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Gewalt

Mutmaßlicher Doppelmord an Ärztepaar: Staatsanwaltschaft erhebt Mordanklage auch gegen Tochter (16)

Nach dem mutmaßlichen Doppelmord von Mistelbach hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes erhoben – auch gegen die älteste Tochter des Paares.

  • mutmaßlicher Doppelmord in Mistelbach
  • Ermittlungen am 21. Juni abgeschlossen
  • Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes erhoben
  • älteste Tochter und ihr Freund unter konkretem Mordverdacht

Im Januar tötete ein 18-Jähriger mutmaßlich ein Ärzte-Paar in Mistelbach im Landkreis Bayreuth – die Eltern seiner 16-jährigen Freundin. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat nun Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes erhoben – gegen den Freund der ältesten Tochter sowie die Jugendliche selbst.

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Update vom 01. Juli 2022: Bluttat von Mistelbach: Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes gegen Tochter (16) und deren Freund erhoben

Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat mit Verfügung vom 21.06.2022 die Ermittlungen nach der Tötung des Ärzte-Paares in Mistelbach im Januar abgeschlossen. Sowohl gegen den Freund der ältesten Tochter als auch gegen sie selbst wird Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes in zwei Fällen zur Großen Jugendkammer des Landgerichts Bayreuth erhoben.

In der Nacht zum 9. Januar wurden ein 51-jähriger Mann und seine 47-jährige Frau tot in ihrem Bett aufgefunden. Das Paar ist offenbar im Schlaf erstochen worden.

Die Tochter war zum Tatzeitpunkt 16, ihr Freund 18. Die Beschuldigten befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Als Tatmotiv werden innerfamiliäre Streitigkeiten angenommen.




Update vom 05. Juni 2022: Ermittlungen nach mutmaßlichem Doppelmord in Mistelbach vor Abschluss – Anklage steht unmittelbar bevor

Anfang des Jahres wurde in Mistelbach bei Bayreuth ein Ärztepaar (51 und 47 Jahre alt) wohl im Schlaf ermordet. Vier Kinder wurden zu Vollwaisen. Eine Tochter und ihr Freund sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) am Sonntag (5. Juni 2022) berichtet, seien die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei weitestgehend abgeschlossen. In Kürze ist mit einer Anklage gegen die beiden Inhaftierten zu rechnen.

„Die Ermittlungen stehen kurz vor dem Abschluss, so dass in den nächsten Wochen mit einer Anklageerhebung zu rechnen sein wird“, zitiert der BR einen Sprecher der Staatsanwaltschaft in Bayreuth.

Nach dem Ermittlungsstand deute alles daraufhin, dass die Ärzte Stefan und Antje S. im Schlaf erstochen worden sein sollen. Der 18-jährige Freund stellte sich am frühen Morgen der Polizei. Gegen die Tochter wurde wenige Wochen Untersuchungshaftbefehl gestellt. Gegen die Tochter habe sich der dringende Tatverdacht der Mittäterschaft erhärtet. „Das Tatmotiv dürfte wohl in innerfamiliären Streitigkeiten zu suchen sein“, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft damals.

Der mutmaßliche Doppelmord an dem Kinderarzt und seiner Frau, ebenfalls Medizinerin, hatte in der Region für große Betroffenheit gesorgt.

Update vom 23. Februar 2022: Beteiligung der Tochter am Doppelmord?

Grausamer Verdacht beim Doppelmord in Mistelbach: Die 16-jährige Tochter sitzt aktuell in U-Haft. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft bereits mit.

In einem Interview mit Radio Bamberg erklärt Oberstaatsanwalt Martin Dippold: „Es besteht der dringende Verdacht, dass sie an der Tötung ihrer Eltern beteiligt war.“ Es habe der gemeinsame Beschluss entstanden, die Eltern zu töten.

Die Tochter solle dafür gesorgt haben, dass niemand ihren Eltern zu Hilfe komme. Familiäre Streitigkeiten seien das Motiv der Tochter, erklärt Dippold in dem Interview.

Erstmeldung vom 22. Februar 2022: Mord an Ärzte-Ehepaar in Mistelbach

Nach einem Notruf fanden Einsatzkräfte der Bayreuther Polizei am Morgen des 9. Januar 2022 einen 51-jährigen Kinderarzt und dessen 47-jährige Ehefrau tot im Souterrain ihres Anwesens in Mistelbach.

Das könnte Sie auch interessieren: Das ist zu der Tat in Mistelbach bekannt.

Bereits wenige Stunden später nahmen die Polizisten einen 18-jährigen Tatverdächtigen, den Freund der ältesten Tochter des Paares, im Bayreuther Stadtgebiet fest. Dieser sitzt seitdem wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.

Mistelbach: Tochter nach Mord in U-Haft

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth erließ ein Ermittlungsrichter nun auch Haftbefehl gegen die Tochter. Im Zuge der noch andauernden Ermittlungen erhärtete sich gegen die 16-Jährige der dringende Tatverdacht, als Mittäterin an der Ermordung ihrer Eltern beteiligt gewesen zu sein.

Demnach soll das junge Paar gemeinsam den Tatentschluss gefasst haben, die Eheleute zu töten, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

Weiter wird beschrieben: Während der 18-Jährige dem Ärzteehepaar tödliche Stichverletzungen zugefügt haben soll, steht seine Freundin unter Verdacht, ihm die ungehinderte Tatausführung ermöglicht und dadurch einen aktiven Beitrag zum Tötungsdelikt geleistet zu haben. Das Tatmotiv dürfte wohl in innerfamiliären Streitigkeiten zu suchen sein.

Nach Vollendung des Tatgeschehens flüchteten sie gemeinsam nach Bayreuth und stellten sich in der Folge der Polizei. Während die Tatbeteiligung des 18-Jährigen bereits von Anfang an im Raum stand, war die Rolle der Tochter zunächst unklar.

Am Dienstag (22. Februar 2022) wurde die Jugendliche dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Bayreuth aufgrund eines zuvor von der Staatsanwaltschaft Bayreuth erwirkten Haftbefehls vorgeführt. Der Ermittlungsrichter ordnete wegen des Verdachts des Mordes in zwei Fällen die Untersuchungshaft an. Die junge Frau befindet sich nun in einer Justizvollzugsanstalt.

Fragen des bt nicht beantwortet

Kurz vor der Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft fragte das bt nach den aktuellen Ermittlungen. Hierzu teilen die Verantwortlichen mit:

„Die Staatsanwaltschaft Bayreuth betont, dass sich die Ermittlungen gegen eine Jugendliche richten, für die aufgrund ihres Alters ein besonders schutzwürdiges Persönlichkeitsinteresse vorliegt. Aus diesem Grund müssen öffentliche Auskünfte durch Staatsanwaltschaft und Polizei zurückhaltend bleiben. Fragen, die über die Inhalte der aktuellen Presseerklärung hinausgehen, können demnach nicht beantwortet werden.“