Bayreuther Tagblatt
Ein alter Schriftzug vom Bayreuther Tagblatt
  • Startseite
  • Nachrichten
    • Nachrichten aus Bayreuth
    • Nachrichten aus dem Landkreis Bayreuth
    • Nachrichten aus Kulmbach
    • Überregionale Nachrichten
    • Blaulicht
    • Wirtschaft
    • Politik in Stadt und Landkreis Bayreuth
  • Freizeit
    • Ausflüge
    • Bier
    • Essen & Ausgehen
    • Veranstaltungen
    • Shopping
    • Richard-Wagner-Festspiele
    • Faszination Franken
    • Theater
  • Sport
    • MpK Bayreuth / Basketball
    • Bayreuth Tigers / Eishockey
    • SpVgg Bayreuth / Fußball
    • HaSpo Bayreuth / Handball
    • Bayreuther Sportvereine
  • Ratgeber
    • Bauen und Wohnen
      • Wohnen, Einrichten & Lifestyle
      • Haus & Garten
    • Gesund und Fit
      • Sport
      • Wintersport
    • Serien & Kolumnen
      • bt-Lifestyle-Kolumne
      • bt-Immobilien-Kolumne
      • bt-Kultur-Kolumne
      • Hopfen & Malz – die bt-Bier-Kolumne
      • bt-Swutz-Kolumne
      • bt-Reise-Kolumne
      • bt-Technikexperten-Kolumne
      • bt-Metallexperten-Kolumne
      • bt-Finanz-Kolumne
      • Lost Places – Spuren des Umbruchs
      • Expedition Region
      • Gessn werd dahaam!
      • Bayreuth Historisch
        • Die Stadtteile
        • Die Bürgermeister
        • Historisch Allgemein
    • Arbeit & Ausbildung
      • Arbeit & Beruf
      • Ausbildung
      • Universität
    • Auto & Verkehr
    • Bildung, Wissenschaft & Technik
      • Bildung & Wissenschaft
      • Technik
      • Computer & Elektronik
    • Games & Spiele
  • Jobs
  • Firmenforum
  • Werben
  • bt-GastroGuide
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Zugverkehr nach Nürnberg läuft wieder Neuer Imbiss „Stern“ öffnet am 15. September Berufsschule zum Schulstart doch noch nicht bezugsfertig

Bayreuth Historie

Martyrium und Folter: Nationalsozialisten richten Bayreuther Widerstandskämpfer hin

„Leb wohl.“ Das waren zwei der letzten Worte, die der Bayreuther Widerstandskämpfer Wilhelm Leuschner am 28. September 1944 an seinen Sohn schrieb.

„Leb wohl.“ Das waren zwei der letzten Worte, die der Bayreuther Widerstandskämpfer Wilhelm Leuschner am 28. September 1944 an seinen Sohn schrieb. In einem Brief nimmt er Abschied. Vor rund 75 Jahren richteten Nationalsozialisten den Bayreuther um 19:17 Uhr hin. Hobby-Historiker Stephan Müller erinnert an Leuschner und seine Geschichte.


Attentat misslingt, Männer in Drahtschlingen erhängt

Am 20. Juli 1944 kommt es zum bedeutendsten Umsturzversuch des militärischen Widerstandes in der Zeit des Nationalsozialismus. Eine Handvoll deutscher Offiziere versucht, Hitler durch einen Staatsstreich zu beseitigen.

Das Attentat misslingt. Der Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seine Mitstreiter bezahlen die Tat mit ihrem Leben. In einem beispiellosen Schauprozess werden die Männer vor dem Volksgerichtshof unter dem obersten Richter Roland Freisler einzeln vorgeführt und des Hochverrats bezichtigt. Hitler will die Männer „wie Schlachtvieh aufgehängt“ sehen. In der Hinrichtungsstätte Plötzensee werden die Verschwörer und Mitglieder des Widerstands in Drahtschlingen langsam erhängt.

Oberleutnant Helmut Schmidt erfuhr am 20. Juli 1944 in Berlin von den Bombenattentat auf Adolf Hitler. Einige Wochen später wurde er zu einem der Prozesse vor dem Volksgerichthof als Zuhörer abkommandiert.

Zur Einschüchterung wie er annimmt: Jenen Verhandlungstag, den er selbst erlebt hat, empfindet er als entsetzlich und abschreckend. In den Büchern „Sie wollten Hitler töten“ und  „Kanzler“ (Bertelsmann-Verlag) beschreibt Guido Knopp die Empfindung des späteren Bundeskanzlers. Der würdelose, die Angeklagten fortwährend pöbelhaft und marktschreierisch beleidigende Gerichtspräsident Freisler hätte in Dantes Inferno gepasst:

Ich war erschlagen von der Prozessführung.

(Helmut Schmidt, Bundeskanzler)

Auf der Anklagebank saßen Carl Friedrich Goerdeler, der Diplomat Ulrich von Hassell, der Berliner Rechtsanwalt Josef Wirmer, der Industriemanager Paul Lejeune-Jung und der Gewerkschafter, Sozialdemokrat und gebürtige Bayreuther Wilhelm Leuschner.

Wilhelm Leuschner. Foto: Stephan Müller/Leuschner-Ausstellung

20 Tage Martyrium und Folter

Freisler Stimme überschlug sich vor Wut: „Sie werden bald in der Hölle sein!“ Darauf Wirmer gelassen: „Es wird mir ein Vergnügen sein, wenn Sie bald nachkommen, Herr Präsident.“ Alle fünf Männer wurden zu Tode verurteilt. Bei von Hassell, Wirmer und Lejeune-Jung wurde es sofort vollstreckt. Wilhelm Leuschners Martyrium dauerte noch 20 Tage länger. Unter Folterungen sollte er weitere Namen bekannt geben. Er blieb standhaft. Der Bayreuther Sohn wurde am 29. September 1944 um 19.17 Uhr in Berlin-Plötzensee ermordet.

Die Stadt Bayreuth hat Wilhelm Leuschner mit einer Gedenkstätte in seinem Geburtshaus in Moritzhöfen ein Denkmal gesetzt.

Eine Ausstellung im Geburtshaus Leuschners erinnert an den Widerstandskämpfer. Foto: Stephan Müller

Aus ärmlichen Verhältnissen zum Innenminister

Wilhelm Leuschner wurde am 15. Juni 1890 als Sohn eines Ofensetzers im Haus Moritzhöfen 12 in ärmlichen Verhältnissen geboren. Bereits im Alter von 20 Jahren schließt sich Wilhelm Leuschner 1910 der SPD an und übernimmt Leitungsaufgaben in der Gewerkschaftsbewegung. Über Leipzig zog er nach Darmstadt, wird dort Bezirksleiter des Zentralvereins der deutschen Bildhauer und schließt die ersten Tarifverträge in der holzverarbeitenden Industrie ab. Nach dem ersten Weltkrieg wird er von 1928 bis 1933 hessischer Innenminister.

Nach der Machtübernahme Hitlers lebte Leuschner als konsequenter Kämpfer gegen den Nationalsozialismus unter ständiger Beobachtung und wurde am 2. Mai 1933 nach der Zerschlagung der Gewerkschaftsbewegung verhaftet. Nach drei Tagen Misshandlung wurde er entlassen, weil man ihn als bekannten Gewerkschaftler für die Verhandlungen in Genf benötigte.

Widerstand ein Leben lang

Reichsorganisationsleiter Robert Ley wollte ihn wegen der Proteste im Ausland mitnehmen. Leuschner sollte für die für die internationale Anerkennung der „Deutschen Arbeitsfront“ eintreten. In Genf weigerte sich Leuschner demonstrativ, die bohrenden Fragen ausländischer Delegierten zu beantworten. Ley drohte ihm daraufhin mit erneuter Haft. Die Möglichkeit in der Schweiz zu bleiben, schlug er aus. Er stellte sich sogar freiwillig der Polizei, als er beim Aussteigen bemerkte, dass ein anderer Reisender mit ihm verwechselt wurde. Er wird ein Jahr im Konzentrationslager Lichtenburg inhaftiert.

Nach seiner Freilassung führt Leuschner einen Betrieb für Bierflaschenverschlüsse und knüpft auf seinen Geschäftsreisen Verbindungen zu früheren politischen Freunden. Schon bei Kriegsbeginn stand für Leuschner fest, dass eine Opposition gegen die Nationalsozialisten nur mit vereinten Kräften aller Gegner Hitlers möglich war. Gleich nach der Machtübernahme Hitlers hatte er sich mit den Führern der nicht sozialistischen Gewerkschaften kurzgeschlossen. Zu den ehemaligen Partei- und Gewerkschaftskreisen knüpfte er nun mit aller gebotenen Vorsicht neue Kontakte.

Da seine Firma kriegswichtige Patente zur Aluminiumverarbeitung besitzt, trifft er zahlreiche Mitglieder des militärischen Widerstands. Über diese bekommt er Kontakt zum Kreisauer Kreis und zu Carl Friedrich Goerdeler. Er nimmt an den Beratungen über die zukünftige Gestaltung Deutschlands teil.

Der Wilhelm-Leuschner-Platz Leipzig wurde nach dem Bayreuther benannt. Foto: Pixabay

Aussicht auf Amt des Vizekanzlers

Als Repräsentant der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung ist er in der Übergangsregierung vorgesehen. Nach einem Gelingen des Anschlages vom 20. Juli 1944 sollte er Vizekanzler unter Goerdeler als Reichskanzler werden. Generaloberst Beck war als Staatsoberhaupt vorgesehen.

Der Anschlag um Claus Schenk Graf von Stauffenberg scheiterte. Leuschner stellt sich am 16. August 1944 der Gestapo, die seine Frau bereits verhaftet hatte. Er wird am 8. September 1944 zum Tode verurteilt.

Hitler bestand darauf, dass den Widerstandskämpfern jeder geistliche Beistand versagt werde: „Ich will, daß sie gehängt werden, aufgehängt wie Schlachtvieh“.

Leuschner wurde am 28. September um 19.17 Uhr in der Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee ermordet.

Stephan Müller

Stephan Müller

Stephan Müller ist Stadtrat, Hobbyhistoriker, freiberuflicher Journalist und Autor zahlreicher Bücher zur Geschichte Bayreuths. Für das Bayreuther Tagblatt hat er sein Archiv geöffnet. Die besten Anekdoten gibt es immer wieder hier beim bt.

Eintrag teilen
  • Teilen auf WhatsApp
  • Facebook Facebook Teilen auf Facebook
  • X-twitter X-twitter Teilen auf X
  • Whatsapp Whatsapp Teilen auf WhatsApp
  • Linkedin Linkedin Teilen auf LinkedIn
  • Mail Mail Per E-Mail teilen


Direkter Kontakt:

Bayreuther Tagblatt
Tunnelstraße 15
95448 Bayreuth

Die Redaktion
Telefon: +49 921 / 99 00 99 45
E-Mail: redaktion@bayreuther-tagblatt.de

Das Kunden- & Verkaufsmanagement
Telefon: +49 921 / 99 00 99 47
E-Mail:verkauf@bayreuther-tagblatt.de

Die Magazinredaktion
Telefon: +49 921 / 99 00 99 48
E-Mail: magazin@bayreuther-tagblatt.de

Die Webseite des Bayreuther Tagblatt Schreiben Sie ein Email an das Bayreuther Tagblatt Hier finden Sie das Bayreuther Tagblatt bei LinkedIn

Der Facebook-Kanal des Bayreuther Tagblatt Der Instagram-Kanal des Bayreuther Tagblatt Der Tiktok-Kanal des Bayreuther Tagblatt Der X-Kanal des Bayreuther Tagblatt

Der Whatsapp-Kanal des Bayreuther Tagblatt Abonnieren Sie den Newsletter des Bayreuther Tagblatt Abonnieren Sie den RSS-Feed des Bayreuther Tagblatt

Unser bt-Newsletter

bt-Newsletter bestellen

bt-Newsletter abbestellen

Über uns:
  • Entstehung des bt
  • Das bt-Team
  • Das inhaltliche bt-Konzept
  • Das Bayreuther Tagblatt ist „Unternehmen der Zukunft“
  • Hohe Auszeichnung für das bt: „Arbeitgeber der Zukunft“
  • Bayreuther Tagblatt gewinnt renommierten Service-Preis
10 Gründe, warum Werbung beim bt Print und Radio schlägt:
bt Logo vor Zeitung und Radio ©erstellt mit KI
So viel Reichweite hat das bt:Das sind unsere bt-Kanäle ©bt
So macht das bt Sie sichtbar:
Leuchtturm-Marketing mit dem bt:
Leuchtturm-Marketing in Bayreuth mit dem Bayreuther Tagblatt
Unsere Partner:
Hier geht es zu Oberfranken Offensiv e.V.Hier geht es zu www.electricpulse.dewagnermuseum.debayerische-medienakademien.de
© Copyright - 2020 Bayreuther Tagblatt
  • Link zu Facebook
  • Link zu Instagram
  • Link zu Youtube
  • Link zu X
  • Link zu Rss dieser Seite
  • Link zu Mail
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Barrierefreiheitserklärung
  • Nutzungsbedingungen
  • Wir über uns
Link to: medi bayreuth startet mit Auswärtsspiel in Weißenfels ins neue Jahr Link to: medi bayreuth startet mit Auswärtsspiel in Weißenfels ins neue Jahr medi bayreuth startet mit Auswärtsspiel in Weißenfels ins neue Jahr Link to: Fifty-fifty-Taxi: Testphase wird verlängert Link to: Fifty-fifty-Taxi: Testphase wird verlängert Fifty-fifty-Taxi: Testphase wird verlängert
Nach oben scrollen
Barrierefreiheits-Anpassungen
Wie lange möchten Sie die Barrierefreiheits-Symbolleiste ausblenden?
Symbolleiste-Ausblenddauer
Wählen Sie Ihr Barrierefreiheitsprofil
Sehbehinderten-Modus
Verbessert die visuellen Elemente der Website
Anfallssicheres Profil
Entfernt Blitze und reduziert Farben
ADHD-freundlicher Modus
Fokussiertes Browsing, ablenkungsfrei
Blinden-Modus
Reduziert Ablenkungen, verbessert den Fokus
Epilepsie-sicherer Modus
Dämpft Farben und stoppt Blinken
Inhaltsmodule
Schriftgröße

Standard

Zeilenhöhe

Standard

Farbmodule
Orientierungsmodule