Beiträge

Freund soll eigene Freundin vergewaltigt haben: “Es war eine unerklärliche Hassliebe”

Ein Mann soll seine damalige Freundin vergewaltigt, geschlagen und bedroht haben. Das wurde seit heute (25. August 2020) vor dem Landgericht in Bayreuth verhandelt.

Bayreuth: Frau ruft Polizei um Hilfe – fremder sturzbetrunkener Mann will in ihre Wohnung

Ein völlig betrunkener Mann hat am Samstag (15.8.2020) in Bayreuth versucht in die Wohnung einer Frau zu kommen. Er bekommt allerdings nicht deswegen Ärger, sondern wegen etwas anderem. 

Mann grabscht Frau an den Hintern und zwischen die Beine: “Sie hat mich so angeguckt”

In Kulmbach soll ein Mann einer Frau auf den Hintern geschlagen und einer weiteren Frau zwischen die Beine gefasst haben. Heute stand er vor Gericht in Bayreuth.

Rentnermord in Bayreuth: Plötzlich müssen Bruder und Schwester aussagen

Rentnermord in Bayreuth muss neu verhandelt werden. Am Landgericht in Bayreuth sagte der Mittäter aus – und plötzlich dessen Bruder und Schwester.

Mordprozess in Bayreuth: Zeuge sollte “überraschende Wendung” bringen

In Bayreuth wird ein Mordprozess aus dem Jahr 2018 erneut verhandelt. Das Urteil wurde allerdings aufgehoben. Der Prozess startet am 16.7.2020 in Bayreuth.

Mord in Bayreuth: Angeklagter will eigenen TV-Anwalt entlassen

Am Donnerstag (16. Juli 2020) wird der Mordprozess in Bayreuth erneut verhandelt. Das erste Urteil wurde vom Bundesgerichtshof aufgehoben.

Mord in Bayreuth aufgehoben: Gericht muss neues Urteil fällen

Ein Urteil aus dem Jahr 2018 muss in Bayreuth neu gefällt werden. Von höherer Instanz wurde das Mordurteil aufgehoben. Im Juli wird der Prozess aufgerollt.

Verkehrsstudie: So häufig kracht es, und so oft geht es deshalb vor Gericht

Jeder fünfte Deutsche war in den letzten fünf Jahren mindestens einmal in einen Verkehrsunfall verwickelt, das ergab eine YouGov-Umfrage.

Zu Unrecht im Knast? Bayreuther wegen Körperverletzung, Diebstahl, Betrug und Beleidigung erneut vor Gericht

Ein 39-jähriger Bayreuther stand am Donnerstag (6. Februar 2020) vor Gericht. Er wurde bereits im Oktober 2019 vom Amtsgericht wegen Diebstahl, schwerer Körperverletzung, Nötigung Beleidigung und weiterer Straftaten zu 2 Jahren und 3 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Sein Anwalt und die Staatsanwaltschaft gingen nach dem Urteil in Berufung. Der Angeklagte sitzt seit dem 17. April 2019 in Untersuchungshaft.

Berufung am Landgericht Bayreuth

In der Anklage wurden mehrere Punkte angezeigt: Zwei Mal soll der Angeklagte mit einem Taxi gefahren und anschließend nicht gezahlt haben. Weiter soll er einen Rollstuhl und ein Fahrrad gestohlen haben. Dazu kommt der Vorwurf der schweren Körperverletzung.

Der 39-Jährige soll auch einen Mann geschlagen und danach sogar getreten haben, als dieser am Boden lag. Bei einem weiteren Vorfall soll der Angeklagte grundlos gegen ein Wohnmobil geschlagen haben. Außerdem soll er trotz Hausverbotes in einem Supermarkt eine Mitarbeiterin aus dem Geschäft nach draußen gezerrt und dort gesagt haben, dass er sie jetzt “ficken” werde. All diese Vorwürfe stammen aus dem Zeitraum vom 21. Februar bis 12. April 2019. Am Donnerstag (6. Februar 2020) stand er jetzt erneut in Bayreuth vor Gericht.

Viele Zeugen und Aussagen in Bayreuth

Der Fall vor dem Landgericht gestaltete sich schwierig. Das Berufungsverfahren musste mit einigen Schwierigkeiten umgehen: Eine Zeugin war verstorben, ein anderer befindet sich wegen einer Krebsbehandlung im Krankenhaus und ein weiterer war zunächst nicht aufzufinden – er dachte nicht, dass “das heute ist”.

Zuerst waren Zeugen für die unbezahlten Taxifahrten geladen. Bei diesen war der Beschuldigte damals in Begleitung einer Frau mit Krücken. “Beide waren so verwirrt, dass sie nicht wussten, wo sie hinwollten. Unterwegs haben sie sich überlegt, wir fahren zu Klinikum”, sagte die erste Taxifahrerin. “Sie wollten Spaß haben”, erinnerte sich die Fahrerin des Taxis. Am Ziel angekommen seien dann beide ausgestiegen, ohne zu bezahlen.

Mutmaßlich Rollstuhl aus Bayreuther Klinik gestohlen

Im Krankenhaus sollen die beiden dann einen Rollstuhl gestohlen haben. Diesen nahmen sie dann auch auf dem Rückweg mit: in ein weiteres Taxi. Auch diese Fahrt bezahlte das Duo nicht. Nachdem der Taxifahrer den Rollstuhl ins Auto gepackt hatte, ging die Fahrt los. Wieder verschwanden die beiden ohne zu bezahlen. Den Rollstuhl vergaßen die beiden jedoch. Ein Polizist entdeckte auf dem Rollstuhl später einen Aufkleber des Bayreuther Klinikums, so konnte das Gefährt zurückgegeben werden.

Die Frau, die bei den unbezahlten Taxifahrten und dem gestohlenen Rollstuhl dabei war, sei mittlerweile verstorben, erklärte der Richter. Daraufhin gab der Anwalt des Angeklagten eine Erklärung ab: Da sie auf Krücken gegangen sei, sei es wahrscheinlich, dass sie den Rollstuhl entwendet habe. Nach dieser Erklärung wandte sich der Richter dem nächsten Punkt zu: der Körperverletzung.

Körperverletzung in Bayreuth

Der 39-Jährige soll dabei auf einen Mann eingeschlagen haben. Danach habe er wohl weiter auf diesen eingetreten, als der Geschädigte am Boden lag. Das Opfer konnte selbst vor Gericht nicht anwesend sein, da der Mann gerade wegen schwerer gesundheitlicher Probleme im Klinikum Bayreuth ist.

Die einzige Zeugin sagte: Ich habe gesehen, dass der Geschädigte am Boden lag und der Angeklagte mit dem Fuß “stampfend auf ihn eingetreten” hat. Ob sein Fuß den Geschädigten allerdings berührte, konnte sie nicht sehen. Das Opfer soll aber “Aua” geschrien haben und hatte anschließend definitiv rote Stellen am Kopf und am Bauch. Das bestätigte auch die Polizistin, die damals vor Ort war.

Über den Angeklagten sagte die Beamtin vor Gericht nun: “Der Angeklagte war verwirrt, wie ich ihn meistens antreffe.” Er sei sicher alkoholisiert gewesen und stand wahrscheinlich auch unter Drogen, vermutete die Polizistin.

Der Anwalt des Angeklagten hatte eine andere Theorie: Er sagte, dass der Geschädigte auf den Angeklagten losgegangen sei. Dabei sei der Geschädigte dann vom Angeklagten abgeprallt und zwischen die Fahrradständer gestürzt. “Die Verteidigung geht davon aus, dass die Verletzungen von diesem Sturz kommen.” Zusätzlich könne der Angeklagte wegen einer Fußverletzung gar nicht auf einen Menschen eintreten, so der Anwalt weiter.

Nach dieser Erklärung stand der nächste Punkt an: Der Tatort war dabei ein Supermarkt.

Mitarbeiterin in Bayreuth beschimpft

Trotz Hausverbot kam der Angeklagte zwei Mal zu einem Supermarkt. Dort soll er nach den Zeugenaussagen insbesondere eine bestimmte Mitarbeiterin beschimpft haben. Sie solle ihm einen blasen, er würde sie sexuell penetrieren und der Akt würde dann “der beste Fick ihres Lebens” werden.

Die Mitarbeiterin wollte den Angeklagten nach eigener Aussage im Laden einsperren, bis die Polizei eintrifft. Dabei soll er sie an den Armen gepackt und nach draußen gezerrt haben. Diese Szene konnte ein weiterer Mitarbeiter beobachten. Sie konnte sich aber schnell von dem Angeklagten lösen, da er wohl betrunken war.

Angst hatte sie dennoch, insbesondere davor, dass der Angeklagte weiter handgreiflich wird. “Er hat sich einen Spaß daraus gemacht”, meint die Zeugin.

Weitere Vorfälle in Bayreuth

Geschlagen hat der Polizei in einer anderen Situation. Ein Polizist konnte den Angeklagten dort dabei beobachten, wie er grundlos gegen ein Wohnmobil geschlagen hat. Den Hieb spürte auch der Besitzer, der sich im Fahrzeug befand. “Es war ein dumpfer Schlag. Ich dachte, ein Auto hat es angefahren.”

Außerdem erinnerte sich eine weitere Zeugin an einen Ladendiebstahl des Angeklagten. Sie kann sich an den Angeklagten erinnern, “weil er Hausverbot bekommen hat und trotzdem öfter gekommen ist.” Sie erinnert sich daran, dass der 39-Jährige Tabak stehlen wollte.

Fortsetzung folgt vor dem Landgericht

Nachdem die Zeugen gehört wurden, wurde die Sitzung unterbrochen. Falls möglich, wird in Zukunft noch der Geschädigte der Körperverletzung angehört, da dieser für die Verteidigung ein wichtiger Zeuge ist. Ansonsten war von den Äußerungen des Verteidigers zu vernehmen, dass er einen Freispruch für seinen Mandanten beantragen möchte. Er hatte im Vorfeld dafür gesorgt, dass der Fall neu aufgerollt wurde.

Ob der Angeklagte seine vom Amtsgericht erteilte Haftstrafe weiter absitzen muss, klärt sich dann bei der Fortsetzung des Termins. Aktuell befindet sich der 39-Jährige in Untersuchungshaft.

Bayreutherin soll Freund zum Oralsex gezwungen haben

Eine 22-jährige Bayreutherin stand am Dienstag (4. Februar 2020) vor dem Landgericht in Bayreuth. Sie soll ihren Freund zum Oralsex gezwungen haben. Vor Gericht haben beide geschwiegen. Grund dafür war eine Verlobung von der Angeklagten und dem mutmaßlichen Opfer.

Erst vergangene Woche hat eine Frau wegen einer kurz zuvor geschlossenen Verlobung nicht gegen ihren Lebensgefährten ausgesagt. Einst hatte sie ihn wegen körperlicher Misshandlungen angezeigt.

Die Anklage am Bayreuther Gericht

Der Staatsanwalt verlas die Anklageschrift: Die 22-Jährige soll zuerst mit Fäusten den ganzen Körper ihres Lebensgefährten bearbeitet haben, weil er keinen Sex mit ihr haben wollte. Sie wollte dennoch Sex, zog dem Opfer die Boxershorts runter, “rieb seinen Penis und nahm diesen gegen den Willen des Geschädigten in den Mund.”

Ihr Freund wollte dies nicht, woraufhin die Angeklagte ihm die Kehle fest zudrückte und versuchte den Oralverkehr weiter auszuüben. Der Staatsanwalt wirft der 22-Jährigen deshalb sexuelle Nötigung vor.

Bayreuth: Schweigen vor Gericht

Doch vor Gericht schweigt die Angeklagte: während der gesamten Verhandlung. Damit sind Richter und Staatsanwalt auf die Aussagen des mutmaßlichen Opfers angewiesen. Der 33-Jährige, der Opfer der sexuellen Nötigung gewesen sein soll, kam in Fußfesseln in den Gerichtssaal. Er sitzt aktuell in Untersuchungshaft.

“Ich bin der erste Gefangene 2020 in Bayreuth”, sagte der 33-Jährige. Außerdem ist er seit Ende Januar mit der Angeklagten verlobt. “Das Verlöbnis war hier im Gericht”, sagte der Anwalt des mutmaßlichen Opfers, der als Zeugenbeistand anwesend war.

Doch Richter Götz bohrte nach. Denn er wusste aus einer vergangenen Verhandlung, dass die frisch Verlobten schonmal verlobt waren, diese Verbindung aber wieder getrennt hatten. Das sei auf die Drogensucht des 33-Jährigen zurückzuführen, erläuterte der Zeugenbeistand.

Verlobter und mutmaßliches Opfer schweigt

Doch seitdem die Tochter der Angeklagten und des mutmaßlichen Opfers im November geboren wurde, habe sich der 33-Jährige verändert: “Mein größtes Wunder ist meine Tochter.” “Bei der aktuellen Tat hat das ja keine große Rolle gespielt”, konterte der Staatsanwalt.

Dennoch steht die Verlobung, weshalb Richter Götz den mutmaßlich Geschädigten auf sein Zeugnisverweigerungsrecht aufmerksam macht. Der Zeugenbeistand erklärt, dass der 33-Jährige von diesem Recht Gebrauch macht.

Einstellen oder Freispruch?

Richter Götz erkannte, dass die Beweisaufnahme damit schwierig wird: “Es gibt keine Zeugen.” Und die Aussage des mutmaßlichen Opfers bei der Polizei könne er wegen des Zeugnisverweigerungsrechts auch nicht in die Verhandlung einfließen lassen.

Dazu erklärte der Anwalt der Angeklagten, dass der 33-Jährige nie wollte, dass die Sache strafrechtlich verfolgt wird. Das habe er am Tag nach der Anzeige telefonisch erklärt. Außerdem habe es nach dem Beschluss der vergangenen Verhandlung einen Opfer-Täter-Ausgleich mit einem Zeugenbeistand gegeben.

Urteil in Bayreuth

Richter Götz schlug deshalb vor, das Verfahren einzustellen. Doch der Staatsanwalt konnte das nicht machen, “da hier ein Verbrechen angeklagt ist”. Doch in seinem Schlussplädoyer forderte er einen Freispruch für die 22-Jährige. “Wir sind nicht da, um Vermutungen anzustellen, was sich dort ereignet hat”, begründete er seine Forderung.

Dem folgte dann auch Richter Götz: Freispruch und die Kosten gehen an die Staatskasse. “Wenn das Opfer von seinem Recht Gebrauch macht, kann man nix machen”, resümierte er die Verhandlung. “Ich kann nur hoffen, dass sie das im Griff haben und die Kinder nicht darunter leiden”, mahnte er noch die 22-Jährige. “Ansonsten sehe ich die Gefahr, dass wir uns hier wiedersehen. Das will ich uns ersparen.”