Neueröffnung in Bayreuth: Offizielle Eröffnung einer Sportsbar

Bayreuth: Seit 1. September hat die urige „Maisels Bierstube“ in der Bahnhofstraße einen neuen Pächter. Offizielle Eröffnung war am Samstag (5.9.2020) und unter die Gäste mischten sich der Reihe nach bekannte Bayreuther Sportler.

Die bt-Leser haben abgestimmt: Das ist der schönste Biergarten im Raum Bayreuth

Sommer ist Biergartenzeit! Die bt-Leser haben abgestimmt: Das ist der schönste Biergarten in der Region Bayreuth und Kulmbach.

Songs from her(e): Mini-Festival in Bayreuther Biergarten

In Bayreuth findet am Sonntag das Mini-Festival „Songs from her(e)“ statt. In einem Biergarten treten fünf Musikerinnen aus München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg auf. 

Biergärten als Kulturerbe? Erster Schritt getan

Der erste Schritt ist getan! Seit September sammelt der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) Unterschriften. Das Ziel: Die Biergartenkultur soll immaterielles UNESCO Kulturerbe werden. Jetzt hat der Verein den Antrag offiziell beim zuständigen Staatsministerium eingereicht.

Kulturerbe Biergärten?

Mit dem Antrag wolle der Verein die Bedeutung des traditionellen Brauchtums Biergartenkultur unterstreichen, sagt VEBWK-Geschäftsführerin Dr. Ursula Zimmermann. Dazu hatte der Verein seit September Unterschriften gesammelt. Nun haben die Mitstreiter diesen im bayerischen Staatsministerium für Finanzen und Heimat eingereicht.

Bayern ohne die Biergartenkultur wäre nicht das Bayern, das wir kennen.

(Dr. Ursula Zimmermann, VEBWK-Geschäftsführerin)

Ob Biergärten dann wirklich auf die Bayerische Landesliste kommen würden, hänge von der Entscheidung eines Expertengremiums ab, führt Zimmermann weiter aus. Der nächste Schritt wäre ein weiterer Antrag, dieses Mal an die Kultusministerkonferenz. Diese könne das Anliegen dann an die UNESCO weiterleiten.

Im Biergarten. Symbolbild: Pixabay.

Auch interessant

Eine einzigartige Tradition

Derzeit verzeichnet Deutschland vier Einträge in den UNESCO-Listen des immateriellen Kulturerbes. Dazu gehören die Genossenschaften, der Orgelbau und die Orgelmusik, die Falknerei und der Blaudruck.

VEBWK-Vorsitzender Franz Bergmüller ist zuversichtlich, dass eine fünfte Eintragung bald folgen könnte. „Die traditionelle bayerischen Biergartenkultur ist einzigartig auf dieser Welt“, so Bergmüller,

Kaum ein Brauch prägt die gelebte Kultur auch nach 200 Jahren noch so stark.

(Franz Bergmüller, VEBWK-Vorsitzender)

Tatsächlich haben viele der ursprünglichen Besonderheiten bis heute überdauert. „Die typischen Biergartenschmankerl oder die Tradition, auch eigene Brotzeit mitbringen zu können, stammen noch aus der Entstehungszeit der Biergärten“, erzählt der Vereinsvorsitzende, „dass dieser Brauch auch weiterhin fester Bestandteil unserer Kultur ist, haben wir den Menschen zu verdanken, die diese Tradition erhalten, pflegen und verbreiten. Stellvertretend für sie haben wir den Antrag auf Listung der bayerischen Biergartenkultur als immaterielles Kulturerbe gestellt. Jetzt hoffen wir, dass auch die Verantwortlichen das Besondere dieses Brauchtums erkennen und würdigen.“

Forderung: Bayerische Biergärten sollen UNESCO-Kulturerbe werden

Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) kämpft aktuell dafür, dass die traditionellen bayerischen Biergärten als immaterielles Kulturerbe der UNESCO geschützt werden. Im Freistaat sind sie Brauchtum und gelebte Kultur zugleich.

Inzwischen kann man auf über 200 Jahre Geschichte blicken:

Die Erfolgsgeschichte der traditionellen Biergärten ist eng mit unserer Kultur und der Entstehung des bayerischen Bieres verbunden. Dabei können wir auf eine mittlerweile 200 Jahre lange Entwicklung dieses Brauchtums zurückblicken.

(Franz Bergmüller, Vorsitzender des Vereins zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur)

Brotzeit erlaubt

Ein wichtiges Merkmal der Biergärten sei noch heute die Besonderheit, auch die eigene Brotzeit mitbringen zu dürfen. Ein Relikt aus den Anfängen der damaligen „Bierkeller“. „Ursprünglich wurden Keller zur Gärung und Lagerung des Sommerbiers genutzt“, so Bergmüller. Zur weiteren Kühlung wurden über den Bierkellern schattenspendende Bäume gepflanzt. Nach 1812 wurde den Brauereien dort der direkte Lagerabverkauf gestattet.


Lesen Sie auch:

Verein zum Erhalt der Wirtshauskutur: Raucherräume gleich Umweltschutz

Rauchverbot: Verein fordert Lockerung


Bewirtung mit Speisen verboten

Da sich diese neuen Biergärten innerhalb kürzester Zeit größter Beliebtheit erfreuten, fürchteten bayerische Gastronomen herbe Verlusteinbußen. König Ludwig I. löste dieses Problem, indem den Biergärten zwar weiterhin der Ausschank von Bier, aber nicht die Bewirtung mit Speisen erlaubt wurde, so Bergmüller. Somit entwickelte sich schnell der Brauch, die eigene Brotzeit in die Biergärten mitzunehmen. Eine Regelung, die noch bis heute erhalten geblieben ist.

Wo der Ursprung der Biergärten liegt

Offiziell gilt die bayerische Landeshauptstadt München als die Wiege der traditionellen Biergärten. Tatsächlich entstanden sie aber wohl zeitgleich in unterschiedlichen Regionen Bayerns. Überall entwickelten sich eigene Traditionen, wie zum Beispiel, welches Bier dort hauptsächlich ausgeschenkt wurde.

Biergärten sind tief in der bayerischen Kultur verankert und werden bis heute auch als dieses gelebt. In den vergangenen Jahren sind unzählige Biergarten-Apps, Internetplattformen und Websites entstanden, durch die gezielt in bestimmten Regionen nach traditionellen Biergärten gesucht werden kann.

(Franz Bergmüller, Vorsitzender des Vereins zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur)

Der VEBWK möchte die traditionelle Biergartenkultur als immaterielles UNESCO Kulturerbe schützen lassen. „Dafür benötigen wir dringend die Hilfe aller Freunde von Biergärten und des bayerischen Brauchtums“, sagt der Vereinsvorsitzende. Unterstützen kann man die Aktion bei einer Abstimmung auf der Website des VEBWK.

Glenk Garten: Wieder ein Örtchen fränkischer Gemütlichkeit

Im Glenk Garten in der Altstadt gibt es wieder echte fränkische Küche. Steve Kreßmann, Koch aus Lichtenfels, und Mary Weber haben im April den Biergarten-Betrieb übernommen. Eigentümer Eckhard Hentes freut’s. Nachdem Betreiberin Helma Wagner im April 2018 in Rente ging, betrieben Pächter aus Nepal den Biergarten. Doch sie boten keine Spezialitäten aus Franken an – fatal für einen traditionellen Biergarten. Die Folge: Die Gäste blieben fern, die Betreiber meldeten Insolvenz an und für Hentes begann die Suche nach einem neuen Pächter.

Foto: Redaktion

Mit der fränkischen Küche kommen die Gäste wieder

Eckhardt Hentes, Betreiber des Glenk Gartens. Foto: Redaktion

Von Woche zu Woche kommen wieder mehr Besucher.

(Eckhard Hentes, Eigentümer des Glenk Gartens )

Mit den neuen Betreibern aus Franken und den fränkischen Schmankerln, die Steve Kreßmann in der Küche zubereitet, kamen auch die Gäste wieder in den Glenk Garten. Und für die gibt es im Außenbereich jede Menge Raum: Der Glenk Garten ist einer der größten Biergärten Bayreuths mit Platz für 450 Gäste. Und sollte das Wetter einmal nicht halten, ist das auch kein Problem. In den Saal passen 180 Gäste, 40 ins Bräustüberl und 20 in die Brauerei, sagt Hentes.

Wir können den Betrieb einfach nach drinnen verlegen, wenn es regnet.

(Eckhard Hentes, Eigentümer des Glenk Gartens )

Ideal und sonst in keinem anderen Biergarten in der Stadt so zu finden, sei auch der Spielplatz für die kleinsten Besucher. Während die Erwachsenen Bier und Brotzeit genießen, können sich die Kinder austoben.

Klettern, Rutschen, Wippen: Der Spielplatz im Glenk Garten ist ideal zum Austoben. Foto: Redaktion

Da steckt Herzblut drin

Wie die Jungfrau zum Kind, sei Hentes zum Glenk Garten gekommen. Vor acht Jahren hat der Altstädter mit Leib und Seele das Wirtshaus, den Biergarten und die Brauerei von der Glenk GmbH übernommen, als diese insolvent ging. Er wollte nicht zusehen, wie aus dem Bestand Baugelände oder ähnliches wird. Also hat Hentes sich dazu entschieden, die Traditionsgaststätte zu retten. Seit sieben Jahren saniert und baut er nun an dem Gebäude, hat die Pächterwohnung hergerichtet und eine neue Brauerei eingerichtet. Einmal die Woche kommt  der Braumeister und braut das Glenk-Bier. Seit gut einem Monat gibt es außer dem Altstädter Original und dem Pils auch ein Glenk-Weizen.

Einmal die Woche kommt der Braumeister und braut das Glenk-Bier.

Hentes hatte vor der Übernahme des Betriebes nichts mit Gastronomie zu tun. Seine Branche ist eine ganz andere: die Physiotherapie. Der Eigentümer des Biergartens hat eine eigene Praxis in Bayreuth und betreut mit seinem Therapie-Team die Thermen in Obernsees und Hersbruck.

Statt Pizza und Co. gibt es im Glenk Garten nun wieder Pressack, kalten Braten, Obatzter, Tellersülze und Bratwurst – wie es sich für einen Biergarten gehört. Hentes ist, nur wenn nötig, selbst vor Ort. “Die beiden haben ein gutes Team”, sagt der Eigentümer. Er freut sich, dass der Betrieb wieder läuft.