Beiträge

1917: “Ein grandioses und bildgewaltiges Meisterwerk!”

Aktualisiert am

“Der Film zeigt schonungslos das Leid der Soldaten im Ersten Weltkrieg, die von den aufeinander treffenden Kriegsgegnern sinnlos in den Tod geschickt wurden.”

In der Ludwigstraße in Bayreuth wurde schon ein Kinofilm gedreht.

In welchen Filmen Bayreuth zu sehen ist

Aktualisiert am

In diesen Filmen ist die Stadt Bayreuth zu sehen: vom Kino bis zum Sonntagabend-Klassiker.

Fichtelgebirgskrimi Siebenstern: Der Trailer ist da!

Aktualisiert am

Das Warten hat bald ein Ende. Ab 13. Februar startet der Fichtelgebirgskrimi Siebenstern in den Kinos. Einen ersten Trailer gibt es hier.

Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers: So ist der letzte Teil der Saga

Aktualisiert am

Die legendäre Filmreihe geht mit Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers in die letzte Runde. Ob der dritte Teil der Triologie mit den Vorgängern mithalten kann, verraten bt-Kinokriter Alex Bauer und zwei bt-Leser in ihrer Review.

Der Trailer zum Film

Das sagen die bt-Leser:

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

bt- Filmkritiker Alex Bauer.

Nun findet also mit “Der Aufstieg Skywalkers” die dritte Star-Wars-Trilogie ihr Ende. Was Disney da jetzt dreimal abgeliefert hat, war, ehrlich gesagt, nix Besonderes.

Schon die ersten beiden Teile waren ok, mehr aber auch nicht. Natürlich gab es den einen oder anderen tollen Star-Wars-Moment, keine Frage. Wiedersehen mit Chewbacca, Han Solo, Prinzessin Leia, mit C3PO oder mit Luke Skywalker waren gut und haben sicher geholfen, die Fans auf Disneys Sicht auf das Star-Wars-Universum einzustimmen. Aber irgendwie hatte man bei Teil 7 und 8 immer den Eindruck, als hätten sich die Macher einfach aus den alten Filmen bedient und die gleiche Geschichte, natürlich etwas anders, wieder erzählt.

So geht es einem in “Der Aufstieg Skywalkers” ebenfalls, allerspätestens bei einer, Überraschung, großen Weltraumschlacht, in der die Rebellen wieder einmal hoffnungslos in Unterzahl sind und es so scheint, als würde das Ganze nicht gut für sie ausgehen. Das hatten wir doch schon in Teil…ach naja.

Achso, vom Widerstands-Funken, der in Teil 8 durch den Tod von Luke Skywalker eigentlich im Universum entfacht werden sollte, merkt man herzlich wenig, die Rebellen sind immer noch ein versprengter Haufen. Nun gut. Immerhin wird man im finalen Film auch mit den Protagonisten warm – sogar mit dem Ex-Stormtrooper Finn, auch wenn er immer noch nicht viel zur eigentlichen Geschichte beiträgt. Endlich erfährt man zudem alles über die merkwürdige Verbindung zwischen der Heldin Rey und dem Solo-Sohn Kylo Ren. Zeit wurde es auch. Und auch der familiäre Hintergrund Reys offenbart sich endlich und sorgt für einen Oha-Moment – den einzigen im ganzen Film.

Schlecht ist “Der Aufstieg Skywalkers” dennoch nicht. J. J. Abrams inszeniert wieder tolle Welten, auf die die Protagonisten reisen, es gibt Wiedersehen mit alten Bekannten, spektakuläre Raumschiffschlachten mit großartigen Effekten, spannende Laserschwert-Duelle zwischen Rey und Kylo Ren und auch der Dialogwitz kommt nicht zu kurz. Hinzu kommen wieder zig charmante und oft skurrile Nebenfiguren, die gut in die Star-Wars-Welt passen und für den einen oder anderen Lacher gut sind. Da passt vieles und das lenkt alles ein wenig von den Schwächen ab, die der Film leider hat. Trotzdem bleibt “Der Aufstieg Skywalkers” ein durchschnittlicher Film, der jetzt die große Saga zu Ende erzählt und für Disney endlich die Türen öffnet, ganz neue Star-Wars-Geschichten zu erfinden, weit weg von Luke Skywalker, Darth Vader und allen Figuren, die in neun Teilen aufgetaucht sind. Ob dass dann frischer und innovativer wird, weiß man natürlich nicht. Man kann es nur hoffen.”

3 von 5 Sternen

Bayreuths erste Kinos: Spargel statt Popcorn

Aktualisiert am

Wer heutzutage ins Kino geht, kann die Geschichte auf der großen Leinwand mit allen Sinnen erleben, so als wäre er mittendrin. 3D- und ganz neu in Bayreuth 4DX-Technologien machen es möglich. Doch das war natürlich nicht immer so. bt-Autor Stephan Müller schaut zurück ins 19. Jahrhundert zu den Anfängen, als die ersten Filme in Bayreuth noch als Aneinanderreihung von Einzelbildern im ersten Kino der Stadt gezeigt wurden.


Erste Vorstellung im Alten Schloss

Im “Musenheim” von Christian Sammet im Alten Schloss fand 1897 die erste Bayreuther “Kinovorstellung” statt. Foto: Bernd-Mayer-Stiftung.

Der erste Bayreuther Kinofilm wurde im Alten Schloss gezeigt. In dem Gebäude in dem heute das Finanzamt residiert, hatte der Fotograf und Musenwirt Christian Sammet (1862 – 1920) sein Musenheim eingerichtet. Als im Jahr 1892 das Festspiellokal  “Angermann”, die Stammkneipe von Richard Wagner, und der Gasthof “Weißes Lamm” dem modernen Postgebäude in der Kanzleistraße weichen mussten, ergriff das geschäftstüchtige Bayreuther Original die Gunst der Stunde. Er holte das Angermannsche Inventar über die Straße in sein Lokal im Alten Schloss. Für die nächsten 16 Jahre war sein berühmtes Musenheim das “Absteigequartier für die Bühnen-Weihe-Festspielgäste”.

Auch interessant:

Wotan-Schinken und Siegmunds Stangenspargel statt Popcorn

Die Dirigenten Hermann Levi, Hans Richter, der Schauspieler Josef Kainz und die gesamte Sängerelite tummelten sich in Sammets Musenstübchen. Sie bekamen “Fafner-Haxn”, “Kundry-Schnitzel”, “Wotan-Schinken”, “Hundings-Keulen” und “Evchen-Kotelett” serviert. Besondere Spezialitäten waren “Mime-Eier” und “Siegmunds Stangenspargel”. Sammet machte aber auch als Produzent und Veranstalter von musikalischen Darbietungen, Varietéveranstaltungen und auch als erster “Kinoveranstalter” von sich Reden. So warb das “Unikum” erstmals im Jahr 1897 von einer Vorführung “lebender Photographien” in seinem Musenheim, in das die Bayreuther über einen Gartensalon an der Kanalstraße gelangten.

“Hochinteressant!” und “Fotographie in Lebensgröße”: So wirbt Christian Sammet für die erste Kinematographen-Vorstellung in seinem Musenheim. Foto: Bernd-Mayer-Stiftung

Es sind nicht todte Figuren, die man sieht, sondern sich bewegende Gestalten und nicht bloß eine oder zwei Figuren, sondern eine Reihe und noch mehr auf einmal.

(Das Bayreuther Tagblatt 1897)

Weitere Kinovorstellung zwei Jahre später

Auch wenn das erste Kino ganz sicher nur eine Aneinanderreihung von Einzelbildern war: Der wohl sehr große Erfolg animierte Sammet gut zwei Jahre später zur nächsten Kinovorstellung: “Ein jeder, der es sieht, ruft aus: Wunderbar!”, ließ er verkünden. So sahen die Bayreuther im Februar 1899 einen Bismarck-Film, in dem der alte Kanzler mit Hund zu sehen war. Weitere Kinoveranstaltungen im Musenheim sind uns nicht bekannt. Wegen eines Besitzerwechsels verabschiedete sich Sammet im Jahr 1908 als “Festwirt der grande nation”, ab diesem Zeitpunkt ging der Stern der “Eule” als Künstlerkneipe auf.

Kinovorführungen zwischen Schiffschaukeln und Karussellen

Auf  “Theater der lebenden Photographien” mussten die Bayreuther aber nicht verzichten. Auf den Messen und Kirchweihveranstaltungen boten ab 1900 immer mehr Kinematographen den staunenden Besuchern ihre Dienste an. Sie reihten sich zwischen den Karussellen, Schiffschaukeln, Zirkusdarbietungen und Schaubuden auf den Festplätzen ein. Die erste Vorstellung dieser Art bot der Kinematograph D. Dölle aus Fürth an, der sich am 10. Januar 1901 für den Bayreuther Pfingstmarkt am “Mainplatz” (heute Mainstraße) bewarb und quasi vom 9. bis 17. Mai Organisator der ersten Bayreuther Filmwoche war. Welche Filme er gezeigt hat, ist leider nicht bekannt.

Schlüpfrige Filme für die Herren

Was wir aber wissen, ist, dass die städtische Obrigkeit, die Gendarmerie und wohl auch die einheimischen Damen in den Folgejahren schon genau hinschauten, was die neue Zunft der Kinematographen der Bayreuther Männerwelt zwischen 1901 und 1905 so darbot.

Allein die Titel “Dinna Diana entsteigt dem Bad”, “Leben einer Pseudo-Baronesse” und “Die Liebe in allen Stockwerken” machten die Herren neugierig und prüde Bürokratie hellhörig.

Central-Theater: Erstes Kino in Bayreuth

Foto: Bernd-Mayer-Stiftung

Im Jahr 1908 war es dann soweit. In Bayreuth wurde das erste ortsfestes Kino gebaut. Die Unternehmer Joseph Mengele und Christoph Frank eröffneten am Sonntag, 18. Oktober, das “Central-Theater“, Bayreuths  “erstes, größtes und vornehmstes Theater lebender Photographien“. Es entstand am Ende der heutigen Wölfelstraße am Josephsplatz und hatte Platz für 500 Zuschauer. Im “Central” erlebten die Bayreuther auch die ersten “Tonbilder”, die als Vorläufer des Tonfilms gelten. Das Kino sollte lange bestehen. Auch nach dem zweiten Weltkrieg wurde es von 1949 bis 1964 noch einmal bespielt, ehe der Josephsplatz – auch durch den Bau des “Ring”-Hochhauses eine neue Gestalt bekam.

Schon zwei Jahre nach der Eröffnung des “Central” eröffneten Mengele und Frank ihre zweiten “Lichtspiele”. Am 9. Januar 1910 reichte der Bayreuther Maurermeister Max Köppel den Plan für einen Wohn- und Wirtschaftsneubau in der Kanalstraße 15 ein. Der Plan sah auch das “Union-Theater” vor, das bereits am 8. Oktober 1910 durch Bürgermeister Albert Preu eingeweiht werden konnte.

Mengele und Frank schufen sich mit ihren beiden Kinos eine enorme Vormachtstellung, sodass sich weitere Kinobetreiber in den Folgejahren sehr schwer taten.

Weitere Kinematographen steigen ins Geschäft ein

Dennoch erscheinen in dieser Zeit noch weitere Kinounternehmer auf der städtischen “Kinematographenliste”. Von  1916 bis 1920 betrieb der Fotograf Johann Konrad Friedel aus der Hirschenstraße ein “Lichtspielunternehmen”, von November 1921 bis Februar 1922 versuchte sich Josefine Wagner in der Rathstraße 4. Auch nicht besonders lang hielt sich Martin Wülfert mit seinem “Apollo” in der Karlstraße (heute: Albert-Preu-Straße). Wülfert hatte sich bis 1922 in der früheren Ludwigsturnhalle des Turnerbundes eingerichtet, die dann nur wenig später der Spitzhacke zum Opfer fiel.

Erfolgreiche Bayreuther Kinos

Die “Kammer-Lichtspiele” in der Schulstraße. Foto: Bernd-Mayer-Stiftung.

Viel erfolgreicher war hingegen die Initiative von Karl Haase, der zunächst das “Central” (nun “Zentral”) übernahm und zu Beginn der 20er-Jahre das “Lichtspielhaus Sonne” in der Richard-Wagner-Straße 6 eröffnete. Das Kino wurde später als “Blücher-Lichtspiele” und “Bali” (Bayreuther Lichtspiele) weitergeführt. Als zweites Haus eröffnete Haase wenig später die “Reichshof-Lichtspiele” in der Maximilianstraße 28. Ebenfalls von Erfolg gekrönt war die Investition von Richard Borns, der am 20. Oktober 1925 die Konzession für die “Kammer-Lichtspiele” in der Schulstraße 15 erhielt. Die drei Kinos “Reichshof”, “Kammer” und “Blücher” beherrschten das Bayreuther Kinoleben bis zum zweiten Weltkrieg.

Das Kino in der Richard-Wagner-Straße wurde in den 20er-Jahren als “Lichtspielhaus Sonne” eröffnet, wurde dann aber später als “Blücher-Lichtspiele” und “Bali” weitergeführt. Foto: Bernd-Mayer-Stiftung.

Nach dem Krieg wurden am 16. Februar 1950 die “Stadthallen-Lichtspiele” mit “Figaros Hochzeit” von Siegfried Thomas eröffnet, ehe sich von 1956 bis 1970 der “Filmpalast” in der Bahnhofstraße als erfolgreichstes Kino etablierte.

Handarbeit: Bayreuther gestaltet Filmplakate

Aus dieser Zeit gibt es noch zahlreiche Filmplakate, die der Bayreuther Grafiker und Plakatmaler Eberhard Loew schuf. Mit wetterfesten Temperafarben und einem Lohn von 17,50 Mark pro Einzelstück fertigte der Maler für die “Stadthallen-Lichtspiele” von Hand die Filmplakate an. Loew, der erst vor Kurzem mit über 90 Jahren gestorben ist, erzählte, dass viele Filme nur wenige Tage liefen, sodass er “nicht selten” zwei oder dreimal in der Woche zum Pinsel greifen musste. So entstanden weit über 1.000 Filmplakate mit Schauspielern wie Heinz Rühmann, Hans Moser, Theo Lingen, Luis Trenker und den amerikanischen Filmstars Gary Cooper, Errol Flynn und vielen anderen.

Die Familie Thomas betrieb in den 70er- und 80er-Jahren das Reichshof-Kino, das Kino-Center und das Rex-Kino in der Brandenburgerstraße. Die Thomas Filmtheater GmbH schloss ihre drei Kinos und baute gleichzeitig mit dem Rotmain-Center das “Cineplaza“, das 1997 eröffnete und inzwischen in “Cineplex” umbenannt wurde.


Text: Stephan Müller


Stephan Müller


Stephan Müller (53) ist Stadtrat, Hobbyhistoriker, freiberuflicher Journalist und Autor zahlreicher Bücher zur Geschichte Bayreuths. Für das Bayreuther Tagblatt hat er sein Archiv geöffnet. Die besten Anekdoten gibt es immer wieder hier beim bt.


Lesen Sie auch:

Jumanji – The next Level – “Hirn aus, Film ab”

Aktualisiert am

Als 2017 nach über 20 Jahren eine neue Version von Jumanji in die Kinos kam, war das ein voller Erfolg. Ob der neue Teil von Jumanji mit den Vorgängern mithalten kann, verraten bt-Filmkritiker Alex Bauer und die bt-Leser Domenic Feulner und Tobias Schif in ihrer Review.

Der Trailer zum Film

Das sagen Domenic Feulner und Tobias Schif zum Film

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet

bt- Filmkritiker Alex Bauer.

“Hirn aus, ‘Jumanji – The next Level’ an. 123 Minuten lang. Gleich vorweg: Wer mit dem ersten Teil der neuen Jumanji-Reihe nichts anfangen konnte, sollte einen weiten Bogen um die Fortsetzung machen. Wirklich.

Wer dagegen beim Action-Adventure-Klamauk mit Dwayne Johnson, Jack Black und Co. Spaß hatte, wird auch “The next Level’ mögen. So einfach ist das. Das Positive zu Beginn: die Actionszenen machen sehr viel Spaß, besonders wenn sich Dwayne Johnson durch Unmengen von Gegnern prügelt oder wilde Paviane beziehungsweise durchgedrehte Strauße das Helden-Quartett jagt. Das kann man sich gut ansehen, muss man dabei doch überhaupt nichts denken und kann auch berieseln lassen. Aber ein guter Film kann auch mit einer halbwegs interessant Story punkten. Das klappt bei ‘The next Level’ überhaupt nicht. Dessen Geschichte ist nämlich doch sehr einfallslos.

Die ersten 20 Minuten sind völlig belanglos für den Rest des Films, danach wird es auch nicht besser – und vor allem nicht spannender. Im Endeffekt wird einfach noch einmal Teil 1 aufgewärmt und an andere Orte Jumanjis verfrachtet. War es im ersten Film noch der wilde Dschungel, dürfen sich die vier Helden nun in der Wüste oder in den schneebedeckten Bergen austoben. Wow. Nicht. Ansonsten gibt es das bekannte “Huch, wenn wir sterben, verlieren wir ein Leben.” Tada, jeder stirbt zweimal. Jetzt müssen sie aber glatt aufpassen, nicht zu sterben. Mensch super, Happy End. Und nein, interessanter wird es nicht.

Achso, die Schauspieler der Teenagertruppe sind wieder komplett austauschbar und werden nur gebraucht, um dem Abenteuer in Jumanji irgendeinen Rahmen zu geben. Einzig die beiden älteren Herren Danny Glover und Danny DeVito fallen da irgendwie auf – positiv wohlgemerkt. Darum ist man relativ froh, wenn sie endlich Teil des Konsolenspiels “Jumanji” und zu den vier Helden Smolder Bravestone (Dwayne Johnson), Professor Sheldon Oberon (Jack Black), Franklin Finbar (Kevin Hart) und Ruby Roundhouse (Karen Gillan) werden. Dadurch darf unter anderem Johnson zeigen, wie es wäre, wenn der ziemlich gealterte DeVito in seinem Körper stecken würde.

Macht er gut, ist anfangs auch ganz lustig, blöderweise nervt das Ganze dann doch relativ schnell. Liegt aber vor allem an den platten Dialogen und den schlechten Witzen, die über ein “Haha, du bist alt” nicht hinausgehen. Und so geht es einem eigentlich ständig während der 123 Minuten. Was zu Beginn noch für den einen oder anderen Lacher gut ist, verflacht rasch und nervt. Schade drum.

2 von 5 Sternen

Dr. Sleeps Erwachen – “Die Fortsetzung eines Meisterwerks”

Aktualisiert am

“Es ist wohl einer der größten Schockmomente aller Zeiten.”, schreibt Dmitrij P. auf der Internetseite filmstarts.de über Stanley Kubricks Film “Shining”. Der Film aus dem Jahr 1980 gilt als einer der besten Filme seines Genres. Nun, fast 40 Jahre später, erhält er seinen Nachfolger: Dr. Sleeps Erwachen.

Ob der neue Film mit dem Klassiker mithalten kann und ob sich der Gang ins Kino lohnt, verrät bt-Kinokritiker Alex Bauer und bt-Leserin Emilie Meyer in ihrem Review.

Der Trailer zum Film

Das sagen Emilie Meyer zu Dr. Sleeps Erwachen:

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

bt-Kinokritiker Alex Bauer. Foto: Thorsten Gütling

2019 waren Stephen Kings Werke ziemlich angesagt als Kinostoff, gleich drei Filme hat das Jahr gebracht: Das Remake von “Friedhof der Kuscheltiere” war ein ziemliches Desaster, “ES 2” machte viel richtig und war in vielen Momenten unterhaltsam und nun darf es “Dr. Sleep probieren, oder auch “Dr Sleeps Erwachen”, wie er in Deutschland unsinnigerweise genannt wird.

Die Geschichte knüpft einige Jahre nach den Ereignissen von “Shining” an – Danny Torrance hat gemeinsam mit seiner Mutter den Schrecken des Overlook-Hotels überlebt, die Geister des Hauses verfolgen ihn aber weiterhin. Die Jahre vergehen, Danny betäubt sich mit Alkohol, um seine Gabe zu unterdrücken und die Geister in imaginären Kisten wegzusperren und bekommt sein Leben schwer auf die Reihe. Es kommt aber, wie es kommen muss, seine Gabe und die Vergangenheit holen ihn ein und er muss sich einer neuen Gefahr stellen.

“Dr Sleep” lässt sich relativ viel Zeit für die Story, die Charaktere werden ausgiebig vorgestellt, man bekommt mit, wer hier der Gute und wer der Böse ist. Viel passiert aber nicht in der ersten Stunde. Und das ist ziemlich schade, denn man langweilt sich doch sehr schnell. Und auch als die Geschichte mehr in Fahrt kommt, passiert das eher im Schneckentempo. Viele Nebenplots lenken von der Hauptgeschichte ab, einiges wird auch nicht groß erklärt, beispielsweise, warum Danny überhaupt “Dr Sleep” genannt wird. Wäre vielleicht gut zu wissen, wenn der Film schon so heißt.

Und wenn es dann gegen Ende zurück ins berüchtigte Overlook-Hotel geht, sind schon mehr als zwei Stunden vergangenen, in denen man sich einfach mehr Spannung gewünscht hat.

Das klingt jetzt alles sehr hart, denn “Dr Sleep” macht in weiten Teilen trotzdem viel Spaß. Das liegt unter anderem am durchweg guten Soundtrack und einer Geräuschkulisse, die ein beklemmendes Gefühl erzeugt. Daumen hoch dafür. Aber auch die Schauspieler können überzeugen. Ewan McGregor spielt den von seiner Gabe gebeutelten Danny einfach gut, überragend bösartig kommt Rebecca Ferguson rüber, die die skrupellose Rose the Hat mimt. Man muss aber auch den restlichen Cast loben, hier natürlich die erst dreizehnjährige Kyliegh Curran, die als Abra eine der wichtigen Rollen übernehmen darf. Und zuletzt können sich auch die Sets sehen lassen.

Stanley Kubricks “Shining” ist allgegenwärtig. Mike Flanagan, der für Drehbuch, Regie und Schnitt zuständig war, ließ die Räume des Overlook-Hotels detailgetreu nachbauen, auch die “Shining”-Anfangssequenz wurde mit eingebaut und Danny darf, wie sein Vater, allein an der Bar des Hotels sitzen – auch wenn McGregor nicht an den Wahnsinn Jack Nicholsons rankommt.

“Dr. Sleep” hat insgesamt eine Chance an den Kinokassen verdient, ist er doch die überzeugendste King-Verfilmung in diesem Jahr, auch wenn er keine hervorragende Fortsetzung zu Stanley Kubricks Meisterwerk aus dem Jahr 1980 ist. Dafür sind die Fußstapfen dann doch einfach zu groß.”

3,5 von 5 Sternen

Last Christmas – “Eineinhalb Stunden Peinlichkeit auf der Kinoleinwand”

Aktualisiert am

Es gibt Dinge, die braucht man. Es gibt Dinge, die braucht man nicht. Manchmal ist es jedoch schwierig, von vorne herein zu wissen, ob man mit einer Sache etwas anfangen kann, oder eben nicht. In diesem Fall ist das anders. Das Jahr 2019 hat die Filmversion des Weihnachtslieds “Last Christmas” im Gepäck. Und der Film hält genau das, was das Lied verspricht. bt-Kinokritiker Alex Bauer und zwei bt-Leser gehen mit dem Streifen hart ins Gericht.

Der Trailer zum Film

Das sagen Nadine Weich und Jutta Bühl:

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

bt-Kinokritiker Alex Bauer. Foto: Thorsten Gütling

Winter 2019.

Nach gefühlten drölf Jahren gibt es also einen Film zum wohl nervigsten Weihnachtssong aller Zeiten: Last Christmas. Von Wham. Also von George Michael, dessen Musik wohl mit dem Film noch einmal gefeiert werden sollte. Was dabei rausgekommenen ist, sind eineinhalb Stunden Peinlichkeit.

Und das ist eigentlich noch nett ausgedrückt. “Last Christmas” strotzt nur so vor dümmlichen Dialogen, dazu gesellt sich eine einfallslose Geschichte und Darsteller, die durch die Bank nerven. Dabei will man doch bei so einem Christmas-Feel-Good-Movie, der ja “Last Christmas” offensichtlich sein will, mit den Figuren mitfühlen können und sich auf das Happy End freuen, das romantisch sein kann, aber nicht muss.

Nun gut, problematisch wird es halt, wenn ein Film schon an seinen Darstellern und ihren Rollen scheitert. Da wäre Kate, gespielt von Emilia Clarke, die wohl die meisten als Drachenkönigin aus “Game of Thrones” kennen: Die Mitzwanzigerin jobbt mehr schlecht als recht in einem Weihnachtsladen, geht ihren Mitmenschen mit ihrem chaotischen Leben meistens auf die Nerven und bekommt auch sonst nicht viel auf die Kette.

Nervig und platt kann Clarke, das hat sie ja schon 2016 in “Ein ganzes halbes Jahr” bewiesen. Was, sie war totkrank? Egal. Wie? Plötzlich bekommt sie ihr Leben gebacken? Auch egal. Kate poltert so eineinhalb Stunden durch den Film, ohne dass die Rolle ansatzweise an Tiefe gewinnt. Doch. Die letzten zehn Minuten darf man ihre Verwandlung vom Chaos-Egoisten hin zu einem Menschen feiern, der sich doch wirklich für seine Mitmenschen interessiert. Wow. Ein Meisterwerk. Nicht.

Charmant oberflächlich könnte man da über Kate sagen – immerhin ist ihr Lächeln bezaubernd. Platt trifft auch auf den mysteriösen Tom (Henry Golding) zu, der immer da ist, wenn man es nicht erwartet und dann immer wieder aus dem Leben Kates verschwindet. Dass mit ihm irgendetwas nicht stimmen kann, merkt der Zuschauer schon nach wenigen Minuten, man muss danach halt nur noch rund 60 Minuten inhaltslose Dialoge zwischen ihm und Kate überleben, bis das Geheimnis gelüftet wird. Dabei strahlt Golding so viel Charme aus wie ein Eisklotz.

Puh, ja, achso, da wären dann noch die zig Nebenrollen, die wohl Witz und Pepp in den Film bringen sollten. Machen sie nicht. Warum Kates Eltern Jugoslawen sind, warum man auf so platte Art und Weise den Brexit thematisieren muss, das alles bleibt im Nebel der Gleichgültigkeit verborgen. “Last Christmas” ist nach “Sex and the City 3” übrigens mal wieder ein Film, bei dem ich mich frage, ob die Damen und Herren, die entscheiden, ob ein Film das Prädikat “Wertvoll” erhält oder nicht, sich den Film auch wirklich anschauen oder nur die Inhaltsangabe lesen und dann die Bewertung verschenken. “Last Christmas” ist im Ganzen eine Zumutung, wird aber sicher seine Fans finden.”

1 von 5 Sterne

Kinostart des Fichtelgebirgskrimis verzögert sich

Aktualisiert am

Fans des Fichtelgebirgskrimis Siebenstern müssen sich weiterhin auf den Start der Serie gedulden. Der geplante Kinostart im November muss verschoben werden. Darum soll es in dem Krimi aus dem Fichtelgebirge gehen: Siebenstern: Das Fichtelgebirge bekommt eine eigene Serie

Fichtelbergkrimi: Verspätung wegen FSK-Prüfung

Die Dreharbeiten waren bereits im August beendet. Dann begann für Regisseur Michael von Hohenberg allerdings erst die Hauptarbeit. Die Serie musste geschnitten und eine passende Filmmusik gefunden werden. Ende Oktober waren die Macher der Polizeiserie optimistisch ihren Zeitplan einhalten zu können. Doch wie auf der Facebookseite “Der Fichtelgebirgskrimi – Siebenstern” nun mitgeteilt wurde, scheitert der geplante Kinostart im November. Schuld daran ist die FSK-Prüfung.

Auch interessant:

Sobald die Altersfreigabe erfolgt ist, soll Ende Januar die Premiere statt finden. Einige Wochen später soll die Serie dann auch auf Streaming-Diensten wie Amazon verfügbar sein.

Sneak Cast “Black and Blue”: Mord vor laufender Kamera

Aktualisiert am

“Black an Blue” heißt der neue Film in den Kinos: Eine Polizistin in Detroit trifft durch einen Zufall auf korrupte Kollegen, die einen Drogendealer ermorden . Diese Tat hat sie mit ihrer Bodycam aufgezeichnet. Eine Jagd beginnt. Das Dispositiv-Team hat sich den neuen Film im Cineplex angesehen. Ob es sich lohnt ihn zu sehen? Die Antwort gibt’s hier im Podcast.

Eine längere Version des Podcasts gibt’s am Dienstag ab 14 Uhr hier.


Sneak-Cast zu “Black and Blue”

Es sprechen Christopher Dörr und Luis Neumann Pérez.


Mord im Video

Alicia West (Naomie Harris) ist neuer weiblicher Officer in New Orleans: wegen ihres Geschlechts und ihrer dunklen Hautfarbe hat sie es nicht leicht. Überall muss sie sich Respekt verschaffen. Doch ihre Situation wird noch schwerer: Aus Versehen filmt sie mit ihrer Körperkamera den Mord einiger korrupter Polizei-Kollegen und ihres eigenen Partners an einem Drogendealer. West befindet sich nun in einer äußerst schwierigen Situation und sieht sich einer doppelten Bedrohung ausgesetzt: Zum einen muss sie sich vor der bekanntlich brutalen Rache der Drogenkartelle fürchten, die ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt haben, zum anderen werden auch ihre überführten Kollegen alles daran setzen, den “Rookie” im Team auszuschalten und an das belastende Material zu kommen.

Der Trailer zum Film


Hier gibt’s die bisherigen Podcasts zum Nachhören: