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Mit Feingefühl übers Eis: Damit es im Tigerkäfig glatt läuft

Jan Pospiech ist einer von drei Eismeistern im Bayreuther Eisstadion. Er ist dafür zuständig, dass das Eis immer optimal aufbereitet – und nicht zu warm oder zu kalt – ist. Doch es gehört mehr dazu, als mit der Eisbearbeitungsmaschine über die 1.800 Quadratmeter große Fläche zu fahren.

Von der Werkstatt ins Eisstadion

Jan Pospiech ist gelernter Kfz-Mechatroniker. Seit sechs Jahren ist er als Eismeister in Vollzeit im Bayreuther Eisstadion tätig. Vor den Trainings-Läufen, vor den Spielen der Tigers oder in den Pausen fährt er mit der Eisbearbeitungsmaschine Zamboni übers Eis um es zu fräsen und zu glätten. „In die Zamboni passen 750 Liter warmes Wasser, die dann pro Durchlauf auf der Eisfläche verteilt werden“, erklärt Pospiech. Das Fahren auf dem Eis erfolge nach einem bestimmten Schema. „Man fängt außen an Runden zu drehen, fährt dann in die Mitte und zieht dann Kreise“, erzählt der 30-Jährige. Das Vorwissen als Mechatroniker sei Voraussetzung für die Arbeit im Stadion gewesen.

Man muss beim Eisaufbereiten jeden Zentimeter voll ausnutzen. Es dauert allerdings zwei bis drei Wochen bis man ein Gefühl für die Maschine bekommt.

(Eismeister Jan Pospiech)

Zu seinem Job gehöre es außerdem, Motor-Reparaturen, Holzbearbeitungs- und Schweißarbeiten durchzuführen oder Schlüssel auszugeben und dafür zu sorgen, dass im Stadion alles funktioniert und sauber ist. „Man sollte auf jeden Fall handwerkliches Verständnis mitbringen“, sagt er. Auch ein Lkw-Führerschein sei von Vorteil. Pospiech arbeitet abwechselnd in der Früh- und in der Spätschicht. „Auch am Wochenende oder bis Mitternacht sind wir teilweise im Einsatz.


Was bei der Eisaufbereitung wichtig ist

„Ich mag es, dass ich mir die Zeit hier flexibel einteilen und eigene Entscheidungen treffen kann. Es gibt zwischen dem Eisaufbereiten immer etwas zu tun“, sagt Pospiech. Es sei wichtig, dass er sich auf seine beiden Kollegen verlassen könne und jeder schon bei Schichtende einplant, wie sich die Außentemperatur und damit auch die Eistemperatur in den kommenden Stunden verändert.

Jan Pospiech auf der Eisbearbeitungsmaschine. Foto: Carolin Richter

Das Eis ist träge und braucht zwei bis drei Stunden bis es die gewünschte Kerntemperatur erreicht. Bevor ich in die Arbeit gehe, muss ich eigentlich immer schon wissen, wie das Wetter wird, um die Temperatur passend einzustellen.

Vier Sensoren sind im Eis integriert und übermitteln stets die Temperatur. „Bei einer Außentemperatur von 19 Grad stelle ich für das Heimspiel am Abend zum Beispiel eine Kerntemperatur von 11 Grad im Eis ein“, erklärt er.

Das Eis darf nicht zu weich und nicht zu hart sein. Ist es zu kalt, kann es reißen.

Gekühlt wird die Fläche über eine Kälteanlage mit Ammoniak, die immer wieder nachjustiert, wenn sich die Temperatur ändert. „Natürlich hat es einen Einfluss, wie viele Besucher ins Stadion kommen oder wie hoch die Luftfeuchtigkeit außen ist“, so Pospiech.

„In der Eisbearbeitungsmaschine sind Messer integriert, die eine dünne Schicht des Eises abtragen“, erklärt der 30-Jährige. Der abgetragene Schnee wird vorne in der Maschine gesammelt, zu einem Quader gepresst und anschließend in die Schneegrube am Rande des Stadions gekippt, aus dem auch das Wasser für neues Eis entnommen wird.

Das abgefräste Eis sammelt sich vorne in der Eisbearbeitungsmaschine und wird dann in die Schneegrube gekippt. Foto: Carolin Richter

Ungefähr 30 Grad warm ist das Wasser in der Grube, da es sich durch die Anlage aufheizt. Außerdem gefriert warmes Wasser bekanntlich schneller.

Das Eis im Stadion sollte etwa vier Zentimeter dick sein. „Die Ränder glätte ich gesondert, da sich dort oft Wellen bilden“, fügt er hinzu. Es sei außerdem nötig, das Eis etwa alle zwei Wochen zusätzlich zu fräsen, damit es nicht blind werde und man die Linien wieder gut sehe, denn: „Man bringt eigentlich immer mehr Wasser auf die Fläche, als abgetragen wird.“

Man benötigt Feingefühl, damit die Eisfläche überall gleichmäßig dick bleibt.

Beunruhigend: Sensor defekt

Auch wenn meist alles klappt, gab es schon Momente in denen bei Pospiech der Puls gestiegen ist. „Schon zwei bis drei Mal hat es einen Fehlalarm gegeben, bei dem dann Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei angefahren kam, weil ein Sensor im Eis defekt war“, erzählt er.  Auch Ammoniak sei vor einigen Jahren schon einmal ausgetreten. Passiert sei aber zum Glück nichts.

So sieht der Sommer als Eismeister aus

„Die Saison im Eisstadion geht etwa von August bis April, je nachdem wie die Eishockey-Spiele verteilt sind“, erklärt er. Doch auch in den Sommermonaten ist Pospiech weiterhin im Eisstadion beschäftigt. „Im Sommer arbeiten wir nur Tagschicht. Es ist weiterhin Betrieb mit Inliner-Fahren, Hockey oder Rollkunstlauf“, sagt er. Dann sei Zeit, größere Reparaturen im Stadion anzugehen.

Ein Teil des abgefrästen Eises. Foto: Carolin Richter

Neues veganes Hack von Lidl: Wie gesund ist die fleischlose Alternative?

Ein veganes Burger-Pattie hat Lidl bereits unter der neuen Eigenmarke Marke „Next Level Meat“ seit 1. August im Sortiment. Bundesweit baut der Discounter das Angebot an alternativen Produkten zu Fleisch aus. Ab dem heutigen Montag kommen weitere Produkte hinzu: Veganes Hack und zwei vegane Burger für die Mikrowelle. Doch  bedeutet vegan auch gesund?

Die Fleischersatz-Produkte von Lidl basieren hauptsächlich auf Erbsen-, Weizen und Sojaweiweiß. Das neue Hack gibt’s in der 275-Gramm-Packung und kann in eigene Rezepte, wie Lasagne oder gefüllte Paprika, integriert werden.

Schnelle Burger-Küche

Die beiden neuen Burger sind eher für die schnelle Küche gedacht: Man schiebt sie lediglich für zwei Minuten in die Mikrowelle. Dann seien der „Next Level Burger Classic Style“ und der „Next Level Burger BBQ Style“ fertig zum Verzehr. Somit bleibt es Fast Food mit wenigen Mikronährstoffen. Letztere sind allerdings wichtig für Wachstum, Zellschutz oder ein funktionierendes Immunsystem.

Frisch statt Fast Food

Wer stattdessen auf  eine gesunde Ernährung setzen möchte,  sollte  häufiger zu frischem Obst und Gemüse greifen, um seinen täglichen Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen optimal zu decken.  Doch auch künftig soll das „Next-Level-Meat“-Sortiment weiter entwickelt werden.

Besonders interessant wird es sein, wie das pflanzenbasierte Hack im Vergleich zur beliebten Fleischvariante ankommt. Wir arbeiten auch schon an weiteren Aktionen.

(Jan Bock, Geschäftsleiter Einkauf bei Lidl Deutschland)

Auch Aldi bietet seit dem 5. August vegane Burger-Patties unter der Marke „The Wonder Burger“ an. Sie bestehen hauptsächlich aus Soja-Protein und bekommen dadurch eine fleischähnliche Struktur.

The Wonder-Burger mit Ziegenkäse.

The Wonder-Burger mit Ziegenkäse. Foto: Aldi Süd

Vegan und ungesund?

Ausgelöst wurde der Hype um die veganen Burger-Produkte vom kalifornischen Start-Up „Beyond Meat“, dessen Burger-Patties auf Erbsenprotein-Basis es seit Ende Mai unter anderem bei Lidl und Netto kaufen gab.  Diesem blicken Ernährungsexperten allerdings kritisch entgegen. Bei Beyond Meat fielen beispielsweise ein hoher Fettgehalt, Stabilisatoren und Hefeextrakt als Geschmacksverstärker negativ auf. Ratsam sei es diese Produkte nicht mehr als zwei Mal pro Woche zu konsumieren. Insgesamt gilt: Fleischersatzprodukte können eine gute Alternative sein, müssen es aber nicht. (Quelle: spiegel.de)

Wem die Umwelt am Herzen liegt, greift lieber zu heimischen Produkten, statt zum veganen Burger-Original, das aus Amerika eingeflogen wird.


Nachhaltige Verpackung aus Pappe

Seit der Einführung des Next Level Burgerpatties hat Lidl außerdem daran gearbeitet Plastik beim Verpacken einzusparen. Künftig sollen die Burgerpatties in einer Pappschale liegen, die mit einer recyclebaren dünnen Folie verschlossen ist.

Walküre: Bayreuther Porzellanhersteller ist insolvent

Der Bayreuther Porzellanhersteller Walküre hat Insolvenz angemeldet. Wie Geschäftsführer Wolfgang Meyer mitteilt, finde die Sanierung des Betriebs in Eigenverwaltung, also ohne Insolvenzverwalter, statt. Das habe das Amtsgericht Bayreuth auf Antrag der Geschäftsführung angeordnet. Das Geschäft soll trotz drohender Zahlungsunfähigkeit ohne Unterbrechung weitergehen.

Gehälter bis September gesichert

Die 82 Mitarbeiter des traditionsreichen Porzellanherstellers seien am Dienstag informiert worden, heißt es weiter. Die Löhne und Gehälter seien über das Insolvenzgeld bis Ende September gesichert. Wichtige Lieferanten hätten bereits ihre Kooperationsbereitschaft angekündigt.

Walküre-Prozellan aus Bayreuth. Foto: Christoph ScholzWalküre

Aufträge verschoben

Die Porzellanfabrik Walküre wurde im Jahr 1899 gegründet und wird heute in der vierten Generation von den Urenkeln des Unternehmensgründers geführt. Zum Kundenkreis gehören vor allem Hotels und Gastronomiebetriebe, sowie Kaffeeröstereien. Das Unternehmen heimste zuletzt zahlreiche Design-Preise ein, geriet im laufenden Jahr aber in Schieflage, nachdem größere Projekte und Aufträge verschoben wurden.

Das bedeutet Eigenverwaltung:

Das Eigenverwaltungsverfahren bietet Unternehmen eine Möglichkeit, sich bei laufendem Betrieb neu aufzustellen. Anders als im Regelinsolvenzverfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung bei der Geschäftsführung. Das Insolvenzrecht erlaubt das in Fällen, in denen Unternehmen bei wirtschaftlichen Problemen frühzeitig selbst tätig werden und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht. Anstelle des Insolvenzverwalters setzt das Amtsgericht einen Sachverwalter ein, der die Interessen der Gläubiger vertritt und die Restrukturierung überwacht. Als Sachverwalter wurde der Bayreuther Rechtsanwalt Ulrich Graf bestellt.

Hagebaumarkt: Käufer gefunden

Seit März dieses Jahres stehenden in Oberfranken und der Oberpfalz 14 Baumärkte der Danhauser Gruppe zum Verkauf, darunter auch der Hagebaumarkt in Bayreuth. Jetzt haben die Märkte neue Eigentümer. Fünf bayerische Gesellschafter der Hagebau übernehmen die Mehrheit an der Gruppe, die Beteiligungsgesellschaft der Hagebau beteiligt sich ebenfalls.

Die fünf Gesellschafter sind:

Das Bauzentrum Mayer in Ingolstadt, die Hans Batzner GmbH in Ebern, das Segl Bauzentrum GmbH in Eging am See, die Artinger & Ohneis GmbH & Co. KG in Neufahrn und die Schneider GmbH & Co. in Erlstätt.

Es geht um 650 Arbeitsplätze

Betroffen sind auch die Hagebaumärkte in Kemnath, Marktredwitz und Münchberg sowie ein Bauzentrum in Kulmbach. Mit dem Verkauf sollen die Arbeitsplätze der insgesamt rund 650 Mitarbeiter gesichert werden.

Einer Pressemitteilung zufolge geht mit dem Verkauf der Firmengruppe eine 163-jährige und einzigartige Familiengeschichte zu Ende, die die Familie Danhauser und zahlreiche Mitarbeiter geprägt habe. Weiter heißt es, die Baumärkte werden an Hagebau-Kollegen aus Bayern veräußert, zu denen teilweise jahrzehntelange freundschaftliche Verbindungen bestünden.

Über den Kaufpreis sowie über die Beteiligungsverhältnisse im Detail wurde Stillschweigen vereinbart. Zudem steht der Verkauf unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt.

Die Hagebau-Unternehmensgruppe

1964 gegründet ist die Hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG eine heute durch rund 370 rechtlich selbstständige, mittelständische Unternehmen im Fach- und Einzelhandel getragene Kooperation. Der Hagebau-Gruppe sind mehr als 1.750 Standorte in Europa angeschlossen. Hauptsitz der Kooperation ist Soltau mit rund 900 Mitarbeitern. Zu den Dienstleistungen für die mittelständischen Anteilseigner zählen die Bereiche Einkauf, Vertrieb, Systeme, Logistik, IT, Marketing und Finanzberatung.

Edeka-Werbung zum Muttertag: Väter fordern Boykott

Der Shitstorm der Väter

Die Reaktionen im Netz sind heftig. Die „Aktion Sorgerecht Kinderschuhe“, die sich für die Rechte getrennt lebender Väter einsetzt, ruft unter dem Hashtag #BoykottEDEKA dazu auf, die Märkte zu meiden. Von „geschlechterrassistischen Auswüchsen“ ist die Rede und davon, dass sich das Unternehmen öffentlich entschuldigen solle.

Etliche Väter schreiben im Netz, dass sie Beschwerde beim Werberat eingereicht hätten, dass sie sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewendet oder YouTube auf die Verbreitung unangemessener Inhalte hingewiesen hätten.

Auch auf der Seite „Väter ohne Rechte“, eines der größten Foren für getrennt lebende Väter in Deutschland, wird das neue Video hitzig diskutiert:

Meinst du, dass zum Vatertag Werbespots kommen, in denen Mütter als inkompetente Vollidiotinnen dargestellt werden?  Ich denke nicht, dass auch nur ein Sender das ausstrahlen würde.

Man stelle sich vor, Hornbach wünscht allen Vätern einen schönen Vatertag und macht ein Video über Mütter, denen das Kind vom Wickeltisch fällt, während sie telefonieren, die beim Parken andere Autos beschädigen, denen der Kinderwagen vom Bahnsteig unter den Zug rollt, deren Kinder auf dem Spielplatz vom Gerüst fallen, während Mama mit anderen Müttern quatscht.

Wenn zum Beispiel Hornbach einen Spot über Frauen macht, die keinen Nagel in die Wand bekommen, das grade angebrachte Regal im Kinderzimmer aufs Puppenhaus fällt, die beim Ausparken den Pfeiler Rahmen, das Fleisch auf dem Grill verbrennen lassen oder beim Fußball spielen mit dem Kind nicht mal den Ball treffen, oder die peinlichen Mamis, die ihre Kinder beim Sport anfeuern, oder oder oder, dann würde ich von Herzen darüber lachen und mich kein Stück diskriminiert fühlen oder schlecht(er).  Grundsätzlich sind Klischees so eine Sache für sich und man sollte nicht verallgemeinern, aber ein bisschen Wahrheit steckt auch darin.

Dreck, widerlicher rassistischer Dreck von Edeka. Hier wird die hälfte der Menschheit pauschal rassistisch diskriminiert. Zeit den Nazi-Feminismus zurückzuschlagen!

In Zeiten, wo das Wechselmodell von immer mehr Vätern gefordert wird und es auch in den Medien immer mehr Aufmerksamkeit bekommt, würde ich sagen:  Die Marketing-Abteilung von Edeka ist ein Haufen Vollversager, die den aktuellen Zeitgeist völlig ignoriert.  Ganz schwache Leistung.  Da wird nicht mehr eingekauft.

„Hohe Resonanz“ freut Edeka

Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk äußert sich Edeka nur in einem knappen Statement zur Kritik. Das Unternehmen wolle „Väter keinesfalls schlecht darstellen, sondern etwas überspitzt und auf humorvolle Art und Weise allen Müttern anlässlich des Muttertags Danke sagen. Wir freuen uns, dass das Video auf eine hohe Resonanz stößt.“

Aus dem Hause Jung von Matt stammte zuvor unter anderem bereits die Ricola-Fernsehwerbung „Wer hat’s erfunden?“, eine Anzeige, die auf Kosten der Frisur von Bundeskanzlerin Angela Merkel Werbung für den Autovermieter Sixt machte, oder auch die „Schrei vor Glück“-Spots des Internet-Versandhändlers Zalando.

Einkaufen: Wo Bayreuth schlecht versorgt ist

Beim Planungsamt liegt ab Montag das Nahversorgungskonzept der Stadt zur Einsicht aus. Ein solches Konzept gibt es zwar schon, es muss aber fortgeschrieben werden. Unter anderem, weil ein Teil der Stadt schlecht versorgt ist.

Im Osten klaffen Lücken

Das Konzept habe sich bewährt, wenn es um die Frage geht, wo sich Nahversorger in der Stadt ansiedeln sollen und wo nicht, heißt es aus dem Rathaus. Ziel ist es, Dinge des täglichen Bedarfs für jeden Bürger auch zu Fuß erreichbar zu machen. Das gelingt der Stadt bislang aber nicht überall. Der Westen und der Süden der Stadt sind gut versorgt, der Osten weniger. Über den Daumen heißt das: Dreiviertel der Bayreuther sind gut versorgt, ein Viertel nicht.

In einer Mitteilung der Stadt heißt es daher auch, das Konzept müsse fortgeschrieben werden, „da zum einen neue Entwicklungen, wie zum Beispiel ein Fachmarktzentrum an der Justus-Liebig-Straße oder Lebensmitteleinzelhandel im Bereich der Technologieachse, absehbar sind und zum anderen im Bayreuther Osten allgemeiner Handlungsbedarf besteht“.

Zehn Zentren in der Stadt

Das Konzept sieht neben der Innenstadt zehn Nahversorgungszentren in Bayreuth vor. Unter solchen Zentren versteht man die Ansiedlung von Discounter und Vollsortimenter an einem Fleck, idealerweise ergänzt durch Bäcker, Metzger, Arzt oder Café. Wo ein solches Zentrum Sinn macht, das entscheiden unter anderem Einwohnerzahl und Siedlungsdichte. Die Stadt nennt als künftige Zentren:

  • Altstadt / Bamberger Straße
  • Birken / Wittelsbacherring
  • Roter Hügel / Preuschwizer Straße
  • Röhrensee / Justus-Liebig-Straße
  • Kreuz / Scheffelstraße
  • Neue Spinnerei / Nordring
  • Festspielhügel / Gravenreuther Straße
  • St. Georgen / Bernecker Straße
  • Neue Heimat / Königsallee
  • Aichig / Grunaucenter

Schulzentrum trifft soziales Wohnen

Auch die Region um die Königsallee, dort also, wo sich Schulzentrum Ost und Neue Heimat treffen, soll ein Nahversorungszentrum bekommen. Wo genau, das steht noch nicht fest. Stadtbaureferentin Urte Kelm gibt aber zu verstehen, das Gelände des früheren Gartencenters Feustel im Visier zu haben. Einen Discounter gibt es dort bereits.

Unversorgte Stadtteile

Die Stadtteile Meyernberg, Laineck, Saas, Seulbitz, Wolfsbach, Destuben, Hohlmühle, St. Johannis, Wendelhöfen und Hussengut gelten hingegen weiterhin als „nicht versorgt“. Weil in Neuer Heimat und der Hammerstadt deutlich mehr Menschen leben, soll dort zuerst gehandelt werden. Die Gegend zwischen Kreuz und dem Röhrensee wird hingegen als überversorgt angesehen.

Bürger sollen mitreden:

Das Konzept liegt im 9. Stock des Rathauses aus. Während der Auslegungsfrist kann schriftlich zur Planung Stellung genommen werden. Das Stadtplanungsamt nimmt diese Stellungnahmen per Mail stadtplanungsamt@stadt.bayreuth.de, per Post (Stadt Bayreuth, Stadtplanungsamt, Postfach 10 10 52, 95410 Bayreuth) sowie per Fax 0921 251771, entgegen.

Aus der früheren Videothek wird Bayreuths größter Dampfer-Shop

Früher war es eine Videothek, jetzt wird der Laden gegenüber des Richard-Wagner-Gymnasiums zu einem der größten Shops für E-Zigaretten in ganz Deutschland.

Foto: Vapor

Der Teppich mit der Maus ist erst einige Tage raus. Er war so etwas wie das letzte Relikt einer Zeit, in der die Menschen am Freitagabend noch schnell ein paar Filme für das Wochenende ausliehen, weil von Netflix und Amazon Prime noch jede Spur fehlte. Als nach dem Laden am Wittelsbacherring 6 auch noch der an der Feuerwache schloss, war sie in Bayreuth endgültig vorbei, die Zeit der Videotheken.

Foto: Vapor

Jetzt, fünfeinhalb Jahre später, hat ein anderes Geschäft die Räume für sich entdeckt. Jose Luis Rubio Burgos und Sabrina Rubio Burgos, die Betreiber des Vapor Bayreuth, ziehen mit ihrem Laden aus der Erlangerstraße aus und wenige Meter weiter am Ring wieder ein. Entstehen soll einer der größten „Dampfer-Shops“ Deutschlands. Die Fläche der früheren Videothek beträgt immerhin 230 Quadratmeter.

Jose Luis Rubio Burgos. Foto: Vapor

Als Grund für den Umzug nennt Rubio Burgos Parkplätze, die Nähe zum früheren Geschäft, die Lage am Wittelsbacher Ring und die Größe der Ladenfläche, auf der er mehr Auswahl und den Kunden Möglichkeit zum Sitzen und Ausprobieren der Ware bieten möchte.  Eröffnen soll Bayreuths größter Dampfer-Shop am Samstag, dem 27. April.

Sabrina Rubio Burgos. Foto: Vapor

Geplant: Ein Hochhaus am Bahnhof

An der Haupt-Post am Bahnhof werden vier Häuser geplant. Eines davon soll ein Hochhaus sein. Unklar ist, wie hoch es wird.

Das eingekreiste Gelände wird beplant. Karte: Thorsten Gütling

Das grüne, denkmalgeschützte Hauptgebäude, soll natürlich erhalten bleiben. Die neuen Häuser sollen daneben und dahinter entstehen. Eben dort, wo die Post heute noch eine Logistikhalle, mehrere Nebengebäude und Parkflächen unterhält. Betroffen ist also das ganze Gebiet zwischen Bürgerreuther Straße, Goethestraße, Wilhelmsplatz und Friedrich-von-Schiller-Straße.

Goethestraße. Foto: Thorsten Gütling

Weil die Post immer mehr Aufgaben von der Hauptpost abzieht, werden die Gebäude und Flächen dort nicht mehr gebraucht. Gleichzeitig liegt die Fläche zentral und ist gut mit allen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Stadt will dort daher ein sogenanntes „Urbanes Gebiet“ schaffen. Dieses zeichnet sich durch Platz für Kultur, Gewerbe und Wohnen gleichermaßen aus.

Blick auf den Parkplatz hinter der Haupt-Post, Zufahrt über die Goethestraße. Foto: Thorsten Gütling

Von den vier Häusern, die entstehen sollen, verfügen drei, über vier bis fünf Geschosse. Das vierte Haus allerdings könnte, je nach Plan, bis zu acht oder gar bis zu 14 Geschosse hoch werden. Je nachdem, welche der beiden Varianten, die das Bauamt vorschlägt, schließlich realisiert werden. Das Hochhaus am Bahnhof könnte demnach entweder bis zu 23 oder gar bis zu 43 Meter hoch werden.

Ein Schild aus besseren Tagen an der Goethestraße, Einfahrt „Deutsche Post, Zustellbasis Fracht“. Foto: Thorsten Gütling

Je nach Variante entsteht das Hochhaus neben oder hinter dem denkmalgeschützten Post-Gebäude. In den Erdgeschossen der Häuser sowie in etwa 25 Prozent aller Geschosse, sollen sich Gewebetreibende und Vereine Platz verschaffen. Der Rest ist zum Wohnen bestimmt. Das Post-Areal soll dafür eine oder zwei Tiefgaragen erhalten. Am Montag um 16 Uhr werden die Pläne dem Bauausschuss vorgestellt.

Baustelle der Ibis-Hotels. Foto: Thorsten Gütling

Schräg gegenüber, auf der anderen Seite der Bürgerreuther Straße, entstehen übrigens gerade zwei Hotels der Kette Ibis: Ein sogenanntes Business-Hotel der Ibis-Kategorie Style mit 96 Zimmern und eines für günstigere Übernachtungen der Kategorie Budget mit 84 Zimmern. Dazu wird ein Parkhaus gebaut. Die Hotels sollen bis Ende des Jahres stehen. Links im Bild: Das eingerüstete Wohnhaus der Gewog, das im Juli des vergangenen Jahres gebrannt hat und derzeit saniert wird.

Neue Bleibe: Das FabLab ist gerettet

Das Aus der offenen Hightech-Werkstatt FabLab ist abgewendet. Weiter geht es an einem neuen Standort, gar nicht weit vom alten entfernt.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite in der Ritter-von-Eitzenberger Strße liegt die Firma Schlaeger. Kunststofftechniker und Mechatroniker sind da zuhause. 400 Mitarbeiter sind es insgesamt. Schläger wiederum ist an der Technischen Berufsbildung Bayreuth (TBB) beteiligt. „Auch das FabLab ist eine Technikschmiede, das passt vom Grundgedanken jedenfalls gut zusammen“, sagt Matthias Ritter, der bei TBB Geschäftsführer und bei Schlaeger Controller ist.

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Kurzerhand hat man den Machern des FabLab, dem Verein FabLab Bayreuth e.V.m Verein, eine Fläche von rund 250 Quadratmetern Größe angeboten. Das kommt in etwa der Fläche gleich, die dem Verein derzeit noch in einer der Wedlich-Hallen zur Verfügung steht. Spätestens bis Ende April ist dort aber Schluss. Denn Unternehmer Christian Wedlich muss sich im Zuge einer sogenannten Insolvenz in Eigenverwaltung, von der Halle trennen. Seit Monaten werden neue Räume gesucht – bisher ohne Erfolg.

Wie lange das FabLab auf dem Schlaeger-Grundstück bleiben kann, sei offen. Matthias Ritter sagt, die Büroräume in einer der älteren Hallen seien gerade erst frei geworden. Wann sie wieder benötigt würden, sei schwer vorherzusehen. Wichtig sei jedoch, dass dem Verein jetzt geholfen werde. Die Zusammenarbeit könne bis Jahresende laufen oder über die nächsten Jahre hinweg. Profitieren würden jedenfalls alle. Das FabLab  könnte künftig nämlich auch Kurse für Azubis organisieren, sagt Ritter. Und auch für jeden anderen sei die „Hightech Werkstadt Oberfranken“, in der zum Selbstkostenpreis mit Geräten wie 3-D-Druckern gearbeitet werden kann, weiter nutzbar.

Die Mitglieder des FabLab-Vereins jedenfalls wollen jetzt mit dem Umzug beginnen. Bis 1. Mai soll er abgeschlossen sein.

 

So viel Geld bekommen die Gemeinden vom Freistaat

Jetzt steht fest, wieviel Geld die Städte und Gemeinden an sogenannten Schlüsselzuweisungen vom Freistaat erhalten. Schlüsselzuweisungen sind Zahlungen, die dafür sorgen sollen, dass die Gemeinden ihre Aufgaben unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Situation erledigen können. Der Betrag errechnet sich aus der Steuerkraft der jeweiligen Gemeinde vor zwei Jahren. Je besser es der Gemeinde damals ging, umso weniger Geld erhält sie heute.

Wie die Bundestagsabgeordnete der Bayreuther CSU, Gudrun Brendel-Fischer, meldet, erhalten:

  • die Stadt Bayreuth 7.989.208 Euro
  • der Landkreis Bayreuth 20.126.132  Euro

 

Bei den Gemeinden im Landkreis sieht es folgendermaßen aus:

  • Ahorntal: 907.264 Euro
  • Aufseß: 400.884 Euro
  • Betzenstein: 699.028 Euro
  • Bindlach: 861.360 Euro
  • Creußen: 1.539.112 Euro
  • Eckersdorf: 1.151.044 Euro
  • Emtmannsberg: 380.132 Euro
  • Gesees: 128.384 Euro
  • Glashütten: 606.928 Euro
  • Goldkronach: 1.091.052 Euro
  • Haag: 249.704 Euro
  • Heinersreuth: 613.924 Euro
  • Hollfeld: 2.003.516 Euro
  • Hummeltal: 784.876 Euro
  • Kirchenpingarten: 629.068 Euro
  • Mistelbach: 465.416 Euro
  • Mistelgau: 820.056 Euro
  • Pegnitz: 3.178.476 Euro
  • Plankenfels: 391.360 Euro
  • Plech: 340.012 Euro
  • Pottenstein: 1.162.128 Euro
  • Prebitz: 477.960 Euro
  • Schnabelwaid: 386.576 Euro
  • Seybothenreuth: 506.228 Euro
  • Speichersdorf: 2.441.124 Euro
  • Waischenfeld: 1.175.540 Euro
  • Warmensteinach: 905.200 Euro
  • Weidenberg: 1.955.156 Euro

 

„Im Vergleich zum Vorjahr steigen bayernweit die Schlüsselzuweisungen 2019 um 6,6 Prozent beziehungsweise 240 Millionen Euro auf rund 3,9 Milliarden Euro.“

(Gudrun Brendel-Fischer, CSU)