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Ausgangsbeschränkung wegen Covid-19: Das ist in Bayern verboten und erlaubt

Wie gefährlich ist das Coronavirus wirklich? Was kann ich tun um eine Ansteckung zu vermeiden? Das bt hat mit Experten gesprochen und klärt zehn wichtige Fragen zum Coronavirus.

Coronavirus: Bayern verbietet Großveranstaltungen ab 1.000 Personen

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Das Bayerische Rote Kreuz hat die Alarmstufe 1 ausgerufen. Jetzt hat die Bayerische Regierung Konsequenzen gezogen.

Coronavirus: Das Bayerische Rote Kreuz ruft Alarmstufe 1 aus

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Jetzt hat das Bayerische Rote Kreuz die Alarmstufe 1 ausgerufen.

Coronavirus in Franken. In fränkischen Regionen breitet sich Covid-19 aus.

Alle Infos zum Coronavirus: Wie gefährlich ist die Krankheit wirklich?

Das Coronavirus breitet sich nun auch in Deutschland weiter aus. Nachdem die Krankheit im Dezember in der chinesischen Stadt Wuhan seinen Ursprung nahm, sind inzwischen auch mehrere Fälle in Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken aufgetreten. Inzwischen gibt es auch zwei bestätigte Fälle im Landkreis Bayreuth. In Apotheken sind Desinfektionsmittel und Mundschutz vergriffen, in Supermärkten decken sich Bürger für eine Notsituation ein.

Dieses Vorgehen und Meldungen über die Absage von Großveranstaltungen verunsichert Bürger. Wie gefährlich ist das Coronavirus wirklich? Was kann ich tun um eine Ansteckung zu vermeiden? Das Bayreuther Tagblatt hat mit Experten gesprochen und klärt zehn wichtige Fragen zum Coronavirus.

Coronavirus: Wie viele Infizierte gibt es?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt jeden Tag neue Zahlen über die Zahl der weltweit Infizierten heraus. Am Donnerstagmorgen (5.3.2020) waren es weltweit 95.270 bestätigte Fälle. Gestorben sind davon, laut WHO, 3.279 Menschen. Das sind 0,03 Prozent der Betroffenen. In Deutschland sind derzeit 262 mit dem Virus infizierte Menschen bekannt. Hier gibt es eine Übersicht über die bestätigten Fälle in Franken.

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Ende Februar erklärte Klaus von Stetten vom Gesundheitsamt in Bayreuth: “Der Corona-Virus ist weniger gefährlich als der jährlich auftretende Grippe-Virus.” Wie auch bei einer Grippe könne der Virus vor allem für ältere Menschen oder Menschen mit chronischen Krankheiten gefährlich werden und zum Tod führen. Allerdings ist das auch hier nicht der zwingende Verlauf.

Wie unterscheidet sich das Coronavirus von einer Grippe?

Die Symptome ähneln sich zu Beginn sehr, erklärt Klaus von Stetten vom Gesundheitsamt in Bayreuth. Halsschmerzen, Husten, Erschöpfung und Fieber würden daher am Anfang der Erkrankung auftreten. Diese Symptome könnten dann im weiteren Verlauf in einer schweren Lungenentzündung münden, so Klaus von Stetten.

Hilft Händewaschen gegen das Coronavirus? 

Prof. Harald Rupprecht vom Klinikum Bayreuth sagt, dass es keinen hundertprozentigen Schutz gegen das Coronavirus gebe. Ein regelmäßiges und intensives Händewaschen könne aber eine gute Vorsichtsmaßnahme sein. Komplett vor dem Virus schützen, könne es aber nicht.

Wie kann ich mich und meine Mitmenschen vor Covid-19 schützen?

Beim Husten und Niesen gebe es einige Hygienemaßnahmen, die Bürger beachten sollen. „Halten Sie sich bitte ein Taschen Tuch vor Mund und Nase und werfen es danach weg“, sagt Professor Rupprecht vom Klinikum Bayreuth. Sollte keines zur Hand sein, ginge auch die Armbeuge. Nach Informationen des Bayerischen Gesundheitsamtes solle man sich auf keinen Fall in die Handflächen niesen. Anschließend sollten Bürger ihre Hände im Idealfall desinfizieren.

Kann ich mich mit einem Mundschutz komplett vor dem Virus schützen?

“Ein normaler Mundschutz ist kein Allheilmittel”, sagt Professor Rupprecht. Dennoch habe er Vorteile. “Er schützt, wenn man direkt angehustet wird. Und er schützt andere, wenn man selbst krank ist”, sagt er.

Wie kann ich eine Ansteckung vermeiden?

Für Schwangere, alte und immunschwache Menschen kann der Virus gefährlich sein. Für diese Menschen sei es hilfreich, belebte Orte und Versammlungen zu vermeiden. „Wer weniger oft Einkaufen geht, geht auch ein geringeres Risiko ein“, erklärt Professor Rupprecht vom Klinikum Bayreuth. Zusätzlich sei es hilfreich den Körperkontakt zu verringern. Umarmungen und Händeschütteln seien Verbreitungswege für Atemwegserkrankungen.

Es kommt zu „Hamsterkäufen“? Muss ich Angst davor haben, vor komplett leeren Regalen zu stehen?

Die Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln und Konserven ist durch die Angst vor dem Coronavirus gestiegen. Dennoch müssen sich Konsumenten keine Sorgen darüber machen, keine Lebensmittel mehr zu bekommen. „Es wird verstärkt eingekauft, aber die Warenlieferungen sind nicht gefährdet. Von daher ist bei uns immer etwas vorhanden“, erklärt Maik Richter, der Marktleiter von Real in Bayreuth.

Wie verhalte ich mich, wenn ich die Vermutung habe, mich angesteckt zu haben?

Das Gesundheitsamt Bayreuth empfiehlt hier ein sofortiges Handeln. Wer nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet Krankheitssymptome zeigt oder nachweislichen Kontakt mit einer infizierten Person hatte, meldet sich bitte unbedingt telefonisch bei der Hausarztpraxis und kommt nicht unangemeldet in die Praxis. So werden Ansteckungen vermieden. Am Telefon werden Betroffene dann über weitere Maßnahmen informiert.

Meine Apotheke hat kein Desinfektionsmittel mehr. Wie bekomme ich trotzdem welches?

Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Anleitung herausgegeben, wie Sie sich selbst Desinfektionsmittel herstellen können. Die Anleitung zum Herstellen eines Desinfektionsmittels gibt’s hier. Auch einige Apotheken haben eigens hergestellte Mittel auf Lager.

Desinfektionsmittel wegen Coronavirus ausverkauft: So kann man es selbst herstellen

Der Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Inzwischen gibt es zwei bestätigte Fälle im Kreis Bayreuth. Das bt hatte bereits zuvor beim Klinikum Bayreuth und beim Gesundheitsamt nachgefragt, wie wahrscheinlich der Ausbruch des Coronavirus in Bayreuth ist.

In Apotheken gibt es derzeit Lieferengpässe bei Desinfektionsmitteln und Mundschutzen. Die Rathaus Apotheke Bayreuth hat nun selbst Abhilfe geschaffen und ein eigenes Hand-Desinfektionsmittel hergestellt, um Bürger vor der Ausbreitung des Coronavirus zu schützen. Daneben hat auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun ein Rezept veröffentlicht, mit dem sich Bürger zuhause eigenes Desinfektionsmittel herstellen können.

Update vom 4.3.2020, 8 Uhr: Anleitung für die Herstellung eines eigenen Desinfektionsmittels

Aufgrund des Coronavirus ist die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln groß. In vielen Apotheken sind diese daher nicht mehr vorrätig. Auf Online-Plattformen verkaufen Privatpersonen diese daher für hohe Preise. Jetzt hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Rezept zur Herstellung eines Desinfektionsmittels veröffentlicht.

Die Zutaten für die Herstellung eines Desinfektionsmittels

  • 830 ml Ethanol 96% oder 750 ml Isopropylalkohol 99,8%
  • 45 ml Wasserstoffperoxid 3%
  • 15 ml Glycerin 98%
  • 110 ml abgekochtes Wasser

Alle Zutaten müssen in einer Flasche oder einem anderen Behälter gut miteinander vermischt werden. Danach kann das Mittel zur Desinfektion verwendet werden.

Zur Anwendung gibt die Weltgesundheitsorganisation folgende Ratschläge:

  • Das Desinfektionsmittel ist zur äußeren Anwendung geeignet
  • Es sollte für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden
  • Nutzer sollten dringend vermeiden, dass das Mittel in die Augen gerät
  • Das Desinfektionsmittel ist leicht entflammbar
  • Das selbstgemachte Mittel sollte nur eine Notlösung sein, da gekaufte Mittel die Haut besser vor Austrocknung schützen

Die Nachfrage nach Lebensmittel ist durch den Coronavirus gestiegen. Foto: Redaktion.

Update vom 3.3.2020, 13 Uhr: Lieferengpässe in Apotheken, Hamsterkäufe in Supermärkten

“Desinfektionsmittel und Mundschutze sind leider vergriffen!” Diese Aussage hört man in Apotheken in ganz Bayreuth. Wann es Nachschub gibt, kann niemand genau sagen, weil das Problem weit über die Grenzen Bayreuths hinaus geht. Die Rathaus Apotheke Bayreuth hat nun selbst Abhilfe geschaffen und ein eigenes Hand-Desinfektionsmittel hergestellt.

Auch in Bayreuther Supermärkten decken sich die Bürger für Notfälle ein. So kommt es bei Konserven und länger haltenden Lebensmitteln zu stark ausgeräumten Regalen. Über Nachschub brauchen sich die Konsumenten hier jedoch keine Gedanken machen, wie Maik Richter, der Geschäftsführer des Bayreuther Real-Marktes erklärt.

Es wird verstärkt eingekauft, aber die Warenlieferungen sind nicht gefährdet. Von daher ist bei uns immer etwas vorhanden.

(Marktleitung von Real, Riedinger Straße)

Mundschutz. Symbolbild: Ani Kolleshi/ unsplash.

Update vom 29.2.2020, 17:30 Uhr: So schützt man sich vor dem Coronavirus

Händewaschen

Einen hundertprozentigen Schutz gegen das Corona-Virus gebe es nicht, sagt Professor Rupprecht. Aber es können gewisse Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Dazu gehört regelmäßiges und intensives Händewaschen. “Mindestens 30 Sekunden mit viel Seife”, rät Dr. von Stetten. Zudem empfiehlt der Professor unterwegs immer ein Fläschchen Händedesinfektionsmittel dabei zu haben.

Husten und Niesen

Beim Husten und Niesen gebe es auch gewisse Hygienemaßnahmen, die zu beachten sind. “Halten Sie sich bitte ein Taschentuch vor Mund und Nase und werfen Sie es danach weg”, sagt Professor Rupprecht. Sollte keines zur Hand sein, ginge wahlweise auch die Armbeuge. Danach sollten die Hände bestenfalls desinfiziert werden.

Türklinken desinfizieren

Umarmungen und Hände schütteln sind Verbreitungswege für Atemwegserkrankungen. Deswegen empfiehlt Professor Rupprecht den Körperkontakt zu verringern. Er rät auch zur Vorsicht bei Oberflächen, die von vielen Menschen angefasst werden. Dazu gehören Türklinken, Aufzugknöpfe und Haltegriffe. Dr. von Stetten bestätigt dies und empfiehlt, Türklinken beziehungsweise seine Hände, nach dem Anfassen einer solchen zu desinfizieren.

Weitere Schutzmaßnahmen

“Ein normaler Mundschutz ist kein Allheilmittel”, sagt Professor Rupprecht. Dennoch habe er Vorteile. “Er schützt, wenn man direkt angehustet wird. Und er schützt andere, wenn man selbst krank ist”, sagt er. Ein weiterer Effekt sei, dass die Maske einen davon abhalte, sich ins Gesicht und damit an die Schleimhäute zu fassen. Ebenfalls sei es hilfreich, belebte Orte und Versammlungen zu meiden. Denn “das Ansteckungsrisiko zu vermeiden, ist auch Planungssache”, sagt Professor Rupprecht. “Ein Beispiel: Wer weniger oft Einkaufen geht, geht auch ein geringeres Risiko ein.”

Das Bayreuther Klinikum. Foto: Redaktion.

Bericht vom 28.2.2020, 15 Uhr: “Es ist nicht mehr die Frage ob, sondern wann”

Das Coronavirus ist auch in Mittelfranken aufgetaucht. Bei einer Pressekonferenz der Staatsregierung wurde bekannt, dass ein Mitarbeiter des Uniklinikums Erlangen sich in einem Meeting bei einem Italiener infiziert hat. Der Erlanger wurde vorerst häuslich isoliert und ist nun in Behandlung. Das Coronavirus ist demnach in Franken angekommen. Das bt hat im Klinikum Bayreuth und beim Bayreuther Gesundheitsamt nachgefragt.

Wie gefährdet ist Bayreuth?

Thomas Rupprecht ist der Ärztliche Direktor der Klinikum Bayreuth GmbH und weiß über diese Krankheit Bescheid. “Nach unserer Einschätzung ist es nicht mehr die Frage ob, sondern wann der erste bestätigte Corona-Fall auch im Raum Bayreuth eintritt”, sagt er. Das bestätigt auch Fachbereichsleiter Klaus von Stetten vom Gesundheitsamt. “Das Coronavirus wird in Bayreuth genau wie in jeder anderen Stadt auftreten”, sagt er.

Kein Grund zur Panik vor dem Coronavirus

Das sei allerdings kein Grund zur Panik, kann Professor Rupprecht beruhigen. Denn laut der bisher umfassendsten Studie zum Coronavirus in China, hätten die meisten Infektionen einen harmlosen Verlauf. Trotzdem sei es schwer, vorherzusagen wie gefährlich das Virus sei, sagt Professor Rupprecht. Denn die Einschätzung kann sich natürlich nur auf die Daten stützen, die bisher vorliegen.

Laut einer Studie seien 80,9 Prozent der Infektionen als mild einzustufen. 13,8 Prozent der Fälle sind ernst und 4,7 Prozent der Infektionen seien lebensbedrohlich. Für diese Studie wertete das Chinesische Zentrum für Seuchenkontrolle und -vorbeugung Daten über 72.314 Infektionen aus.

Coronavirus oder Influenza?

Klaus von Stetten relativiert die Sache noch weiter. Richtig gefährlich sei das Corona-Virus für alte Menschen und Immunschwache. Für sie kann die Krankheit im schlimmsten Fall tödlich enden. Aber das könnte auch bei anderen Infektionskrankheiten wie der Grippe der Fall sein. “Der Coronavirus ist nicht so schlimm wie die Influenza”, sagt von Stetten. An der Influenza seien wesentlich mehr erkrankt und viele Menschen würden sich dennoch nicht impfen lassen. Beim Coronavirus gibt es dagegen bisher keinen Impfschutz.

Ein weiterer Experte aus Bayreuth weiß auch, wie gefährlich das Corona-Virus wirklich ist.

Wegen Knappheit durch den Coronavirus: Bayreuther Apotheke stellt eigenes Desinfektionsmittel her

Die Auswirkungen des Coronavirus machen auch vor der Region Bayreuth nicht halt. Am Montag (2.3.2020) wurden bekannt, dass in einer Arztpraxis in Goldkronach zwei Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. 

In Supermärkten kommt es zu leeren Regalen, weil Menschen sich für den Notfall mit Lebensmitteln eindecken, in Apotheken sind Desinfektionsmittel und Mundschutze vergriffen. Aufgrund von Lieferengpässen ist fraglich, wann Nachschub geliefert wird. Die Bayreuther Rathaus Apotheke stellt deshalb jetzt ihr eigenes Handdesinfektionsmittel her.

Rathaus Apotheke Bayreuth stellt eigenes Desinfektionsmittel her

Wollte man sich in den letzten Tagen in Bayreuther Apotheken für den Coronavirus rüsten, bekam man oftmals die selbe Antwort. Mundschutze und Desinfektionsmittel seien vergriffen und es sei unklar, wann es wieder Nachschub gebe. Besonders die gründliche Desinfektion der Hände sei allerdings sehr wichtig, um den Coronavirus daran zu hindern, sich auszubreiten, erklärt Dr. Jens Landwehr, der Geschäftsführer der Rathaus Apotheke Bayreuth.

„Es reicht nicht, seine Hände einfach mit Wasser abzuwaschen. Deshalb haben wir gehandelt und unser eigenes Hand-Desinfektionsmittel hergestellt.“

(Dr. Jens Landwehr, Rathaus Apotheke Bayreuth)

Die Rathaus Apotheke Bayreuth. Foto: Susanne Monz.

Mitarbeiter sorgen für Nachschub

Landwehr erklärt weiter, dass die Grundsubstanzen dafür in einer Apotheke ja sowieso vorhanden seien. Nach der Vorschrift der WHO und in Absprache mit der Regierung hat das Team der Apotheke dann das Hand-Desinfektionsmittel hergestellt. Das könne und dürfe jede Apotheke tun, so Landwehr. 

Die Rathaus Apotheke sei da nicht die einzige in Deutschland. Für das eigene Desinfektionsmittel hat die Bayreuther Apotheke sehr viel Lob bekommen, auch von Ärzten. Am Dienstagmorgen (3.3.2020) seien noch rund 25 Flaschen vorhanden, weitere seien allerdings in Arbeit, da die Rathaus Apotheke extra Mitarbeiter abgestellt hat, die für Nachschub sorgen.

Mehr zum Coronavirus in Bayreuth gibt’s hier.