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Bayerisches Handwerk übt scharfe Kritik: „Gravierende Benachteiligung“ wegen Corona-Politik

Die Bayerischen Handwerkskammern und der Bayerische Handwerkstag kritisieren die Corona-Politik in Bayern scharf und stellen Forderungen. 

„Harter Start ins neue Jahr“ für oberfränkisches Handwerk durch Corona-Einschränkungen

Die oberfränkische Handwerkskonjunktur war eigentlich dabei sich so langsam zu erholen – bis sie erneut von der Corona-Pandemie ausgebremst wurde. Genauer gesagt, von den aktuellen Corona-Einschränkungen.

HWK Oberfranken:  So geht es nach der Klage gegen den Ex-Geschäftsführer weiter

Der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Thomas Zimmer, ist zurückgetreten. Das teilte er am Samstag 26.9.2020 mit. 

Zum Ausbildungsstart im Handwerk: 42-Jähriger beginnt Zimmerer-Lehre

Josef Wirtz geht einen ungewöhnlichen Weg. Mit 42 Jahren startet er im September 2020 eine Ausbildung zum Zimmerer im oberfränkischen Prebitz. 

Ausbildung mit Zukunft: Dachdecker sind krisensicher

Wie eine aktuelle Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) zeigt kann der überwiegende Teil der Betriebe auch in der Corona-Krise uneingeschränkt weiterarbeiten.

Corona-Krise: Oberfränkische Handwerkskonjunktur erholt sich langsam

Die Wirtschaftliche Lage im Handwerk bleibt weiterhin angespannt. Das ergibt eine Umfrage der Handwerkskammer für Oberfranken unter 501 Betrieben mit 7.543 Beschäftigten.

Handwerk und Corona – „Die Metallarbeiter beutelt es gewaltig“

Währende der Coronakrise haben viele Betriebe zu kämpfen. Dabei sind nicht nur industrielle Unternehmen betroffen, sondern auch kleine Handwerksbetriebe. Reinhard Bauer, Geschäftsstellenleiter der Kreishandwerkerschaft, warnt davor alle Handwerker über einen Kamm zu scheren.

Metallarbeiter haben zu kämpfen

„Das Handwerk kann nicht pauschal bewertet werden“, sagt Reinhard Bauer. Denn es gebe so viele verschiedene Gewerke, dass sie sich unmöglich miteinander vergleichen ließen. „Die Metallarbeiter beutelt es gewaltig. Da sind viele in Kurzarbeit, weil die Industrie schwächelt“, erklärt der Geschäftsstellenleiter. Wohingegen das Bauhandwerk durcharbeiten könne, da diese nicht von der Industrie abhängig seien. Jedoch stehe dieses Gewerk vor einem anderen Problem: „Das Material wird knapp.“ Und ohne Arbeitsmaterial, kann auch nur schwer die zu erledigende Arbeit bewältigt werden.

Verschiedene Probleme

Handwerker im Dienstleistungssektor, die beispielsweise bei Sanierungs- oder Instandhaltungsmaßnahmen tätig sind stehen vor anderen Schwierigkeiten. „Die haben mit den Zugangsbeschränkungen zu kämpfen. Wenn es jetzt darum geht Schulen oder andere öffentliche Gebäude in Schuss zu halten, kommen die Arbeiter teilweise nicht in die Gebäude.“ Das sei jedoch auch von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Auch hier ist es Bauer wichtig zu betonen, dass das Handwerk an sich und die einzelnen Gewerke differenziert betrachtet werden müssen. „Dachdecker, Maler und Zimmerer können zum Beispiel ihren Beruf weiterhin ausüben, solange der Abstand gewahrt wird“, zählt er auf. Doch auch diese Bereiche stehen vor Problemen. „Etliche arbeiten mit Grenzgängern aus Polen, Tschechien oder Ungarn. Die hängen teilweise zuhause fest und dürfen nicht einreisen. Diese Betriebe haben zwar genügend Arbeit, aber keine Arbeitskräfte.“

Nahrungsmittelsektor steht vor Herausforderungen

„Die Nahrungsmittler stehen vor ganz anderen Herausforderungen“, sagt Bauer. Denn diese würden mit der Umgestaltung der Ladenfläche kämpfen. Der Boden müsse mit Abstandslinien beklebt werden und die Verkäufer an der Kasse durch Plexiglasscheiben geschützt werden. Auch der Lieferdienst in diesem Bereich stünde vor Schwierigkeiten. „Viele Betriebe beliefern Gastronomien. Aber weil diese momentan geschlossen sind, hat der Lieferbereich im Nahrungsmittelsektor mit gewaltigen Umsatzeinbußen zu kämpfen.“

Es sei eine äußerst diffizile Geschichte. Bauer steht auch mit der Brauereiinnung Kulmbach in Kontakt. Auch diese Branche innerhalb des Handwerks ist betroffen, denn viele Feste, Feierlichkeiten und Kirchweihen sind abgesagt. Somit trinken die Leute auch nicht so viel Bier. „In der fränkischen Schweiz hängt bei vielen der kleinen Brauereien noch eine Gastwirtschaft dran“, sagt Bauer. „Die stehen nun vor anderen Herausforderungen und Problemen, als andere Gewerke.“ Deswegen macht der Geschäftsstellenleiter nochmal darauf aufmerksam: „Das Handwerk kann man nicht pauschalisieren.“

FabLab: Die Drehleier aus dem 3D-Drucker

Kann man als Hobbyhandwerker eine Drehleier selbst bauen? Hans Hofmann hat sich im Internet auf die Suche nach einem entsprechenden Bauplan begeben und wurde fündig. Im FabLab Bayreuth fand der Bayreuther dann eine Möglichkeit das Musikinstrument zu bauen. Mit Hilfe eines 3D-Druckers und eines Laser-Cutters.

Drehleier – gefertigt von Hans Hofmann; Foto: Redaktion

Wie Hans Hofmann überhaupt auf die Idee kam und welche Schwierigkeiten es während der Anfertigung gab, erklärt er im Video oben.

Hans Hofmanns Drehleier könnte aber eines der letzten Projekte sein, die im Bayreuther FabLab umgesetzt wurden. Denn aus dem Gebäude in der Ritter-von-Eitzenberger-Straße muss der Verein zum 31. März ausziehen. Der Grund: Der Unternehmer Christian Wedlich, dem die Halle gehört, muss sich im Rahmen einer Insolvenz von ebendieser Halle trennen. Und neue Räume für das FabLab sind noch nicht gefunden.

bt-Interview mit Yomettin Soybaba

Der Vorsitzende des Vereins, Yomettin Soybaba, erklärt im bt-Interview, wie es um die Zukunft des FabLab bestellt ist.