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„Rettet die Bienen“ wird zum Gesetz

Großer Erfolg für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“! Wie am gestrigen Mittwoch bekannt wurde, erklärte die Bayerische Staatsregierung, den Gesetzentwurf des Volksbegehrens anzunehmen. Das Bayreuther Tagblatt hat Stimmen aus der Region zu den neusten Entwicklungen gesammelt.

1,75 Millionen Bürger sprachen sich für den Artenschutz aus und unterschrieben für das Volksbegehren „Artenvielfalt“. Zu den Kernforderungen gehörten unter anderem:

  • die bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere
  • die Erhaltung von Hecken, Bäumen und kleinen Gewässern in der Landwirtschaft
  • der massive Ausbau der ökologischen Landwirtschaft
  • die Umwandlung von zehn Prozent aller Wiesen in Blühwiesen
  • die pestizidfreie Bewirtschaftung aller staatlichen Flächen

Mit der Annahme des Gesetzes-Entwurfes, inklusive der oben genannten Forderungen, kann der Naturschutz nun einen weiteren Erfolg feiern.

Meilenstein für den Erhalt der bayerischen Natur

Die Initiatoren des Volksbegehrens und Vertreter des Bündnis 90/ Die Grünen freuen sich über die aktuellen Entwicklungen. Dies sei ein „weiterer Meilenstein für den Bayerischen Naturschutz“.

Foto: ÖDP Bayern Presse

Das ist ein grandioser Erfolg für den Artenschutz und ein Sieg der Vernunft. Unsere Haltung, dass allen Problemen auch Lösungen zugeführt werden können, war genau die richtige.

 

(Agnes Becker, Beauftragte des Volksbegehrens Artenvielfalt und Stellvertretende Vorsitzende der ÖDP Bayern)


Foto: red / jb

Ohne die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger und zahlreichen Bündnispartner wäre das nicht möglich gewesen. Auch in Bayreuth und Oberfranken standen die Bürgerinnen und Bürger Schlange vor den Eintragungsräumen, um bei Schnee und Eis ein unübersehbares Zeichen für die Bewahrung der Bayerischen Natur und eine zukunftsgerichtete Umweltschutzpolitik zu setzen. Durch diesen unglaublichen Rückenwind und das große Engagement unseres Bündnisses war die Söder-Regierung gezwungen, ihre jahrelange Blockadehaltung in der Naturschutzpolitik endlich aufzugeben.

(Tim Pargent, Abgeordneter im Bayerischen Landtag, Bündnis 90 / Die Grünen)

Zweifel auf Seiten des Bauernverbandes und der CSU

Trotz der Zusage, dass es ein Begleitgesetz geben soll, stehen die Landwirte und auch Teile der CSU dem Gesetzentwurf skeptisch gegenüber.

Foto: Bayerischer Bauernverband Kreisverband Bayreuth

Durch das Begleitgesetz, werden die Problempunkte, die wir bei den Volksbegehren gesehen haben, hoffentlich beseitigt. Artenschutz ist eine wichtige Geschichte. Es kann aber nicht sein, dass jeder durch eine Unterschrift die Verantwortung von sich schiebt und alleine der Landwirtschaft die Schuld gibt. Jeder Bürger kann durch sein Verhalten sehr viel dazu beitragen die Artenvielfalt zu schützen. Die Landwirtschaft kann es nicht allein ändern. Wir hoffen, dass das neue Begleitgesetz darauf Rücksicht nimmt.

(Harald Köppel, Geschäftsführer Kreisverband Bayreuth, Bayerischer Bauern-Verband)


Foto: www.silke-launert.de Presse

Meine Hauptangst ist es, dass sich das Volksbegehren zu einseitig gegen eine Berufsgruppe richtet. Die landwirtschaftlichen Betriebe in der Region sollen sich nicht frustriert zurückziehen. Mein Hauptanliegen ist es, die Familienbetriebe in der Region zu erhalten.

Schafft man allerdings mit dem Gesetzesentwurf eine Variante, mit der die landwirtschaftlichen Betriebe leben können, dann kann ich das auch.

(Silke Launert, Mitglied des Deutschen Bundestags, CSU)


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Bayreuth erblüht: 35.000 Blumen werden gepflanzt

35.000 Pflanzen sind in den vergangenen zwei bis drei Wochen in Bayreuth gepflanzt worden. In Parks oder in Beeten auf großen Plätzen und Grünstreifen.

Dafür sind insgesamt knapp 40 Mitarbeiter in vier Pflegegebieten –  am Röhrensee, in der Stadtmitte, am Festspielhaus sowie in der Wilhelminenaue – im Einsatz. Sie arbeiten Hand in Hand mit den Fahrern, die zwischen Gewächshäusern und Beeten pendeln. Und ebenso mit dem Team aus der Anzucht, direkt neben dem Stadtgartenamt, wie Robert Pfeifer, der Leiter des Stadtgartenamtes, erklärt.

Je nach Pflanzensorte beginne bereits ab dem Jahreswechsel die Anzucht im Felsenkeller, was bei den  Osterglocken der Fall sei. Sie treiben im Dunkeln vor. Zudem erfolgt die Anzucht von weiteren Sorten in verschieden temperierten Gewächshäusern. Kaltkulturen werden dort beispielsweise bei unter sechs Grad Celsius gehalten, bis sie bereit zur Einpflanzung sind. Ein Video-Interview mit Robert Pfeifer vom Stadtgartenamt Bayreuth finden Sie über dem Text.

Weggeschmissen wird nichts

Im Herbst werden manche Blumenzwiebeln umgepflanzt und Pflanzkübel geleert, da sie bei den kühlen Temperaturen Schaden nehmen würden. Weggeschmissen wird allerdings nichts: „Viele Blumenzwiebeln aus dem Vorjahr werden z.B. in Parkanlagen umgepflanzt und wieder verwendet. Am Röhrensee gibt es schon eine große Wiesenfläche dafür“, erklärt Robert Pfeifer.

Bepflanzung der Stadt Bayreuth

Vorlage für das Beet vor dem Bayreuther Festspielhaus. Foto: red / cr

Die Frühjahrsbepflanzung bleibe bis zu den Eisheiligen. Danach kommen dann winterharte Pflanzen zum Einsatz, wie Tagetes, Salvien oder Gottesaugen, so Pfeifer. Doch am Anfang von alledem, steht ein Konzept: In Absprache mit Gärtnermeisterin Frau Herzig wird im Spätherbst ausgesucht, in welchen Farb-Konstellationen und mit welchen Pflanzen die Beete und Parks bepflanzt werden. Die grafische Vorlage wird am PC erstellt und bietet Orientierung für die Pflanz-Trupps.

„Wir setzen natürlich auf bewährte Blumen-Sorten. Die Farben und die Anordnung der Pflanzen ändert sich allerdings in jeder Saison“, erklärt der Leiter des Stadtgartenamtes.

 

Blühende Impressionen aus Bayreuth

Baileys-Krapfen
 
Baileyskrapfen-Füllung
 
Unverpackt-Gläser-Logo

„Glasvoll“: Unverpackt einkaufen in Kulmbach

Inhaberin Julia Schappert vor einem Regal mit Müsli

glasvoll-Inhaberin Julia Schappert, Foto: Katrin Geyer

Julia Schappert war vor zwei Wochen erstmals mit ihrer Schwester in einem Unverpackt-Laden in Bamberg. Ein Besuch, der sie zum Umdenken bewegt hat. Im Einzelhandel hat die Kulmbacherin bereits Erfahrung gesammelt. Im Herbst 2019 plant sie „glasvoll“, einen Unverpackt-Laden in der Kulmbacher Innenstadt, zu eröffnen. Im bt-Interview erzählt die 23-Jährige mehr dazu:

Warum wollen Sie einen Unverpackt-Laden eröffnen?

„Natürlich habe ich davor schon gehört, dass es Unverpackt-Läden gibt, habe mich da aber gar nicht so mitreißen lassen. Vor zwei Wochen war ich erstmals selbst in einem Unverpackt-Laden. Vor Ort habe ich dann erstmals realisiert, wieviel Verpackungsmüll wir eigentlich jeden Tag produzieren. Und nur weil einige Supermärkte Mehrwegtaschen anbieten, werden die Plastiktüten ja nicht aus dem Sortiment genommen. Die Leute greifen zum Gewohnten, weil sie es nicht anders kennen.

Ich achte seitdem vor allem bei Obst und Gemüse darauf, komplett auf Verpackungen zu verzichten. Auch im Badezimmer stelle ich Stück für Stück meine Produkte um. Ich kann nur jedem raten, sich regelmäßig zu fragen: brauche ich das wirklich oder nicht? Da die nächsten Unverpackt-Läden in Nürnberg oder Bamberg liegen und hier in der Region nichts Vergleichbares geboten ist, hatte ich die Idee, selbst einen Unverpackt Laden zu eröffnen. Im Einzelhandel war ich bereits tätig.“

Wie soll denn der Laden aussehen?

Im Moment sind wir noch auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie. Wir suchen eine Fläche von circa 100 Quadratmetern in der Kulmbacher Innenstadt. Zwar gibt es dort nicht so viele Parkplätze, aber wer unverpackt einkauft, der nimmt vielleicht auch ein paar Schritte zu Fuß oder einige Meter mit dem Rad in Kauf oder nutzt den ÖPNV.

Was kann man dort kaufen?

Hauptsächlich kann man bei „glasvoll“ Lebensmittel kaufen: wie Getreide, Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte, Ölsorten, aber auch Backzutaten oder Gewürze. Außerdem sind Obst, Gemüse, Nüsse, Trockenfrüchte, Müsli und Getränke im Sortiment. Natürlich wird man auch non-food-Artikel wie Reiniger und Waschmittel, die man immer wieder auffüllen kann, im Sortiment finden. Dazu kommen Drogerieartikel wie Seifen, Cremes, Zahnbürsten und Zahntabs.

Im Unverpackt-Laden soll es auch eine Café-Ecke mit Heißgetränken, selbstgemischtem Frühstücksmüsli und ab und zu Heißgerichte oder Kuchen geben. Es soll ein Treffpunkt werden, in dem man auch unabhängig vom Einkauf zusammenkommen kann.

Müssen die Kunden eigene Verpackungen mit bringen?

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Die glasvoll-Jutetasche. Foto: @glasvoll

Die Kunden können ihre Dosen oder Einmachgläser selbst mitbringen. Vor dem Einkauf werden die Behältnisse dann im Laden abgewogen, da die Produkte ja nach Gewicht verkauft werden. Es gibt auch die Möglichkeit im Laden Behältnisse zu leihen oder kaufen. Oder es gibt die Lösung „von Kunden für Kunden“: Das bedeutet, dass wir ungenutzte Behältnisse vor Ort auskochen und reinigen und sie dann kostenfrei an Kunden weitergeben, die gerade nichts zum Verstauen dabei haben.

Mit welchen regionalen Partnern kooperiert Glasvoll?

Wir kooperieren zu Beispiel mit dem Anbieter der Kasendorfer Frischeeier. Wir sind aber noch auf der Suche nach weiteren Partnern aus der Nähe. Gerne können sich interessierte Händler oder Obst- und Gemüsebauern bei uns melden! 

Welche Schritte stehen aktuell an? Wann ist die Eröffnung geplant?

Kürzlich haben wir das Pitch-Video fürs Crowdfunding gedreht, das Ende der kommenden Woche online gehen wird. Beim Crowdfunding kann man „glasvoll“ durch Spenden unterstützen. Unser Ziel sind 40.000 Euro. Jeder, der spendet, bekommt ein Dankeschön in Form einer nicht finanziellen Gegenleistung: Das können zum Beispiel eine Bambus-Zahnbürste mit Etui oder Gutscheine sein. Wer das ausdrücklich möchte, kann natürlich auch spenden, ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Die Eröffnung von „glasvoll“ ist für den Herbst 2019 geplant.

 

Zahnbürste-unverpackt

Zahnbürste aus Bambus. Foto: @glasvoll


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Entwurf Kornberghütte, Foto: Kuchenreuther Architekten, Marktredwitz

Biker aufgepasst: Das wird die nächste Attraktion im Fichtelgebirge

Den Bike-Park am Ochsenkopf gibt es schon. Jetzt wird das Fichtelgebirge um eine Attraktion reicher. Auf dem Kornberg zwischen Rehau und Selb soll bis 2020 ein Eldorado für Biker entstehen. Fast sechs Millionen Euro werden investiert.

Mountainbike-Park in Planung

Flowtrail Bikewelt Schöneck

Flowtrail Bikewelt Schöneck, Foto: Schneestern GmbH & Co. KG

Neben diversen Hütten soll für rund 1,6 Millionen Euro ein interaktiver Mountainbike-Park mit Lernparcours und Pumptrack gebaut werden. Laut Tourismus-Chef Stefan Krippendorf soll die Trail-Strecke in den Wäldern, direkt neben der Skipiste, gut zehn Kilometer lang werden. Interaktiv heißt: Die Biker können sich eine App herunterladen und dann beim Fahren aufnehmen, wie sie sich schlagen. Ein Trail soll mit 16 Sprunghügeln ausgestattet. werden. Den Kornberg hinauf führen soll ein Lift, der die Biker nach oben zieht. für E-Biker soll es eine Strecke zum Hinaufradeln geben. Entsprechende Pläne wurden bereits von einer Fachfirma angefertigt. 

Interaktiver Mountainbike-Park mit Lernparcours

Interaktiver Mountainbike-Park mit Lernparcours, Foto: Landratsamt Hof

Investiert wird dazu auch in einer Wasserversorgung auf dem Kornberg. Laut Tourismus-Chef ist das die Grundvoraussetzung für die  Pläne am Kornberg. Zur Beförderung der Anfänger auf den Berg soll es einen „Zauberteppich“ geben. Spätestens im Herbst 2020 soll das Projekt eingeweiht werden

Die naturschutzfachliche Untersuchung  ist bereits abgeschlossen:

Unter Berücksichtigung von Maßnahmen wie etwa einem umweltschonenden Baukonzept, der Errichtung von Bauschutz-Zäunen für Raubtiere oder das Anbringen von Fledermaus-Brettern an neu errichteten Gebäuden, stellt das Vorhaben am Großen Kornberg keine Bedrohung für besonders geschützte Tier und Pflanzenarten dar.

(Landratsamt Hof)

Erinnerungen an Bayreuths Jahrhundert-Hochwasser

Während man sich in Passau gerade wieder mit Sandsäcken gegen das Hochwasser wehrt, sagt das Bayerische Landesamt für Umwelt für Bayreuth und die Region höchstens Ausuferungen und die Überflutung landwirtschaftlicher Flächen voraus. Niemand mehr in der Stadt erinnert sich daran, dass es auch in Bayreuth einmal Land unter hieß. Beim Jahrhunderthochwasser 1909, von dem heute noch Markierungen im Stadtgebiet zeugen.

Hochwassermarke 1909; Foto: Facebook

Die Jahrhundert-Flut

Im Februar 1909 gab es das bislang schlimmste Hochwasser in Bayreuth. Der Rote Main wurde zum reißenden Strom und der Wasserpegel stieg auf über drei Meter an. Teile Bayreuths glichen wider Willen Venedig. Vor allem die Bewohner des Stadtteils Neuer Weg, dem damaligen Elendsviertels der Stadt, das den heutigen Straßenzügen um Friedrich-Puchta-, Carl-Schüller- und Bahnhofstraße entspricht, versetzte die Flut in Angst und Schrecken. So berichtet es der Heimatbote in einer Ausgabe aus dem Jahr 1992.

Foto: Heimatbote/Archiv Lauterbach

Menschen stolzierten auf Stelzen durch die Straßen. Not-Stege wurden errichtet, um so die Wege passieren zu können und von Haus zu Haus zu gelangen. Mit einem zu Wasser gelassen Waschzuber wurde die Lebensmittelversorgung sichergestellt.

Die gußeiserne Toilette in der Einmündung Mittelstraße/Schulstraße erlebte eine Wasserspülung besonderer Art. Quelle: Heimatbote

Eine Hochwassermarke in der Nähe der Annecy-Brücke weist noch heute auf das Jahrhundert-Hochwasser hin. Die Flutkatastrophe war dann auch Anlass für die Regulierung des Flussbettes.

Der Rote Main als reißender Strom. Die Häuser unweit der heutigen AOK tragen noch 110 Jahre später Spuren. Quelle: Heimatbote

Durch eine Verbreiterung und Kanalisierung sollten Unglücke, wie 1909, vermieden werden. Der Ausbau fand zwischen 1913 und 1916 statt.

Im Februar 1909 wurden in der Mittelstraße Notstege angelegt. Quelle: Heimatbote

Der Main wird zur Baustelle

Heute sind solche Bilder, wie 1909, in Bayreuth unvorstellbar. Die Innenstadt wird seit der Kanalisierung des Mains von Hochwasser verschont.

Foto: Facebook

Der Rote Main, im Sommer kaum mehr als ein Rinnsal, verbreitert sich nach langen Regenzeiten höchstens auf eine „normale“ Flussgröße. Aktuell beträgt der Wasserstand des Roten Mains in Bayreuth laut Hochwassernachrichtendienst Bayern 169 Zentimeter. Eine erste Warnstufe gibt es ab 200 Zentimetern. Kritisch wird es dann ab einem Wert von 326. Seinen Höchststand für März, mit knapp über 210 Zentimetern, hatte der Rote Main am Samstag, den 16. März.

Aktuelle Lage am Roten Main; Foto: red/sj

Die aktuellen Hochwasser-Daten finden Sie hier.

Anders sieht es in der Altstadt aus. Hier tritt die Mistel nach Regen regelmäßig über ihre Ufer. Fotos in den Sozialen Medien zeigen wie es am Wochenende aussah. Einmal mehr entstand ein völlig neuer Flusslauf.

Foto: Facebook

#fridaysforfuture: Studenten unterstützen Schüler beim Streik

Am Freitag, den 15. März findet in Bayreuth erneut eine Demo im Rahmen von #fridaysforfuture statt. Bereits Mitte Januar hatten sich mehr als 200 Schüler am Herkulesbrunnen auf dem Stadtparkett versammelt um für ein besseres Klima zu streiken.

Start an fünf Gymnasien

Die Auftaktkundgebung ist diesmal um 11:05 Uhr vor dem Markgräfin Wilhelmine Gymnasium in der Königsallee geplant. Ab 11:15 Uhr starten Demo-Gruppen der Schüler am MWG, am WWG und am GCE. Ab 11:20 Uhr setzen sich auch die Schüler am GMG in Bewegung, sowie ab 11:30 Uhr die Schüler des RWG – dazu ruft Organisatorin Magdalena Schlags vom MWG auf.

Die Wege der Schüler sollen dann an verschiedenen Punkten entlang der Königsallee und der Wieland-Wagner-Straße zusammenlaufen. Gebündelt bewegt sich der Demozug dann weiter zur Regierung von Oberfranken und im Anschluss zum Herkulesbrunnen, wo eine Schlusskundgebung geplant ist.

Foto: red

Erstmals laufen die Studenten mit

Auch Studenten der Uni Bayreuth wollen sich dem Demozug durch Bayreuth anschließen. Sie treffen sich um 11 Uhr auf der großen Wiese im Hofgarten, um sich dann in den Schüler-Demozug einzureihen.

Lasst uns die bayreuther Schüler*innen unterstützen!

(Organisatoren des Studenten-Demozuges der Uni BT)

Das sagen die Bayreuther Schulleitungen dazu

Wie auch schon bei der vergangenen Demo im Januar, gilt nach Aussage von Oberstudiendirektorin Elisabeth Götz, am Freitag für die Schüler der fünf Gymnasien: Schüler ab der 9. Jahrgangsstufe dürfen, bei Vorlage eines schriftlichen Antrages mit Begründung der Eltern, nach der vierten Stunde vom Unterricht befreit werden. Versäumte Unterrichtsinhalte müssen nachbereitet werden. Wichtig zu wissen: Jüngere Schüler werden von der Sonderregelung deswegen ausgeschlossen, da die jeweiligen Lehrkräfte sonst ihre Aufsichtspflicht verletzen würden.

So stehen lokale Politiker zur Protest-Aktion

Foto: Thomas Bauske

Thomas Bauske, Foto: spd-fraktion-bt.de

Prinzipiell ist es gut, wenn junge Menschen für die Zukunft auf die Straße gehen. Die Klimapolitik braucht jetzt neue Impulse: Nach meinem Eindruck ist es dabei inzwischen schon fünf nach zwölf.

(Thomas Bauske, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion und Lehrer)

Granegger Portrait

Bettina Granegger, Foto: V-Partei³

Sich für das Klima einzusetzen steht im Vordergrund. Dass dafür Unterricht ausfällt ist nicht förderlich.

Grundsätzlich befürworte ich als politische Vorsitzende und auch als Mutter die fridaysforfuture-Demonstrationen. Allerdings bin ich nicht so glücklich darüber, die Demo in Bayreuth auf einen Vormittag zu legen und so mit den Schulen in einen möglichen Konflikt zu treten. Ich wünsche mir, dass in Einklang mit den einzelnen Schulen ein langfristiger Kompromiss dafür gefunden werden kann.

(Bettina Granegger, Bezirksvorsitzende der V-Partei³ in Oberfranken)

Portrait Gudrun Brendel Fischer

Foto: csu.de

Dass sich Jugendliche für Klimaschutz stark machen, ist zu begrüßen. Als Startsignal wurde mit dem Streik öffentliche Aufmerksamkeit erreicht. Als Dauermaßnahme kann ich Streik während der Unterrichtszeit allerdings nicht akzeptieren. Wenn die Klimaschützer jetzt konkrete Arbeitsprojekte angehen, welche Beiträge an der Schule, am Wohnort, im Landkreis für Klima- und Umweltschutz geleistet werden können, mit politisch Verantwortlichen sprechen, Anträge einbringen, dann bin ich sicher, dass das mehr Wirkung zeigt als Streik.

(Gudrun Brendel-Fischer, Kommissarische Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung)

Zum ersten Mal international

Fridays for Future Deutschland ruft zum ersten Internationalen Klimastreik am 15. März auf. Er wird in über 70 Ländern stattfinden. Die Organisation ruft via GoFundMe zu Spenden auf, die für Lautsprecher oder Mobilisierungsmaterial verwendet werden sollen.

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Warum die jungen Leute streiken

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Begonnen hat die weltweite Debatte durch die 15-jährige Schwedin Greta Thunberg. Seit August 2018 lässt sie mindestens einmal pro Woche die Schule ausfallen, um sich mit ihren Schulbüchern vor das Parlament zu setzen und die Regierung aufzufordern, sich mehr für den Schutz des Klimas einzusetzen. Weltweit folgten ihr andere junge Menschen, um ein Zeichen zu setzen.

Regionale Zutaten für Wirsingrouladen

Saisonales Superfood: Was gibt’s in der Rotmainhalle?

Wenn man heute von gesunden Produkten oder Superfood spricht, haben viele die Avocado, Goji-Beeren, Chia-Samen oder ähnliches im Sinn. Dass aber auch in der Region, direkt vor der eigenen Haustür, echtes Superfood mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen steckt, gerät dabei oft ins Hintertreffen.

Heimisches Obst und Gemüse ist nicht nur frischer. Da es erst reif geerntet wird, schmeckt es intensiver und kann dem Körper mehr Nährstoffe bieten. Außerdem wird durch kürzere Transportwege unser Klima geschont. Ebenso müssen die Produkte bei kurzen Wegen nicht unnötig in Plastik verpackt werden. Besonders gut und umweltfreundlich ist es, auf Freilandgemüse zurückzugreifen. Denn ein direkter Vergleich zeigt: Produkte, die im Gewächshaus angebaut werden, schädigen die Umwelt bis zu 30 Mal mehr mit Kohlenstoffdioxid als die Freilandvariante. (Quelle: Verbraucherzentrale Bayern)

Wir haben uns mit Ernährungscoach Reinhard Frederking aus Pegnitz getroffen und uns am Wochenmarkt in der Rotmainhalle umgeschaut, welche Produkte aus der Region gerade verfügbar sind. Das Video dazu finden Sie über dem Text.


Rezept-Tipps von Reinhard Frederking

Ernährungscoach Reinhard Frederking

Foto: Reinhard Frederking

 

Wer die saisonalen Produkte gleich einmal ausprobieren möchte, für den gibt es hier einige vegetarische Rezepte von unserem Ernährungscoach.

 

 

1) Quiche mit Lauch & Sauerkraut

Eine vegane Variante des französischen Klassikers:

Quiche im Februar

Foto: Reinhard Frederking

Eine Quicheform mit Pflanzenmargarine bestreichen und gleichmäßig mit Semmelbröseln bestäuben. Dann eine Rolle Blätterteig in die Form geben. Eine Stange Lauch in Ringe schneiden und auf dem Teig verteilen. Etwa 100 Gramm gekochtes Sauerkraut hinzugeben. Das Ganze mit zwei geschnittenen Lauchzwiebeln bestreuen. Dann die Creme aus folgenden Zutaten anrühren: 1 TL Streuwürze, 1 TL Pfeffer, 1 TL Johannisbrotkernmehl (alternativ für Spreisestärke), 250 Gramm Sojacuisine (alternativ für Sahne), 150 Gramm Simply-V Kräutercreme (alternativ für Kräuterfrischkäse). Die Mischung auf der Quiche verteilen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Celsius auf Ober-/Unterhitze ca. 50 Minuten backen. Die Quiche schmeckt frisch aus dem Ofen oder auch kalt!

2) Gemüseeintopf

Der Gemüseeintopf bietet sich optimal an, um Reste vom Vortag zu verwerten:

Gemüseeintopf im Februar

Foto: Reinhard Frederking

Zwei mittelgroße Kartoffeln schälen, klein würfeln und mit Suppengewürz, Kümmel und Rapsöl marinieren. Dann eine Zwiebel in Scheiben schneiden und mit Rapsöl in einer Pfanne anbraten. Die Kartoffeln dazugeben. Anschließend eine gewürfelte Karotte sowie eine Pastinake, klein geschnittenes Weißkraut und einige Ringe Lauch der Reihe nach in die Pfanne geben. Das Ganze dann mit 1/2 bis 1 Liter Gemüsebrühe angießen, bis das Gemüse bedeckt ist. Etwa zehn Minuten köcheln lassen. Dann 100 Gramm kleingeschnittenen Grünkohl hinzugeben und weitere 20 Minuten köcheln lassen. Mit Pfeffer und Suppenwürze abschmecken. Am Ende mit gehackter Petersilie und etwas Schnittlauch garnieren. Dazu passt frisches Brot. 

3) Kleiner Salat mit Walnüssen

Als Vorspeise oder Beilage:

Beilagensalat mit Walnüssen

Foto: Reinhard Frederking

 

Eine Hand voll Feldsalat, einen halben Bund Portulak, einen Kopf Chicorée und zwei Stück Rote Beete waschen und in mundgerechte Stücke schneiden. Einige Walnüsse hacken und über das Gemüse streuen. Für das Dressing Balsamico-Essig, (Lein)öl, den Saft einer halben Zitrone, etwas (Rohr)zucker und eine kleine gehackte Zwiebel vermengen und schließlich auf dem Salat verteilen.

 

 

 

4) Wirsingroulade

Dazu passen Kartoffeln, Klöße oder Kartoffelstampf:

Wirsingroulade

Foto: Reinhard Frederking

Einen Wirsingkopf in einen Topf mit Wasser geben und zum Kochen bringen. 1 TL Salz dazugeben. Leicht köcheln lassen bis die Blätter weich und einrollfähig sind. Das Kochwasser aufheben und die Blätter vom Kopf lösen. 

Für die Füllung drei Scheiben Toastbrot und eine Zwiebel kleinschneiden und in pflanzlichem Streichfett in einer Pfanne anrösten. 200 Gramm Champignons putzen. Eine Hälfte mit Sojacousine (alternativ für Sahne) zu einer Creme pürieren, die andere Hälfte der Champignons würfeln.

Letztere zusammen mit den Toastbrotwürfeln, der Zwiebel, der klein gehackten Petersilie, 2 EL körniger Suppenwürze, Käutersalz und Pfeffer aus der Mühle in einer Schüssel vermengen. Falls der Teig zu flüssig ist, Semmelbrösel dazugeben.

 

 

Wirsingrouladen in der Form

Je zwei Wirsingblätter mit der Stielseite zueinander überlappend legen, würzen, mit der Masse füllen und zusammenrollen. Die Rouladen in  Rapsöl anbraten. Auf der Nahtseite in eine Auflaufform nebeneinander Schichten. Der Teig reicht für etwa acht Wirsingrouladen. Zwei halbierte Karotten und vier geschnittene Weißkrautblätter ebenso kurz anbraten und hinzugeben. Das Gemüse in der Form mit Kümmel, Pfeffer aus der Mühle und Kräutersalz würzen. Die Rouladen in der Form mit 200 ml Wirsing-Kochwasser angießen und bei 180 Grad Celsius Ober-/Unterhitze für 40 Minuten in den Backofen geben. Nach Belieben Soßenbinder unterrühren oder mehr Wirsingwasser nachgießen.

5) Kleiner bunter Salat

Fruchtig und teilweise saisonal:

Salat mit Orange

Foto: Reinhard Frederking

 

Eine Hand voll Feldsalat, einen Kopf Chicorée, eine Rote Beete und eine rote Paprika waschen und schneiden. Eine Orange filetieren und alles auf einem Teller anrichten. Mit Kürbiskernen oder Sonnenblumenkernen garnieren und mit etwas Orangensaft und Öl beträufeln.

Demonstranten am Herkulesbrunnen in der Maximilianstraße

Fridays For Future: Bayreuther Schüler streiken

Mehr als 200 Schüler haben am Freitagmittag am Bayreuther Herkulesbrunnen für den Klimaschutz gestreikt. Kurz nach 11 Uhr fand eine Kundgebung statt, die von Schülerinnen des Markgräfin Wilhelmine Gymnasiums organisiert wurde. Innerhalb von 30 Minuten kamen viele junge Menschen mit bunten Bannern und Schildern zusammen: „Wir sind jung und brauchen die Welt“ und „There is no planet b“ oder „Umweltschutz statt Kohleschmutz“ konnte man darauf in großen Lettern lesen. Ein kurzes Video finden Sie über dem Text.

Für die Kundgebung durften sich Schüler der Bayreuther Gymnasien ab der 9. Jahrgangsstufe von den Eltern schriftlich befreien lassen. Den Jüngeren blieb es verwehrt den Unterricht zu verlassen, was Organisatorin Magdalena Schlags sehr bedauert. Wir haben die Bayreuther vor Ort gefragt, warum es ihnen wichtig ist bei der Kundgebung dabei zu sein.

bt-Umfrage zum Bildungsstreik

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Impressionen vom Streik am Herkulesbrunnen