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Bayreuther Studenten gründen StartUp: Das ist die neue vegane Lebensmittelbox

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Im Rahmen eines Seminars haben fünf Studierende der Uni Bayreuth ein StartUp gegründet. Ihr Projekt heißt “Mundvoll” und ist eine Lebensmittelbox, die sich von den bisher bekannten Lebensmittelboxen unterscheidet. 

Stark in der Forschung: Bestnoten für Uni Bayreuth

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Die Universität Bayreuth geht erneut positiv aus einem Ranking hervor. Im “U-Multirank” von 2020 werden allerdings keine Ranglisten erstellt, sondern einzelne Leistungsindikatoren bewertet.

Universität Bayreuth gehört weltweit zu den besten Unis

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Die Uni Bayreuth liegt im kürzlich veröffentlichten QS World University Ranking bei entscheidenden Kriterien deutlich über dem weltweiten Durchschnitt.

Experte der Universität Bayreuth: „Öffnet die Kitas jetzt!“

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Ein Experte der Universität Bayreuth plädiert für eine Öffnung von Kitas. In seinem Plädoyer legt er die Gründe für seine Forderung dar.

Uni Bayreuth ist eine der nachhaltigsten auf der gesamten Welt

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Die Universität Bayreuth zählt in puncto Nachhaltigkeit zur Spitzengruppe der Hochschulen weltweit. Im „UI GreenMetric World University Ranking 2019“ liegt sie im globalen Vergleich auf Platz 26 und in Deutschland auf dem dritten Platz. Das berichtet die Uni Bayreuth in einer Mitteilung.

Uni Bayreuth: Platz 26 von 780 Hochschulen

Insgesamt haben 780 Hochschulen aus 85 Ländern an diesem Ranking teilgenommen. Es handelt sich um das erste und bisher einzige weltweite Hochschulranking, das ausschließlich mit Kriterien der Nachhaltigkeit arbeitet. Es wird seit 2010 jährlich von der Universitas Indonesia in Jakarta herausgegeben.

Jede Hochschule, die in diesem Jahr am „UI GreenMetric World University Ranking“ teilgenommen hat, erhielt eine Wertung in insgesamt sechs Kategorien der Nachhaltigkeit: Im Bereich „Umgebung und Infrastruktur“ liegt die Universität Bayreuth bundesweit auf Platz 1, heißt es in einer Mitteilung der Universität Bayreuth.

Dabei fallen beispielsweise der hohe Anteil von „Open Air-Flächen“ am gesamten Campusgelände sowie die Anzahl und Größe der Grünflächen ins Gewicht. Den ersten Platz in Deutschland erzielt sie auch im Bereich „Abfälle“. Darin spiegelt sich der Erfolg zahlreicher Initiativen auf dem Campus wider, die sich dafür einsetzen, Papier- und Plastikabfälle signifikant zu verringern und das Recycling von Wertstoffen weiter auszubauen. Beispiel hierfür ist das im Oktober 2019 gestartete, in Deutschland einzigartige Mehrwegsystem für Kaffee- und Getränkebecher.

Nachhaltigkeit an der Universität Bayreuth

Auch in den Kategorien „Wasser“, „Transport“ sowie „Studium und Forschung“ („Education“) schneidet die Universität Bayreuth sehr gut ab. Sie erzielt im bundesweiten Vergleich jeweils den dritten Platz. Entscheidende Faktoren sind beispielsweise der effiziente und sparsame Umgang mit Wasser, die Förderung des Rad- und Fußgängerverkehrs, beispielsweise mit einer neu errichteten Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt, sowie der Ausbau der Elektromobilität mit E-Tankstellen.

Hinzu kommen die gute Anbindung des Campus an den öffentlichen Nahverkehr und nicht zuletzt die starke Präsenz des Themas „Nachhaltigkeit“ in Studium und Forschung, in Publikationen und studentischen Aktivitäten. In der Kategorie „Energie und Klimawandel“ wiederum kann der Bayreuther Campus mit geringen Treibhausgas-Emissionen und einem niedrigen Kohlenstoff-Fußabdruck pro Kopf punkten, heißt es in der Mitteilung.

Uni Bayreuth: Green Campus

Vor mehr als drei Jahren wurde von der Hochschulleitung der Universität Bayreuth die Initiative „GreenCampus“ ins Leben gerufen. Sie bündelt alle Aktivitäten zum Thema Nachhaltigkeit auf dem Campus und unterstützt potenzielle neue Akteure bei der Umsetzung. Das Team umfasst aktuell sechs studentische Mitarbeiter*innen und zwei wissenschaftliche Mitarbeiter und wird von Prof.

Britta Planer-Friedrich (Umweltgeochemie) und Prof. Dr. Maximilian Röglinger (Wertorientiertes Prozessmanagement) geleitet. Derzeit erarbeitet GreenCampus in enger Zusammenarbeit mit der Hochschulleitung eine ganzheitliche, sozial ausgewogene und ökologisch ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie für die Universität Bayreuth, die alle Interessensgruppen der Universität einbezieht.

Neues Musikvideo über Bayreuth: Heimspiel – Danke Bayreuth

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Heimspiel (Danke Bayreuth) heißt das Musikvideo der Studenten aus Bayreuth. Die Spökos haben ihrer Wahlheimat einen Song gewidmet. Der Examensjahrgang 2019/20 sagt “Danke Bayreuth”.

Dahinter steckt eine Produktion für den Examensball der Spökos – den Studenten der Sportökonomie an der Uni Bayreuth.

Gegen Coffee-to-Go: Uni Bayreuth steigt auf Mehrweg um

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Die Universität Bayreuth will ökologischer werden, die Umwelt schonen und einen grünen Fußabdruck hinterlassen. Deshalb werden Einwegbecher aus Kaffeeautomaten von der Uni Bayreuth verbannt. Ein neues und an deutschen Unis einzigartiges Mehrwegsystem ist ab, Freitag, den 25. Oktober, auf dem Campus verfügbar.

Weg mit den Einwegbechern

Die Kaffeeautomaten der Firma Dallmayr, die auf dem Campusgelände verteilt stehen, sind nun mit Mehrwegbechern ausgestattet. Die vorherigen Pappbecher wurden aus den Automaten entfernt. Nun gibt es 100-Prozent recyclebar Becher, die aus Bio-Zuckerrohr Basis hergestellt sind.

380.000 Einwegbecher will die Uni damit einsparen. “Ich konnte diese Zahl gar nicht glauben”, sagte der Präsident der Universität Bayreuth, Stefan Leible. UBT-Cup heißen die neuen Mehrwegbecher. An allen Kaffeeautomaten an der Uni und an den Becherausgabeautomaten gibt es die neuen UBT-Cups, die mit einem Strichcode versehen sind.

Denn mittels dieses Codes können die Rücknahmeautomaten erkennen, ob es sich bei dem Einwurf wirklich um einen Becher der Uni Bayreuth handelt. Hier stellte die Uni sieben Automaten für die Rücknahme auf.

Emotionales Projekt an der Uni Bayreuth

Stefan Heuberger von der Alois Dallmayr Automaten-Service GmbH & Co. KG hat bei der Entwicklung der UBT-Cups mitgeholfen: “Ich habe selbst hier an der Uni studiert, weshalb es ein emtotionales Thema ist.” Das System  dahinter entwickelten Dallmayr und die Uni gemeinsam. Dabei geht es dann auch um das Spülen der Becher.

Ein Mehrwegbecher muss “mindestens 20 Mal benutzt werden”, um ökologischer zu sein, als ein Einwegbecher, sagt Heuberger. Denn Mehrweg sei nicht immer gut und Einweg sei nicht immer schlecht, gibt er zu bedenken.

UBT-Cup: bis zu 300 Spülvorgänge

Josef Trost, Geschäftsführer vom Studentenwerk Oberfranken, war einer der Initiatoren dieses Projekts. Er sagt, dass der UBT-Cup sogar bis zu 300 Spülvorgänge überlebt. Ergo ein Mehrwertbecher, der ökologisch ist. 60.000 Euro kostet der Aufbau dieses Systems. Die Universität Bayreuth übernimmt davon 5.000 Euro, erklärt Trost.

Allerdings spart sich die Uni die Einwegbecher und die Studenten Geld beim Kaffeetrinken, da der Kaffee 1,10 (330ml) oder 0,80 Euro (180 ml) kosten wird. Die Studierenden zahlen dies mit ihrer Studierendenkarte. “Wir können unseren Kaffee dank Herrn Trost nun mit einem besseren Gewissen trinken”, würdigt Präsident Leible den Einsatz von Trost.

eSport Universität Bayreuth

Alle Gamer sind fette Amokläufer – oder?

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Horst Seehofer hat es wieder getan. Nach dem Amoklauf von Halle am 9. Oktober hat Seehofer einen der Gründe für die Tat in der Gamingszene gesucht: “Viele von den Tätern oder den potenziellen Tätern kommen aus der Gamerszene”, sagte er in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin. Damit reiht er sich nicht nur in eine Reihe mit Donald Trump, der Videospielen die Schuld an einem Amoklauf gab, sondern erntete harsche Kritik von Experten. Auch die Bayreuther Studenten des eSport UBT-Teams finden solche Klischees “absolut lächerlich”.

Universität Bayreuth: 34 Millionen Gamer in Deutschland

“Es ist eine krasse Verallgemeinerung zu sagen, Gamer sind Amokläufer”, sagt der Teamleiter des Universitätteams eSport UBT, Leon Janßen. Es gibt 34 Millionen Gamer in Deutschland, sagt Janßen. “Das heißt, dass wir 34 Millionen potentielle Amokläufer in Deutschland haben”, fasst er zusammen. Da kann man genauso sagen, “dass alle Amokläufer Brot gegessen haben”.

Leon Janßen eSport Uni Bayreuth

Foto: eSport UBT

Dabei findet der Leiter des Sponsoring des eSport UBT-Teams, Dennis Wagner, dass es “traurig ist, dass man sich als Gamer für sowas rechtfertigen muss”. Dabei hätten schon Studien seit den 90er-Jahren bewiesen, dass es keinen Zusammenhang zwischen einem Amoklauf und Videospielen gibt.

Leon Janßen sieht zwar den offensichtlichen Zusammenhang zwischen sogenannten Killerspielen und einem Amoklauf. Er sagt allerdings, dass nicht das Töten im Vordergrund des Spiels steht, sondern die Taktik, die in vielen verschiedenen Spielmodi angepasst werden muss.

Medien waren schon immer Sündenbock

Die beiden kennen sich mit solchen Vorurteilen aus, da es auch in Vorlesungen zum Thema gemacht wird. “Früher wurde behauptet, Bücher machen dumm, dann war es das Fernsehen. Vor einigen Jahren gab es Diskussionen zu den Splatter-Filmen”, erläutert Leon Janßen.

Dennis Wagner eSport Uni Bayreuth

Foto: eSport UBT

Janßen will dabei Killerspiele nicht verharmlosen. Auch “in der Community gibt es rechtsextreme Gamer”, weiß er aus Foren. Auch das Frauenbild bei vielen Gamern sei “nicht tragbar”. Dieses Klischee, Videospiele seien hauptsächlich für Männer, können beide Bayreuther Gamer im Allgemeinen bejahen. “In unserem Team sind allerdings einige Frauen”, sagt Dennis Wagner. Es sei zwar noch kein ausgeglichenes Verhältnis, aber beim eSport-Team der Uni “darf jeder kommen, der will – uns ist das egal”, sagt er.

Weitere Klischees von Gamern: Es macht aggressiv

Zocken macht aggressiv? “Kommt darauf an”, sagt Leon Janßen. Es sei nicht das Spiel an sich, dass einen wütend macht, sondern das Spielen selbst. Vergleichbar sei es mit Fußball oder Eishockey: Wenn rumgeschrien wird, Emotionen hochkochen oder Fäuste fliegen – “Keiner würde sagen, dass Fußballspielen aggressiv macht.”

Zocker sind sozial inkompetent

“Gerade durch das Spielen habe ich viele Freunde bekommen, mit denen ich immer wieder Kontakt habe”, erzählt Leon Janßen. Auch durch die Teilnahme beim eSport-Team der Uni hat er dort erste Kontakte geknüpft. Dazu veranstalten sie verschiedene Events, wie am 10. November: Dort gibt es ein Public-Viewing eines League of Legends Turniers in der Uni Bayreuth.

Dick und ungepflegt sehen Zocker aus?

Um dieses Klischee zu widerlegen, muss man sich die beiden Spieler nur anschauen. Keiner wirkt ungepflegt oder gar übergewichtig. “Und bei den professionellen Teams wird darauf geachtet, dass die Spieler einen Ausgleichssport machen”, erklärt Dennis Wagner.

Beide Spieler werden allerdings selten mit solchen Klischees betrachtet. “Das war vielleicht vor zehn Jahren noch so”, sagt Dennis Wagner, “aber diese Standart-Klischees werden von der Gesellschaft nicht mehr getragen”.

Das sagt die Wissenschaft

Unterstützung erhalten die Gamer aus dem Bereich der Wissenschaft. Unabhängige Forschungsergebnisse von Siegbert A. Warwitz von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe sowie der Motivationspsychologin Rita Steckel und Clemens Trudewind von der Ruhr-Universität Bochum haben empirische Untersuchungen zum Gaming angestellt. Das Ergebnis: Ob Kinder und Jugendliche dazu neigen Gewalt anzuwenden, liege weniger an sogenannten Ballerspielen zu, sondern eher der Wertevermittlung und den sozialen Umständen der Kindheit und Jugend.

Zum einem ähnlichen Ergebnis kommen Studien aus den Vereinigten Staaten. Dabei stellte sich heraus, dass die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen über einen Zeitraum von zehn Jahren immer mehr sank, je mehr Computerspiele verkauft wurden.

Vor 50 Jahren: Warum Bayreuth Universitätsstadt wurde

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Genau heute vor 50 Jahren, am 21. Oktober 1969, wird Willy Brandt zum Bundeskanzler gewählt. Sein Wahlkampf führte Brandt kurz vor dem Gang an die Wahlurnen auch nach Bayreuth. An diesem Tag forderte Oberbürgermeister Hans-Walter Wild eine eigene Universität für Bayreuth.

Und so wurde auch die Uni Bayreuth im September 50 Jahre alt. Hobbyhistoriker Stephan Müller blickt zurück auf den Tag, an dem in Bayreuth zum ersten Mal von einer eigenen Uni die Rede war.


Erst herrschte Stille. Dann ging ein leises Raunen durch die Menge. Was hat er da eben zu Willy Brandt gesagt? Jetzt übertreibt er aber! Weit über 4.000 Bayreuther waren an diesem Freitag, dem 19. September 1969, zum Luitpoldplatz gekommen um den Kanzlerkandidaten der SPD zu hören. Die Spannung war förmlich mit Händen zu greifen. Nur noch neun Tage waren es bis zum Gang an die Wahlurne. Würde Kurt Georg Kiesinger von der CDU Bundeskanzler bleiben oder wird “sein” Außenminister, der SPD-Politiker Willy Brandt, neuer Chef der Bundesregierung? Je näher die Bundestagswahl rückte, desto mehr nahmen die Differenzen zwischen den Partnern der großen Koalition zu. Größer konnte die Polarisierung, die bundesweit zu einer Wahlbeteiligung von 86,78 Prozent führen sollte, kaum sein.

Im Cabrio fährt Willy Brandt über die Maxstraße. Archivfoto: Stiftung Bernd Mayer

Wahlkampf in Bayreuth

In seinem Wahlkampf kam Willy Brandt auch nach Bayreuth. Eine große Bühne für Hans-Walter Wild! Der Bayreuther Oberbürgermeister begrüßte „seinen Freund” Willy Brandt, lobte dessen Arbeit in der Bundesregierung, kam aber dann sehr schnell auf die lokalen Probleme zu sprechen.

Das Gebiet Nordostbayern erlebt nach den Jahren des Wiederaufbaues und der Anpassung an die schicksalhafte Grenzziehung zur DDR und CSSR hin eine Phase wirtschaftlicher Stagnation mit starken Abwanderungstendenzen.

(Hans-Walter Wild, Oberbürgermeister)

Mit großer Besorgnis wies er auf die negativen Prognosen hin und stellte fest, dass es sofortiger, neuer Impulse zu einer wirksamen Strukturverbesserung bedürfe:

Wir fordern, dass geprüft wird, inwieweit bei der Errichtung neuer Landes-Universitäten auch die Stadt Bayreuth als Standort einer Grenzland-Universität in Frage kommt.

(Hans-Walter Wild, Oberbürgermeister)

Mit einer gezielt gesetzten Pause ließ er seinen Satz wirken. Ja, er hatte soeben für seine 64.000-Einwohner-Stadt eine Universität gefordert.

Bei Willy Brandts Wahlkampfveranstaltung am Bayreuther Luitpoldplatz fordert Oberbürgermeister Hans-Walter Wild am 19. September 1969 die Errichtung einer “Grenzlanduniversität” in Bayreuth. Archivfoto: Stiftung Bernd Mayer

Ein Beamter ist gefragt

Nun begann die Arbeit von Hans Eschlwöch, der als Rechtsdirektor jahrzehntelang eine Schlüsselfigur im Bayreuther Rathaus war. Wild hatte Eschlwöch stets als seinen Lehrmeister und als Praktiker bezeichnet, der nicht ständig über bürokratische Zwirnsfäden stolpert. Nun forderte der Oberbürgermeister seinen „ersten Beamten” auf, seine Forderung auch auf dem Verwaltungswege in die richtigen Bahnen zu lenken – frei nach dem Motto: „Jetzt hab ich es gesagt, jetzt wird es auch gemacht.”

Der Auftrag verursachte bei Hans Eschlwöch zunächst einmal Stirnrunzeln. Wie war die Sachlage? Die Entscheidung für eine neue Landes-Universität lag in München. Bei der Bundestagswahl am 28. September 1969 wurde Willy Brandt tatsächlich zum Bundeskanzler gewählt. Die Laune des jüngst abgewählten bisherigen Finanzministers Franz-Josef Strauß war ziemlich schlecht. Wie würde wohl der CSU-Vorsitzende und Chef der Bonner CSU-Landesgruppe in München auf das Vorhaben des Bayreuther SPD-Oberbürgermeisters reagieren?

Am 25. November 1969 übergibt Oberbürgermeister Hans Walter Wild dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Alfons Goppel und seinem Kultusminister Dr. Ludwig Huber die “Universitätsgedenkschrift” des Stadtrates Bayreuth. Archivfoto: Stiftung Bernd Mayer

Bayreuther bleiben gelassen

In seiner Glosse „Lektion über die Bayreuther“ schrieb Erich Rappl, langjähriger Chefredakteur des Bayreuther Tagblatts, im Jahr 1970:

Neuerdings träumt man davon, der Wagnerstadt einen weiteren zusätzlichen Glanz zu verschaffen: Bayreuth soll Universitätsstadt werden. Dass die Initiative dazu von Neubürgern, insbesondere von dem aus Würzburg stammenden, eminent rührigen Oberbürgermeister Hans Walter Wild ausgeht, liegt auf der Hand. Die Altbürger sehen auch dieser Entwicklung mit Gelassenheit entgegen. Doch werden sie, wenn es eines Tages so weit sein sollte, der Universität ganz ohne Zweifel wohlwollend Beifall klatschen. Und sie werden die neue, zusätzliche Würde ihrem Selbstbewusstsein ebenso einverleiben, wie sie das Ehrendiplom der Festspielstadt annektierten – und wenn sie gelegentlich darüber murren, protzeln, stöhnen und meckern. Denn das Stöhnen, Meckern und Klagen ist in Bayreuth ein Ausdruck allgemeinen Wohlbehagens, des Einverständnisses mit sich selber.

(Erich Rappl, Chefredakteur des Bayreuther Tagblatts)

Archivfoto: Stiftung Bernd Mayer

Ein Fackelzug geht durch die Stadt

Die Entscheidung für die Errichtung der Universität Bayreuth fiel am 14. Dezember 1971. Der Bayerische Landtag ab grünes Licht für die Universität Bayreuth, die im Endausbau über 9.000 Studierende aufnehmen sollte. Die Nachricht verbreitet sich in Windeseile. Aus Freude darüber formierte sich ein spontaner Fackelzug durch die Innenstadt. Erich Rappl beschrieb die Szenerie wie folgt:

Der gut und gerne tausend Meter lange Lichterbandwurm legte für eine halbe Stunde den Verkehr in der Innenstadt lahm. Doch gab’s diesmal kein Protestgehupe. Die Fahrer, deren Autos vor den Ampeln Schlange standen und die vielen, die sich das wandernde Lichterfest vom Gehsteig aus ansahen, wussten, worum es ging. Und wenn sie auch nicht jubelten oder applaudierten – was nun einmal nicht Bayreuther Art ist – so bezeugte doch mancherlei Grüßen und Winken eine Mitfreude, ganz besonders mit dem rechten Flügelmann an der Spitze des Zugs, der über zwei Jahre lange mit beispielloser Zähigkeit und äußerstem persönlichem Einsatz um den Erfolg dieses Tages gekämpft hatte: Hans Walter Wild.

(Erich Rappl, Chefredakteur des Bayreuther Tagblatts)

In seiner Autobiographie “Denk ich an damals” erinnert sich Hans Walter Wild an diese Entscheidung:

Es war die wahrscheinlich bedeutendste stadtgeschichtliche Entscheidung im 20. Jahrhundert, die nur mit der Verlegung des markgräflichen Hofes nach Bayreuth und der Gründung der Richard-Wagner-Festspiele vergleichbar ist.

(Hans Walter Wild, Oberbürgermeister)


Text: Stephan Müller



Stephan Müller (53) ist Stadtrat, Hobbyhistoriker, freiberuflicher Journalist und Autor zahlreicher Bücher zur Geschichte Bayreuths. Für das Bayreuther Tagblatt hat er sein Archiv geöffnet. Die besten Anekdoten gibt es immer wieder hier beim bt.

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Uni Bayreuth: Elefant Racing knapp am Podest vorbei – Mitglieder gesucht

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Bei einem Rennen in Tschechien ist das Elefant Racing Team der Universität Bayreuth knapp am Podest vorbeigeschrammt. Dennoch sei das ein toller Erfolg für das Team, sagt einer der Teamleiter, Hannes Rührig. Die Saison für Elefant Racing ist vorbei. Die Rennen sind vorbei, das eigens kreierte Auto hat gehalten. Und die Planungen des Rennwagens für die kommende Saison sind schon im vollen Gange.

Osterbrunnen in Mistelgau.
Osterbrunnen in Behringersmühle.
Osterbrunnen in Bieberbach.
Hasenschule in Bieberbach.
Osterbrunnen in Bieberbach.
Osterbrunnen in Bieberbach.
Osterbrunnen in Bieberbach.
Osterbrunnen in Gößweinstein.
Auch Schnee gab es an Ostern schon häufiger. Hier der Osterbrunnen in St. Georgen.
Osterbrunnen in Waischenfeld.
Osterbrunnen in Waischenfeld.

Universität Bayreuth: Elefant Racing mit Allrad

Nach der Vorstellung des Rennwagens Ende Juni haben die Teammitglieder von Elefant Racing der Universität Bayreuth noch an einigen Stellschrauben gedreht. “Die größte Änderung war der Allrad-Antrieb”, erklärt einer der Teamleiter von Elefant Racing, Hannes Bührig. Dazu wurden an den beiden vorderen Reifen jeweils noch ein Motor eingebaut.

Mit diesem Rennwagen ging es dann zu verschiedenen Rennen, der Formula Student (FS): Niederlande (FSN), Tschechien (FSC) und Deutschland (FSG). Eine Woche dauert so eine Rennveranstaltung, bei der es verschiedene Wettbewerbe gibt: Das Design, die Kosten und das fiktive Vermarkten des Rennwagens sind drei statische Kategorien. Dynamisch wird es auf der Rennstrecke.

Elefant Racing bei der Formula Student

Endurance heißt die Disziplin, bei der eine 75-Meter-Strecke so schnell wie möglich absolviert werden muss, sagt Hannes Bührig. Beim Skid-Pad geht es um die Rundenzeit, bei der die Strecke eine liegende acht bildet. Zuletzt gibt es noch Autocross. Hier muss ein abgesteckter Parcours in der schnellstmöglichen Zeit gefahren werden.

Vier Fahrer gibt es bei Elefant Racing der Universität Bayreuth. Johannes Scheffler ist einer von ihnen. Er saß das erste Mal bei einem Rennen im Cockpit. Als Fahrer wurde er ausgewählt, weil er “klein und leicht” ist – perfekt für die Endtrance-Strecke, sagt Johannes Scheffler.