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Fridays for Future veranstaltet “größte Online-Demonstration der Geschichte”

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Aufgrund des Veranstaltungsverbots findet derzeit keine gewöhnlichen Freitagsdemos statt. Deshalb hat sich die Bewegung nun eine andere Art zu demonstrieren einfallen lassen.

Fridays For Future in Bayreuth: Mahnwache vor Siemens wegen Australien

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Am Freitagmittag, den 10.01.2020, hielten die Anhänger der Fridays For Future Bewegung eine Mahnwache vor dem Siemens Gebäude in Bayreuth ab.

Fridays for Future: Jetzt gibt’s die ersten Bußgeldbescheide

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Die Fridays-for-Future-Bewegung bleibt auch in den Ferien laut. Auch Bußgelder halten die Demonstranten nicht auf.

Die ersten Bußgelder für Demonstranten

Anfang dieser Woche wurde bekannt, dass das Ordnungsamt Mannheim gegen sechs Schüler Bußgeldbescheide erlassen hat. 88,50 Euro sollen die Jugendlichen zahlen, weil sie am 24. Mai an einer Demonstration in Mannheim teilgenommen und deshalb zwei Schulstunden verpasst haben. Es ist der erste bekannt gewordenen Fall ordnungsrechtlicher Strafen gegen Teilnehmer von Fridays-for-Future-Demonstrationen.

Lesen Sie auch, was Bayreuther Schulleiter und Politiker zu den Demos sagen:

Wir stehen hinter der allgemeinen Schulpflicht, die wir als Privileg betrachten. Aufgrund der Klimakrise sehen wir uns allerdings dazu genötigt, zivilen Ungehorsam auszuüben.

(Zitat aus einer Pressemitteilung von Fridays for Future)

Bayreuther Klima-Aktivisten lassen sich nicht abschrecken

Magdalena Schlags organisiert die Demonstrationen in Bayreuth. Sie findet klare Worte:

Ich finde das affig.

(Magdalena Schlags)

Die Bayreuther Klimaschützer lassen sich von den Bußgeldbescheiden gegen die Mannheimer Schüler nicht abschrecken. “Ich dachte eigentlich, wir wären an einem Punkt, an dem alle verstanden haben, warum wir auf die Straße gehen und dass das nichts mit Schuleschwänzen zu tun hat”, sagt Schlags. Sie könne nicht verstehen oder nachvollziehen, was die Aktion soll, denn eigentlich habe die Bewegung Rückenwind auch aus der Politik.

Auch in den Ferien aktiv

Nur weil Ferien sind, ist das Klima nicht mehr wichtig? Fehlanzeige! Die Bayreuther Fridays-for-Future-Anhänger haben auch in den Sommerferien einige kleinere Aktionen geplant. Natürlich seien viele im Urlaub, aber: “Wir wollen zum Beispiel einen Kleidertausch-Stand in der Innenstadt aufbauen”, verrät Schlags. Außerdem stehe am 20. September die nächste große internationale Demonstration an. Auch daran wollen sich die Bayreuther beteiligen.

Klimaforscher schlägt Alarm: Bayreuth heißer als andere Städte

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Der Klimaforscher Christoph Thomas schlägt Alarm. Während die Temperatur in den vergangenen 100 Jahren weltweit um 0,8 und in Deutschland um 1,4 Grad Celsius gestiegen sei, habe sie in Bayreuth um 3,8 Grad zugelegt.

Woran das liegt? Dem Klimaforscher zufolge daran, dass Bayreuth immer mehr verdichtet werde und an der Tal-Lage der Stadt. Bayreuth habe damit trotz seiner geringen Größe mit einem Problem zu kämpfen, das sonst nur von Großstädten bekannt sei. Und Thomas warnt: Mit jedem Grad mehr verdopple sich die Sterberate von Menschen über 65 Jahren.

Wie zum Beweis, dass Bayreuth klimatisch auf ein großes Problem zusteuert, spricht der Klimaforscher im Stadtrat an einem Tag, an dem es draußen, vor dem klimatisierten Tagungsraum im Rathaus, 36,6 Grad heißt ist. Der Mittwoch, der 26. Juni, ist damit nur ein Grad kälter als ein Tag im August 2003, der mit 37,3 Grad als wärmster jemals in Bayreuth gemessener Tag in die Geschichte eingegangen ist.

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Der Forscher liefert weitere Daten:

Demnach lagen acht der zwölf wärmsten Monate aller Zeiten in den vergangenen 30 Jahren. Thomas sagt weiter, in den vergangenen Jahren sei in Bayreuth immer genügend Oberflächenwasser vorhanden gewesen um den Main oder den Grundwasserspiegel zu speisen. Im vergangenen Jahr sei das bis zum Dezember nicht so gewesen. Und: In der Innenstadt, allen voran in der Kämmereigasse, sei es regelmäßig um gut fünf Grad wärmer als an kühleren Orten der Stadt. Auch der Stadtteil St. Georgen sei wegen der Art der Bebauung und des vielen Kopfsteinpflasters ganz besonders warm.

“Kalte Finger” erhalten

Die kühleren Orte, Thomas spricht von den “kalten Fingern” der Stadt, seien die Mistel, der Röhrensee, der Botanische Garten und der Rote Main. Dort warnt der Klimaforscher vor weiteren Baumaßnahmen. Vor allem an der Mistel werden aber genau diese gerade geplant.

Bauprojekte an der Mistel sind problematisch und sollten überdacht werden.
(Christoph Thomas, Klimaforscher)

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Auch die Stadtteile Birken und Altstadt sollten dem Klimaforscher zufolge nicht weiter verdichtet werden. Bezüglich der seit Monaten hitzig geführten Diskussion um ein Neubaugebiet am Eichelberg, sagt Thomas:

Wir werden demnächst konkrete Messungen vornehmen um zu prüfen, ob der Eichelberg stadtklimatisch wirksam ist.

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Tagebau Garzweiler: Dörfer am Abgrund

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Neele Boderius schickt auch am zweiten Tag der Großdemo von Fridays-for-Future ihre Eindrücke für das bt aus dem Drei-Länder-Eck. Heute ging es für die Bayreuther und ihre Mitstreiter an die Tagebaukante Garzweiler.

Die Demonstranten zogen auch nach Keyenberg, einem Dorf, das vom Abbaggern unmittelbar bedroht ist. Die Jugendlichen setzten sich dafür ein, um das Dorf vor dem Tagebau zu retten. Denn in dieser Gegend sind dem Tagebau bereits viele Dörfer zum Opfer gefallen.

Viele Dörfer wurden vom Tagebau bereits verschluckt. Foto: Neele Boderius

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Umweltschutz: Ein Bus voller Bayreuther fährt zur Großdemo

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Die Fridays-for-Future-Bewegung hat längst nicht mehr etwas mit Schuleschwänzen zu tun. Die Jugendlichen, die sich in den Ortsgruppen in ganz Deutschland und weltweit für den Klimaschutz engagieren, meinen es ernst. Wie sehr sie für eine saubere Klimapolitik kämpfen, beweisen die Aktivisten wieder am Wochenende. In Aachen versammeln sich Fridays-for-Future-Gruppen aus ganz Europa zu einem gigantischen internationalen Streik in der Nähe des Drei-Länder-Ecks. Auch Jugendliche aus Bayreuth reisen mit dem Bus nach Aachen, um sich für den Klimaschutz stark zu machen, zwei Bayreuther fahren sogar mit dem Fahrrad zur Demo. Damit alle, die nicht mitfahren können, trotzdem dabei sind, berichtet das Bayreuther Tagblatt am Freitag und Samstag über die Aktionen.

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Aktionen im Braunkohlerevier

Engagierte aus sechzehn Ländern gehen dabei gemeinsam auf die Straße. Ihr Ziel: Der Politik zeigen, dass Klimaschutz ein globales Problem ist, das nicht national gelöst werden kann.

Das ganze Wochenende über finden im rheinischen Braunkohlerevier, dem größten CO2-Produzenten Europas, Aktionen von “Ende Gelände” statt, bei denen Menschen mit ihren Körpern die Kohle-Infrastruktur blockieren.

Klimaschutz-Konzert mit internationalen Stars

Der große Streik in Aachen beginnt am Freitag um 12 Uhr an mehreren Orten in der Stadt. Vor dem Tivoli, dem Fußballstadion von Alemania Aachen, kommen um 14 Uhr alle zu einer Abschlusskundgebung zusammen. Danach steigt ein großes Klimagerechtigkeits-Konzert mit bekannten Musikern. Unter anderem machen Ruslana, die ukrainische Gewinnerin des ESC und politische Aktivistin, Brass Riot, Leo Holldack und Bodo Wartke mit Songs zum Klimaschutz Stimmung.

Blockade

Am Samstag machen die Aktivisten an der Kante des Tagebaus Garzweiler auf eine gerechte Klimapolitik aufmerksam – unter anderem mit einem “Teach In”. Direkt an der Tagebaukante bauen die Demo-Teilnehmer ein Klassenzimmer auf, um dem Energiekonzern RWE klar zu machen, dass sein Platz in den Geschichtsbüchern ist. Nach der Lektion ziehen die Klimaschützer weiter nach Keyenberg. Das Dorf ist wegen des Braunkohleabbaus vom Abbaggern bedroht.

Fürs Klima: Mit dem Fahrrad zur Großdemo nach Aachen

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Zwei Bayreuther Abiturienten fahren zur Fridays for Future-Großdemo nach Aachen. Das Kuriose daran: Sie starten bereits eine Woche vorher, denn sie fahren die ganze Strecke mit dem Fahrrad.

Umweltschutz statt Ballermann

Die Bayreuther Jonas Babel und Malte Borken haben dieses Jahr ihr Abi gemacht. Doch anstatt nun eine wilde Sauftour auf dem Ballermann zu unternehmen, haben die beiden ein anderes Ziel: Aachen. Dort finden zwischen dem 19. und dem 24. Juni mehrere Protestaktionen für den Klimaschutz statt. Neben einer Großdemonstration am Freitag, zu der hunderte Demonstranten aus mehreren Ländern erwartet werden, ist auch eine Blockade am Tagebau Garzweiler geplant.

Fridays for Future-Demo am Bayreuther Ehrenhof. Foto: red

Die beiden Abiturienten treten ihren Weg zum Dreiländereck schon eine Woche vorher an. Das hat einen besonderen Grund: Sie fahren den kompletten Weg mit dem Fahrrad. Für Jonas Babel ist das kein Problem:

Für mich ist ein Fahrrad auch einfach ein Fortbewegungsmittel. Daher spricht ja nichts dagegen, auch zu weiter entfernten Orten mit dem Rad zu fahren.
(Jonas Babel)

Der Fridays for Future-Zug zeiht durch die Ludwigstraße. Foto: red

Mit der Landkarte unter freiem Himmel

Mit im Rucksack haben die Schulabsolventen nur Hygieneartikel, Bettzeug und Essen. Übernachten wollen die beiden unter freiem Himmel. Für Jonas ist der Trip nach Aachen nicht die erste Reise dieser Art. Zuvor ist der Bayreuther schon mit dem Fahrrad zur Ostsee gefahren.

Bei der Planung der Route ist Babel ganz altmodisch vorgegangen. Anstatt moderner GPS-Geräte und einer elektronischen Navigation setzt der Abiturient auf Landkarten. Mit diesen kennt sich der auch als Pfadfinder aktive Jonas bestens aus. Daneben engagiert er sich beim Summer in der City e.V. für biologische Vielfalt. Den Trip zur Großdemo sieht der Abiturient daher größtenteils auch als Urlaub:

Die Schule ist ja jetzt vorbei und wir haben sowieso Urlaub. Da fährt man ja gerne mal ein paar Tage weg. Und da ich sowieso gerne Fahrrad fahre, hat sich der Trip zur Großdemo perfekt angeboten. Die Strecke ist gut und man kann ja auch mal in Deutschland Urlaub machen.
(Jonas Babel über den Trip zur Großdemo nach Aachen)

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Demo und Volxküche: Fridays for Future wird immer größer

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Zwei Tage vor der Europawahl haben in ganz Deutschland wieder Zehntausende Studenten und Schüler für eine bessere Klimapolitik demonstriert. In vielen Städten, so auch in Bayreuth, beteiligten sich an diesem Freitag mehr junge Menschen an der Demo als je zuvor.

Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!

Bundesweit sprechen die Organisatoren von mehreren Hunderttausend Teilnehmern. In Bayreuth ist von rund 300 Teilnehmern die Rede. Das wären 100 mehr als noch zu Beginn des Jahres.

Foto: red

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Neben einer Kundgebung am Ehrenhof stand in Bayreuth ein gemeinsames Essen auf dem Programm. Um Plastikmüll zu vermeiden, erging zuvor der Aufruf, ordentliche Teller und Besteck mitzubringen, um Einweg-Geschirr zu vermeiden. Der Verein Transitionhaus kochte im Rahmen einer Volxküche dazu ein veganes Mittagessen für die Teilnehmer. Verwendet wurden Lebensmittel, die noch haltbar waren aber andernorts weggeworfen wurden. Die Ausgabe geschah auf Spendenbasis.

Foto: red

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Seit Monaten demonstrieren die Schüler freitags für eine bessere Klimapolitik. Die Aktivisten von Fridays for Future fordern unter anderem die Einhaltung der Pariser Klimaziele. Seit einigen Wochen werden sie von Studenten unterstützt.