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Geschichte

Glenk – ein Unternehmen mit Tradition: Von der Wirtschaft zur Brauerei

Der Glenk Garten ist vielen Bayreuthern ein Begriff und hat Tradition. Hobbyhistoriker Stephan Müller hat sich auf Spurensuche begeben und in der Geschichte der Brauerei Glenk gestöbert.

Glenk in Bayreuth. Foto: Bernd Mayer Stiftung
Glenk in Bayreuth. Foto: Bernd Mayer Stiftung

Auf der Facebookseite des Bayreuther Tagblatt gibt es zur Zeit ein Gewinnspiel. Es läuft noch bis Sonntagabend (19.1.2020). Zu gewinnen gibt’s dabei entweder zwei Kästen Glenk-Bier oder Cocktailgutscheine von Latibo. Alle Infos dazu gibt’s im folgenden Facebookpost. Im Artikel darunter vom Juli 2019 blickt bt-Hobbyhistoriker Stephan Müller auf die Geschichte der Brauerei Glenk zurück.

Die Geschichte der Brauerei Glenk

Der Glenk Garten ist vielen Bayreuthern ein Begriff und hat Tradition. Hobbyhistoriker Stephan Müller hat sich auf Spurensuche begeben und in der Geschichte der Brauerei Glenk gestöbert. Den kompletten Artikel aus dem Juli 2019 gibt’s hier im folgenden Text.

„Ich Andreas Glenk schwöre Treue dem König, Gehormsam dem Gesetze und Beobachtung der Staatsverfassung, so wahr mir Gott helfe und Sein heiliges Wort!“. Mit diesem Schwur am 25. August 1852 hatte er es endlich geschafft. Der Metzgergeselle erhält einen Tag später die Genehmigung zum „selbstständigen Betrieb der Bier- und Traiteurwirtschaft auf dem ihm eigentümlich gehörigen vormaligen Vogel’schen Wirtshaus zur Altenstadt-Bayreuth.“

Mit diesem Schwur und dieser Genehmigung endeten für den 32-jährigen Andreas Glenk, der aus Gärtenroth zwischen Mainleus und Burgkunstadt stammt, nervenaufreibende Wochen. „Seit 1852“ steht auf den in verschiedenen „Bierfilzla“ der Brauerei Glenk. Liest sich einfach. Es ist aber eine lange Geschichte:

Im Frühjahr 1852 hörte er, dass Anna Vogel ihr Wirtshaus in der Altstadt aufgeben wollte und packte die Gelegenheit beim Schopf. Nachdem er schon als Jugendlicher beim Vater auf dem Bauernhof und in der Gastwirtschaft mit Metzgerei mithelfen musste und sich auch in den letzten Jahren fleißig als Kellner in Melkendorf und im elterlichen Wirtshaus Ersparnisse zurückgelegt hat, trat er mit Anna Vogel in Kontakt und kaufte schließlich am 5. Mai 1852 das Vogel’sche Wirtshaus.

Die Altstadt wurde 1840 in Bayreuth eingemeindet. Foto: Stephan Müller

Die Altstadt wurde 1840 nach Bayreuth eingemeindet. So wurde er also beim Stadtmagistrat in Bayreuth als neuer Wirt des Ortsteils Altstadt vorstellig und beantragte eine „Conzession“ zur Führung seiner „Traiteurwirtschaft“ eine „Conzession“. Die wird ihm prompt abgelehnt. Er kommt ja aus Gärtenroth. Wenn er hier einen Betrieb eröffnen wolle, müsse er schon eine Genehmigung auf Ansässigmachung einreichen. Und: „Nein, da nützt es auch nichts, dass er 1843 und 1844 seinen Militärdienst in Bayreuth absolviert hat. Kurz gesagt: „Ohne Bürgerrecht keine Konzession, ohne Konzession keine Bier- und Speisewirtschaft.“

Da war guter Rat erst einmal teuer: Sein Bruder, der Bäckermeister Johann Glenk, wird am 10. Mai im Rathaus vorstellig. „Sein Bruder habe ja die Vogel’sche Wirtschaft in der Altstadt gekauft. Ohne das Bürgerrecht darf er nicht als selbstständiger Wirt tätig werden. Bis er dies darf, würde der ehemalige Wirt Weber so lange den Wirtschaftsbetrieb führen. Johann Glenk selbst würde als Bäckermeister das Bier und das Brot liefern. Das war kein Problem. Schon am nächsten Tag lag mit dem Datum 11. Mai 1852 die Genehmigung vor.

Glenk Gastwirth 1876. Foto: Stephan Müller

Zweieinhalb Wochen später machte sich Andreas Glenk wieder auf den Weg ins Bayreuther Rathaus und stellte erneut den Antrag auf eine Betriebsgenehmigung als Gastwirt. „Obwohl auf meinem Haus eine reale Conzession ruht, stelle ich den Antrag auf eine persönliche Gastwirtschafts-Conzession und um die Erlaubnis zur Ansässigmachung.“ Wie nicht anders zu erwarten, wurde das Ansuchen am 7. Juni 1852 in beiden Fällen abgelehnt. Eine „Nachprüfung“ durch die Gemeindebevollmächtigten und vom Armenpflegschaftsrat am 2. Juli brachte das selbe Ergebnis.

Nur eine Bier- und Speisewirtschaft

Doch Andreas Glenk gibt nicht auf: Am 5. Juli 1852 steht er im Rathaus persönlich „auf der Matte“ und gibt zu Protokoll: „Es war nie meine Absicht eine förmliche Gastwirtschaft mit Beherbergung von Fremden in der Altstadt zu betreiben. Ich habe mich entschieden, auf meinem Anwesen nur ein Bier- und Speisewirtschaft zu errichten. Ich stelle hiermit den Antrag zur Erteilung des Bürgerrechts und zur Bierwirts- und Traiteurs-Conzession.“

Es dauerte wieder drei lange Wochen, ehe endlich die Antwort kam.

Foto: Stephan Müller

Am 23. Juli 1852 wurde ihm die Genehmigung unter den beiden Bedingungen in Aussicht gestellt, dass er eine Gemeindeaufnahme-Gebühr in Höhe von 80 Gulden zu zahlen habe und er sich gleichzeitig bei der Landwehr einschreiben lassen muss. Am 18. August 1852 bestätigt das Landwehr-Kommando seinen Eintritt und am 25. August 1852 die Stadtkammer den Erhalt von 80 Gulden. Noch am gleichen Tag legte Andreas Glenk seinen Eid auf das Staatsgrundgesetz ab. Ab dem 26. August 1852 durfte er seine Bier- und Traiteurswirtschft auf eigenen Namen führen.

Von der Wirtschaft zur Brauerei

Im Jahr 1853 steht für Andreas ein besonderer Tag an. Am 22. Mai heiratet er in der Stadtkirche die 32-jährige Försterswitwe Luise Schneider. Das Ehepaar wird sechs Kinder – beziehungsweise sechs Söhne – haben. Der zweitälteste Sohn, Sophian Johann Konrad Richard, geboren am 2. Januar 1855 wird am 5. Juli 1888 die Wirtschaft und die Brauerei seines Vaters übernehmen. Er war später der Gründer der „Exportbier-Brauerei Richard Glenk“.

Bayreuther Brauereienliste mit Andreas Glenk. Foto: Stephan Müller

Doch zurück zu Andreas. Dessen Geschäfte von Andreas liefen von Anfang an gut. Sein Essen und das im Kommunhaus selbst gebraute Bier schmeckte anscheinend. Andreas Glenk konnte auch durch die „große Belegung des Kommunhauses durch andere Brauer“ bei Weitem nicht die Menge an Bier brauen, die er für seine zufriedenen Gäste benötigte.

Und er packte erneut eine Gelegenheit beim Schopf.  Im Dezember 1859 kauft er den gegenüberliegenden, rund 60 Tagwerk großen Hof des verstorbenen Ehepaars Johann und Kunigunde Rauh. Unter dem Hinweis eines Gesamtvermögens von 29.000 Gulden reicht er unter dem Hinweis, dass auf dem ehemaligen Hof ein „ergiebiger Pumpbrunnen“ mit einer sehr guten Wasserqualität vorhanden sei und die Lagerung von 2.000 Eimer Bier in einem Felsenkeller im Hetzennest gesichtert sei, am 13. April 1859 Baupläne zum Bau einer Brauerei und Mälzerei beim Stadtmagistrat ein. Am 28. September 1859 genehmigt die Regierung von Oberfranken den Antrag zur Errichtung einer Bierbrauerei und nur wenige Tage später bekommt er vom Stadtmagistrat am 4. Oktober 1859 die persönliche Conzession im Bierbrauerei-Gewerbe.

Postkarte mit dem Motiv der Glenk-Brauerei. Foto: Bernd Mayer Stiftung

Andreas Glenk führte seine Bierwirtschaft 36 Jahre bis zum 5. Juli 1888. Er stirbt am 3. Juni 1894. Sein Sohn Richard führt die Brauerei bis zu seinem Tod am 24. März 1909. Seine Witwe Anna Glenk verpachtet die Wirtschaft, bis ihr zweiter Mann Johann Engelbrecht und später Heinrich und Richard Glenk die Brauerei im Familienbesitz weiterführen konnten.

Kriegsgefangene bei Glenk 1914 – 1918. Foto: Bernd Mayer Stiftung

So bestand die Brauerei Glenk fast 150 Jahre lang am Eichelweg. Das Gebäude wurde 2012 abgerissen, die Verwaltung und der Lohnbraubetrieb ausgelagert. Auf dem Gelände entstand der „Ruhesitzes des Roten Kreuzes.“

Der Glenk Garten heute

Seit der Insolvenz der Brauerei Glenk ist Eckhard Hentes Eigentümer der Wirtschaft und der Brauerei. Hentes hat ein neues Brauhaus gebaut, gegenüber der großen alten Brauerei, die längst einem Altersheim gewichen ist. Und in Bayreuth wird auch wieder Glenk-Bier gebraut. Das war einige Zeit lang nicht so. Da wurde das Glenk Bier bei Stöckel in Hintergreuth produziert.

Und seit Sommer 2019 wird in Bayreuth außer der Traditionsmarken Altstädter Original und dem Glenk Pils auch ein Weißbier gebraut.

Stephan Müller

Stephan Müller

Stephan Müller (54) ist Stadtrat, Hobbyhistoriker, freiberuflicher Journalist und Autor zahlreicher Bücher zur Geschichte Bayreuths. Für das Bayreuther Tagblatt hat er sein Archiv geöffnet. Die besten Anekdoten gibt es immer wieder hier beim bt.

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