen sollten. Machen sie nicht. Warum Kates Eltern Jugoslawen sind, warum man auf so platte Art und Weise den Brexit thematisieren muss, das alles bleibt im Nebel der Gleichgültigkeit verborgen. “Last Christmas” ist nach “Sex and the City 3” übrigens mal wieder ein Film, bei dem ich mich frage, ob die Damen und Herren, die entscheiden, ob ein Film das Prädikat “Wertvoll” erhält oder nicht, sich den Film auch wirklich anschauen oder nur die Inhaltsangabe lesen und dann die Bewertung verschenken. “Last Christmas” ist im Ganzen eine Zumutung, wird aber sicher seine Fans finden.”

1 von 5 Sterne

bt-Filmkritik: “Das perfekte Geheimnis”

Es sollte ein netter Abend mit Freunden werden. Doch ein Spiel verändert alles. Was passiert, wenn die Freunde jede private Nachricht mitlesen und jedes Telefonat via Lautsprecher mithören? Welche Geheimnisse kommen zu Tage? bt-Filmkritiker Alex Bauer hat es herausgefunden. Er hat sich mit einer Leserin “Das perfekte Geheimnis” im Cineplex angesehen.

Der Trailer zum Film

Ulla Preiss aus Bayreuth vergibt 4,5 Sterne:

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

bt-Kinokritiker Alex Bauer. Foto: Thorsten Gütling

Karolin Herfurth, Elyas M’Barek, Jessica Schwarz, Wotan Wilke, Jella Haase, Frederick Lau und Florian David Fitz – was “Das perfekte Geheimnis” an Schauspielern aufwartet, kann sich sehen lassen, keine Frage. Doch können die und ihre Rollen einen zweistündigen Film tragen, der eigentlich nur im Wohnzimmer einer Münchner Dachgeschosswohnung spielt oder wird es auf Dauer langweilig, den drei Pärchen und dem Single-Kumpel dabei zuzusehen, wie sie nach und nach seelisch blank ziehen?

Kurz: Ja, das geht. Sogar überraschend gut. Okay, das Ganze erinnert entfernt an Doris Dörries “Nackt” von 2002, diesmal geht es aber nicht darum, ob sich die Paare nackt und mit verbundenen Augen wiedererkennen, nein, wir leben ja in der Generation Smartphone und so dreht sich alles darum, welche kleinen und großen Geheimnisse man so tagtäglich mit seinem Handy rumträgt.

Dabei sollte es ein netter Abend mit Freunden werden. Die Dialoge sind witzig, die Darsteller wirken vertraut miteinander und man kauft ihnen das “Beste Freunde”-Ding echt ab. Man hat das Gefühl, dass da wirklich gute Freunde am Tisch sitzen und sieht selbst Parallelen zu seinem eigenen Leben.

Da sitzt der Taxifahrer mit seiner Ökofreundin glücklich am Tisch, die Psychologin und ihr Schönheitschirurg führen augenscheinlich eine perfekte Ehe, der Hausmann und seine Karrierefrau ergänzen sich perfekt und der melancholische Singlelehrer glaubt an die wahre Liebe. Könnte alles so auch im echten Leben stattfinden.

Allgegenwärtig ist das Smartphone, dass alle sieben Personen während des Essens auf den Tisch legen – alle eingehenden Nachrichten werden laut vorgelesen, alle Anrufer auf Lautsprecher gestellt. Das wäre als Geschichte eines Films leider ziemlich langweilig, wenn keiner etwas zu verbergen hätte. Wäre. Denn jeder am Tisch hat ein Geheimnis. Und diese werden nach und nach aufgedeckt. Brutal ehrlich aufgedeckt. Und natürlich überzieht der Film immer ein kleines Stück, wird aber nie lächerlich dabei. Gut so. Der Film lebt vom mit- und gegeneinander der Rollen, von den fiesen Bemerkungen, den Ausrastern, den witzigen Dialogen und den ewigen Neckereien, die diese Runde so realitätsnah machen.

Da ist es auch egal, dass man wenig aus dem Film mitnimmt – das “Wir sollten wieder mehr miteinander reden und weniger zum Sklaven des Handys werden” kommt da irgendwie zu kurz weg. Aber gut, “Das perfekte Geheimnis” ist trotzdem ein guter Film, den man sich anschauen kann. Und liebe Pärchen, nach dem Film nicht denken, dass alle Menschen Geheimnisse auf ihrem Smartphone haben.

3,5 von 5 Sterne

Sneak-Cast: “The Kitchen – Queens of Crime”

Immer wieder montags: Im Kinosaal sitzen Bayreuths Cineasten und warten gespannt darauf, welcher Überraschungs-Film in der Sneak-Preview läuft. Ein Horrorstreifen oder eine Komödie? Oder vielleicht doch ein Liebesfilm? In dieser Woche bekamen die Kino-Gänger mit “The Kitchen” einen Maffia-Krimi zu sehen, in dem drei Frauen die kriminellen Geschäfte ihrer Männer übernehmen, um sich und ihre Kinder zu schützen.

Wie jede Woche war im Bayreuther Cineplex auch das Dispositiv-Team dabei. Die Bayreuther Studenten bewerten anschließend jede Woche den neusten Film im aktuellen “Sneak Cast”.


Es lief “The Kitchen”

Eine lange Version des Podcasts finden Sie am Dienstag ab 14 Uhr hier.

Eine kompakte Version des Sneak-Podcasts gibt’s hier beim Bayreuther Tagblatt:

Am Mikrofon: Christopher Dörr und Ulrike Schöppner.


Der Film in Kürze

1978: Zwischen der 8th Avenue und dem Hudson-River erstreckt sich das New Yorker Viertel “Hell’s Kitchen”, dessen 20 Häuserblocks von der irischen Mafia kontrolliert werden. Inmitten der Pfandleihhäuser, Pornoläden und zwielichtigen Pubs war das Leben noch nie einfach – geschweige denn sicher. Als eines Tages die drei Gangster Rob, Kevin und Jimmy vom FBI abgeführt werden, bleiben ihre drei Ehefrauen Kathy, Ruby und Claire im Viertel zurück. Die Frauen sind nun nicht nur auf sich allein gestellt, sondern haben auch noch ein paar offene Rechnungen und müssen ihre bedrohten Kinder schützen. Das Trio nimmt fortan die Angelegenheiten der irischen Mafia trotz Unerfahrenheit in die eigenen Hände. Vor Schlägereien und Mord bis hin zur skrupellosen Verdrängung der Konkurrenz schrecken sie nicht zurück. Die drei tun alles dafür, dass das Viertel bald nur noch ihnen gehört.

Der offizielle Trailer

Hier gibt’s die bisherigen Podcasts zum Nachhören

Sneak Preview: “Parasite” – Ein Thriller aus Südkorea

Alfred Hitchcock hat einmal gesagt: “Spannung ist Kaugummi fürs Gehirn”. Die besondere Ladung Nervenkitzel gibt es für Cineasten in Bayreuth jeden Montag. In der Sneak Preview laufen die grauen Zellen der Kinobesucher dabei stets auf Hochtouren, wenn der neuste Film über die Leinwand flimmert. Denn: Die Leute in den Sitzen wissen bis zum Filmstart nicht, welcher Streifen sie dieses Mal erwartet. Am Montag war es wieder so weit.

In dieser Woche gab es eine große Portion Nervenkitzel, garniert mit der Extraportion Spannung und einem Hauch Gänsehaut. Der südkoreanische Thriller “Parasite” begleitet ein Leben am Existenzminimum in einem Kellerloch bis in die Luxusvilla.

Wie jede Woche war im Bayreuther Cineplex auch das Dispositiv-Team dabei. Die Bayreuther Studenten bewerten anschließend jede Woche den neusten Film im aktuellen “Sneak Cast”.


Gezeigt wurde der Film “Parasite”

Eine lange Version des Podcasts finden Sie am Dienstag ab 14 Uhr hier.

Eine kompakte Version des Sneak-Podcasts gibt’s hier beim Bayreuther Tagblatt:

Am Mikrofon: Christopher Dörr, Luis Neumann-Pérez und Valentin Biehl


Darum geht’s in dem Film “Parasite”:

Die Familie Kim wohnt in einem heruntergekommenen Keller. Der Grund: Sowohl der Vater Ki-taek und seine Frau Chung-sook als auch die beiden Kinder sind langzeitarbeitslos. Unter ärmlichen Bedingungen kauert die Familie in ihrer Behausung und quetscht sich in die hinterletzte Ecke, um etwas vom W-Lan der Nachbarn abzugreifen zu können. Doch dann bekommt der Jüngste der Familie einen Job. Die gut situierte Familie Park stellt ihn als Nachhilfelehrer ein. Als er den Job antritt, sorgt er sogleich dafür, dass auch seine anderen Familienmitglieder dort eingestellt werden. Doch was danach geschieht, stellt alles, was die Familie bisher erlebt hat, in den Schatten…

Der offizielle Trailer zum Film:


Hier gibt’s die bisherigen Podcasts zum Nachhören

bt-Filmkritik: “Es”

Das Remake des Klassikers “Es” vom Meister des Horrors Stephen King geht in die nächste Runde. Seit gestern läuft im Kino das zweite Kapitel. bt-Filmkritiker Alex Bauer hat sich mit Lesern in den Film getraut. Ob Pennywise sie schocken konnte?


Der Trailer:


Fabio Moreno vergibt drei Sterne:


Gerade einmal zwei Sterne gibt es von Janina Kiekebusch:


Und Alex Bauer meint:

Stephen Kings ‘Es’ gehört zu den Klassikern der Horrorfilme. Deshalb war es schon überraschend, dass es 27 Jahre gedauert hat, bis sich Hollywood an ein Remake traut. Und tada, ‘ES’ wurde 2017 zum erfolgreichsten Horrorfilm aller Zeiten. Doch die Geschichte um eine Gruppe Freunde, die ‘Es’ oder auch Pennywise töten wollen, war noch nicht zu Ende erzählt.

Also nun ‘ES – Kapitel 2’. 170 Minuten lang. Und ungefähr 60 Minuten zu lang. Das schon vorneweg. Sitzfleisch braucht man nämlich. Dabei hätte vieles sicher gekürzt werden können, einige Szenen dauern einfach zu lang, dafür, dass eigentlich nichts passiert.

Zig Rückblenden erklären zwar ausführlich, was nach den Geschehnissen des ersten Films passiert ist, sehr interessant ist das aber leider nicht so. Und nein, Kings Story um den Höllenclown Pennywise gibt es nicht her, zwei abendfüllende Filme mit insgesamt mehr als fünf Stunden Dauer daraus zu machen.

Das merkt man besonders dem zweiten Teil an, der zwar Schockmomente am laufenden Band bringt, bei dem aber die Geschichte doch sehr dünn daherkommt. Apropos Schocker: davon gibt es wirklich genug zu sehen. Zack, Zack, Zack, besonders in der Mitte des Films ist die Schocker-Taktfrequenz doch ziemlich hoch. Die Macher fahren dabei auch alles auf, was monstertechnisch so geht. Die schauen allesamt ziemlich ekelerregend aus – dank Computeranimation.

Und ehrlich: sogar hartgesottene Horror-Fans könnten sich bei dem einen oder anderen Monster kurz mal schaudern. Problematisch wird es eher bei dem Jump-Scares, die den Zuschauer plötzlich erschrecken sollen. Das macht ‘ES 2’ anfangs ganz gut, blöderweise schafft es der Film aber nicht, das fast drei Stunden lang konsequent durchziehen zu können. So werden die Schockmomente immer vorhersehbarer, je länger der Film dauert. Schade eigentlich. ‘

ES – Kapitel 2’ stolpert daran, dass alles mehr sein musste als im sehenswerten ersten Teil. Mehr Zeit, mehr Monster, mehr Schocker. Die Rechnung geht nur leider nicht auf, sodass lediglich ein durchschnittlicher Horrorstreifen dabei herausgekommen ist.

2,5 von 5 Sterne

Sneak-Preview: “Das zweite Leben des Monsieur Alain”

Montag, kurz nach 20 Uhr im Bayreuther Cineplex: Das Kino 8 ist gut besucht. Voller Spannung sitzen die Zuschauer auf ihren Sitzen, denn sie wissen nicht welcher Film sie dieses Mal erwartet. Dann beginnt der Film. Auf den Gesichtern der Leute sieht man Spannung, mancherorts Begeisterung und richtig Bock auf eine ordentliche Runde Kino. Dann zeigt sich: Diese Woche läuft  “Das zweite Leben des Monsieur Alain”.

Unter den Zuschauern: der Bayreuther Student Christopher Dörr. Gemeinsam mit seinen Kommilitonen betreibt er den Blog Dispositiv. Dort besprechen die Studenten im Sneak Cast jede Woche die neuste Vorabpremiere im Bayreuther Cineplex, so auch diese Woche.


Gezeigt wurde der Film “Das zweite Leben des Monsieur Alain”:

Am Mikrofon: Christopher Dörr.


Foto: Copyright Gaumont Distribution.

Darum geht’s:

Alain ist ein echter Unternehmer. Das wirkt sich auf seinen Geldbeutel, seinen Körper und sein Familienleben aus. Während das Portemonnaie des Managers immer voll ist, bleibt für soziale Kontakte wenig Zeit. Daneben wirkt sich all die Arbeit auch auf seine Gesundheit aus, doch Schwäche- und Ohnmachtsanfälle ignoriert er gekonnt. Dann erleidet er einen Schlaganfall. Die Konsequenzen daraus kann er nicht ignorieren. Gedächtnisstörungen machen es ihm schwer seinem Job weiter nachzugehen. Kurz darauf wird er gefeuert. Dann nimmt er den Vorschlag seiner Tochter Julia an und läuft mit ihr zusammen den Jakobsweg ab.


Der offizielle Trailer zum Film:


Hier gibt’s die bisherigen Tracks zum Nachhören: